#EinThemaDreiAnsichten- höher, schneller, weiter

Jetzt muss ich doch mal was dazu schreiben, damit man hier auf mich nicht immer warten muss…;) Ja mei, diese Sucht, möglichst schnell möglichst viel zu erleben, und möglichst “gut” dabei zu sein. Kenn ich. Haben wahrscheinlich die meisten Subs. Das ist ja im Alltag auch nicht anders. Ein Teenie, der Gitarre spielen lernt und total ungeduldig und frustriert ist, weil ihm nach vollen 5 Wochen harten Trainings einfach immer noch kein Tremonti-Solo gelingen will ….Eine kleine Ballettratte, die heult, weil sie nach nem Jahr Kinderballett immer noch nicht so tanzen kann wie die Profis im TV. Warum sollte es im BDSM anders sein? Da hat man etwas, idealerweise auch jemanden gefunden, was und den man mit jeder Faser seines Körpers und vor allem seiner etwas dunkelgrauschwarzen Seele liebt, und kann das alles meist bei weitem nicht so oft und so intensiv ausleben wie man möchte. Weil Alltag, Job, Kinder, Entfernung……irgendwas ist ja immer. Und dann versucht man, so viel wie nur geht, mitzunehmen bei jeder Gelegenheit. Logisch.

Funktioniert allerdings nur begrenzt. Weil im BDSM eigentlich der Weg das Ziel ist. Wirklich gut wird SM sowieso erst, wenn man einen festen (Spiel)Partner gefunden hat. Weil man sich auf den anderen einstellen muss, vertrauen lernen muss, und alles, was man tut, nicht bei 150% anfängt, sondern sich langsam steigert. Praktiken, Werkzeuge, Sessions, Schmerzen….man geht eben zusammen einen Weg, und ein endgültiges Ziel darf und kann es eigentlich gar nicht geben, weil was wäre die Konsequenz? Dass man dann miteinander fertig ist. Am Ziel steigst du aus und gehst getrennter Wege. Also vergessen wir das mit dem Ziel. Der Weg ist wichtig, und da gibt es schier endlose Straßen und Routen.

So ist es auch beim Bondage, und ja, derselbe Gedankengang gilt auch im D/s, Stichwort “Ausbildung”. Das heißt halt in diesem groben, kalten “BDSM-Sprech” so. Das muss aber eigentlich auch ein Weg sein, den man zusammen geht, und wo der Weg das Ziel ist. Denn sonst ist man irgendwann fertig ausgebildet, und was dann? Wird man dann rausgeworfen und die Beziehung ist vorbei, und dann steht man da mit Sklavinnen-Gesellenbrief in der Tasche und äh, was dann? Vor allem vor dem Hintergrund, dass eh niemand eine fertige, geprüfte Meister-Sklavin haben will, weil alle Doms ja Neulinge ausbilden wollen…Zumal D/s auf mehr als einer Spielbeziehung beruhen muss, um wirklich gut zu funktionieren. Dafür braucht es zwischenmenschliche Passung, Zuneigung, im Idealfall Liebe. Das ist doch nicht vorbei, wenn die Ausbildung vorbei ist. Wäre doch Blödsinn. Also ist auch da der Weg das Ziel.

Und auch auf diesem Weg kann es einem nicht schnell genug gehen, mit 1000 Dingen… Vor allem, wenn man monate- oder jahrelang nicht die Gelegenheit hatte, sich auszuleben. Es fühlt sich so gut an und man kann gar nicht genug bekommen. Wobei ich da dieser Tage deutlich eingebremst werde von meinem Herrn. Durch sein andersartiges Herangehen allein schon bin ich bezüglich Sex/Selbstbefriedigung/GV ziemlich runtergeschraubt bis fast auf null. Was mir nicht wirklich gefällt, aber ich nehme es brav hin und halte es halt aus, und hoffe still, dass es nicht zu lange immer so weitergeht. Auf der anderen Seite wäre mir das Fallen ins gegenteilige Extrem aber auch nicht möglich. Weil Alltag, eben. Und meine Ungeduld, meine Neugier, und meine Nervosität, wenn ich im Dunkeln tappe drüber, was wann wie geschehen wird, sind ihm ja auch nicht entgangen. All das zu lernen, und es auch auszuhalten, sind Bestandteile der “Ausbildung”. Na dann…

Der kritischere Punkt ist die elende Vergleicherei mit anderen. Die kenne ich auch. Die ist hochgiftig, aber lässt sich zumindest für mich kaum komplett verhindern. Die begegnet einem vor allem Online, weil man so viel sieht, und mitbekommt. Auch, wenn Pornos nicht die Realität darstellen, Szenen geschnitten sind, kunstvolle Hängebondagefesselungen für den Betrachter unsichtbar im Vorfeld ein mehrköpfiges Team brauchten, um für ein paar wenige Minuten und für die Fotos so toll auszusehen. Vergleiche mit sich selbst und seinen Fähigkeiten sind dämlich, aber passieren. Das ist, wie wenn man sich mit den Hochglanzwerbungen in Modezeitschriften vergleicht. Man kann nur versuchen, sich selber da durch Rationaliät und nüchterne Betrachtung einzubremsen und im Zaume zu halten. Das klappt bei mir auch. Meistens. Einigermaßen.

Kleiner Einblick in den Wahnsinn.

Woher das kommt, weiß ich. Ich bin ehrgeizig, relativ perfektionistisch (zumindest wenn mir etwas wichtig ist), devot, will immer alles möglichst gut machen bis zu dem Punkt, wo ich übers Ziel hinaus schieße und mein vorauseilender Gehorsam oder mein Zuviel an “Mitdenken” mir zum Verhängnis wird. Bin aber auch ein sehr unsicherer Mensch, bzw verunsicherter Mensch, gerade was Beziehungen betrifft. Weil ich halt schon derbe auf die Fresse gefallen bin. Und auch bezüglich meines Aussehens sehr unsicher, und war ursprünglich null komma null “Body Positive”. Ich leitete meinen Wert für andere Leute seit meiner Jugend über mein Aussehen ab. Und bin damals schon als fetter Brillenträgerteenie immer Ausschussware gewesen. Das prägt einen leider sehr. Aus dem Muster kommt man nur langsam raus, aber hey, es wird.

Ich bin eine Weltklasse – “Over Thinkerin”. Schreiben Sie mir eine Antwort, und ich werde versuchen, mit meiner Kristallkugel den WAHREN Inhalt der Nachricht herauszukriegen. Also das, was Sie NICHT geschrieben, sondern ganz bestimmt nur gemeint haben. Um daraus potentiell den Zustand und die Zukunft der Beziehung herzuleiten. Schreiben Sie einsilbig, und ich erfühle und erdenke mir den Rest des Satzes dazu. Antworten Sie gar nicht, und ich sage Ihnen, was da nicht steht, was Sie aber ganz sicher sagen wollten. Schicken Sie mir ein Bild oder einen Link, oder machen Sie eine Bemerkung, und ich will mich unwillkürlich sofort damit vergleichen.

Ist die jünger, dünner, hübscher? Kann die mehr? Bläst die besser? ist die dehn- und biegbarer? HÄLT DIE MEHR AUS ??!!?

HÄLT. DIE. MEHR. AUS. Das ist für viele Subs der Kernsatz bei der Vergleicherei. Andere sind besser, halten viel mehr aus, gehen weiter, kommen mühelos in den Subspace, den man so nur vom Hörensagen kennt, stellen sich besser an, tragen Spuren, bei deren Anblick allein man schon fast in Tränen ausbricht… Woher diese Denke bei mir kam….auch das weiß ich. Die Zeit beim Narzissten hatte mich so werden lassen. Ich ging mit dem Willen und Wunsch, es für ihn gut zu machen rein, und kam mit einem miesen Selbstwert und für ihn niemals gut genug wieder raus. Meine totale Verunsicherung, an der er sich weidete, brauchte Monate um zu verschwinden. Und einen umsichtigen, anderen Herrn, der sie mir sprichwörtlich und gekonnt wieder rausprügelte, und mich mit den Worten “und lass dir ja von keinem mehr einreden, dass du nix aushälst!!” entließ.

Diese Denke, dieses zu viel zu schnell wollen, und zu viel aushalten wollen, um zu gefallen, und dann noch dumme, völlig irrationale und überflüssige Vergleiche mit anderen anstellen, ist pures Gift. Und man muss da wirklich ganz nüchtern gegensteuern. Sich einbremsen. Sich immer wieder sagen, hey, es ist alles ok, er hat dir noch nie einen Grund gegeben, negativ zu denken. Er ist nicht schuld an dem, was andere versaut haben. Er hat Arbeit. Er hat ein Leben. Du auch. Lass gut sein und mach dich nicht verrückt. Es ist alles gut.

Das klappt auch, und mit der Zeit dürfte es bei allen Subs, die in so einem irren Hamsterrad denken ( und ich glaube, das sind viele), besser werden. Wenn sie merken, dass sie (hoffentlich, denn das ist unabdingbar!) einen Partner haben, der sie ehrlich und respektvoll behandelt, und sie für ihn so o.k. sind wie sie sind. Ohne Arsch aus Stahlbeton und ohne Modelmaße, und mit einem Gehorsam, der, oder mit einer Schmerztoleranz, die ausbaufähig sind.

Dann können sie sich endlich auf das konzentrieren, was eigentlich wichtig ist. Sich selber, den Partner, und den gemeinsamen Weg durch die Weiten des BDSM. Und dann können sie das alles auch GENIESSEN, ohne zu hetzen und zu eilen, und ohne sich immer so ungesund zu vergleichen.

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Tiefer, dunkler Wald

Das wird eine Zusammenfassung des letzten Nachmittags mit IHM. Mir gehen viele Sachen im Kopf rum, und ich blogge das jetzt mal, weil ich damit eventuell Ordnung reinbekomme, und die Gedanken für mich einordnen und die Dinge sortieren kann. Das ist zumindest der Plan. Die Denkweise, meine Einstellung verschiebt sich und ich bin irgendwas zwischen erstaunt über mich und wahnsinnig angetörnt, und das muss ich erst mal verarbeiten. Es wird also ein eher langer, babbeliger Beitrag. Ihr seid gewarnt. Nun gut….

Vor wenigen Tagen habe ich meinen Herrn endlich wiedergesehen. Wir haben ja beide ein Alltagsleben, das seinen Tribut fordert, und dann kamen ja auch noch die berüchtigten Feiertage am Jahresende. Also hat es jetzt doch über 3 Wochen gedauert, und die Zeit wurde schon seeeehr lang. Kaum auszuhalten. Was ja ein gutes Zeichen ist, vor allem, wenn das auf Gegenseitigkeit beruht mit dem Vermissen der Gesellschaft des anderen. Und ich bin sehr froh, dass er die Sache realistisch sieht, und mir keinen Strick daraus dreht, dass ich auch nicht 24/7 zur Verfügung stehen kann, sobald sich bei ihm mal ein Zeitfenster auf tut. Nichtsdestotrotz, es ist halt schon hart, wenn man viele viele Tage Alltag hat, und doch eigentlich nur zurück an die Leine will. (Dazu später mehr) Dieses Gefühl (ohne Leine natürlich) hatte ich zuletzt vor 25 Jahren, beim Vanilla-Ex, als der noch über 1000km weg von mir lebte, ursprünglich. (Ja, ich weiß, es gibt Leute, die ein halbes Jahr darauf warten müssen, bis sie sich wiedersehen, und ich luxusjammere hier. Aber ich erlaube mir auch mal etwas mimimi. Sie entschuldigen mich.)

Wir trafen uns bei einem goldenen M unweit der Autobahn, weil es superpraktisch ist, wegen der Möglichkeit ein Auto stehen zu lassen, und weil der Cappuccino schlicht und ergreifend einfach gut ist, und wir beide leidenschaftliche Kaffeetrinker sind. Ich wählte an diesem relativ milden, bzw nicht GANZ so arschkalten Tag schwarze, dickere Strümpfe, den schwarzen Rock, der knapp 2 Handbreit überm Knie endet und damit garantiert, dass ich mich noch setzen kann, ohne dass man den oberen Rand der Strümpfe sieht (das ist ein McDonalds und kein Fetischclub), ein schwarzes Hemdchen mit V-Ausschnitt und Spitze, einen dünnen Cardigan, und derbe schwarze Springerstiefel-artige Boots fürs Fahren. Und für später, eventuell… Hm. Nagellack in dark chocolate, Lippenstift passend in Rosenholz, weil es ja unter Tags war, und quietschrot auch nicht so toll zu meinen Haaren aussieht. Alles wie mir aufgetragen worden war. Hohe Stiefeletten hatte ich dabei, aber zum Fahren sind flache Schuhe einfach besser. Jogginghose und Pulli, langer Schal, alte Fleecedecken waren auch dabei. Und ich hatte tatsächlich ne Thermoskanne Tee mitgebracht, falls es uns bzw vor allem mir furchtbar kalt würde irgendwo und irgendwann. Ich kann nix dafür, ich kann das Planen und Organisieren nicht lassen. Die Mama ist stark in mir 😉 Aber etwas mitdenken schadet ja nie, und ich hatte schon genug dran zu knappsen, dass ich überhaupt nicht wusste, was mit mir passieren würde. Weder wo, noch was, noch wie. Wobei….auch das “Mitdenken” kann nach hinten losgehen. Dazu später mehr.

Ich parkte und sah ihn schon auf mich zukommen. Keine Zeit mehr zum Schuhe wechseln, oder auch nur zum Durchschnaufen. Im Gegenteil, mein Herz setzt immer mit dieser Mischung zwischen wilder Anziehung und einem Quäntchen Schiss aus, und zack, endlich ein Kuss und der geliebte Nackengriff. Die Klamotten gefielen, die Haarfarbe, die er ausgesucht hatte, auch, und die flachen Boots konnten dran bleiben. Wichtig war, so nehme ich an, dass die hohen dabei waren und die Bereitschaft bestand, sofort in diese zu wechseln. Also dann. Kaffee.

Diesmal fiel der Kaffee einigermaßen gesellschaftstauglich aus, wegen Anwesenheit einiger Kinder an den Nebentischen. Das bewahrte mich vor der Aufgabe, mein Höschen am Sitzplatz los zu werden (was sich äußerst schwierig gestaltet hätte, das ganz subtil über die Boots zu kriegen) Ich durfte also aufs Klo. Das Fragen, ob ich zum Pinkeln darf, kenne ich ja von früher. Dass ich die Beine nicht übereinander schlagen darf, auch. Das klappt nur nicht immer, weil ich es irgendwann doch mal unabsichtlich mache. Dass ich dafür vielleicht Kosequenzen abkriege, weiß ich auch. Viele Basics sind mir klar, ich hab mich daran gewöhnt, und versuche, sie einzuhalten. Genau wie das Siezen. Wenn man uns mit einem Ohr zuhört, dann kann man als Nebensitzer schon mitbekommen, dass da was komisch ist an der Kommunikation. Da sind zwei Menschen, die offensichtlich zusammengehören, und er duzt sie und sie siezt ihn. Hm. Aber das ist alles wesentlich subtiler als ein Griff zwischen die Beine oder ein Höschen, das sich in den Boots verhakt. Also Klo. Gott sei Dank.

Als ich zurückkam, händigte ich ihm das betreffende Teil aus. Ja, es war schwarz, wie gewünscht. (Ich bin ja nicht lebensmüde und nehme ein grünes wenn schwarz verlangt ist. Ich war noch nie absichtlich provozierend, und habe wenig Potential zum “Brat”. In unserer Dynamik – genauso wie auch schon früher – wäre das wahrscheinlich auch nicht zu empfehlen. Den Griff zwischen die Beine, unterm Tisch, gab es trotzdem noch. Es fällt mir immer noch anfänglich schwer, sowas einfach zuzulassen ohne zu versuchen, mich zurückzuziehen, die Beine reflexartig zu schließen, oder ähnliches. Es ist ja nicht so, dass mir das nicht gefällt. Im Gegenteil. Aber in der “öffentlichen Öffentlichkeit” bin ich immer noch etwas, äh, verkrampft. Es wird besser, nur eben langsam. Ich kann auch da nicht von heute auf morgen aus meiner Haut. Wobei ich absolut sicher sein kann, dass dieser Mann genau weiß was er tut, und die Situation definitiv unter Kotrolle hat. Das Vertrauen war jedenfalls intuitiv ab der ersten Minute beim ersten Kaffee da, und wird immer stärker. Nur den Kopf und das “das geht doch nicht!!!” muss ich weiterhin bekämpfen. Wird schon.

Wir tranken aus und gingen zu meinem Auto, um die Tasche mit den mitgebrachten Sachen zu holen. Dann fuhren wir in seinem Auto los. Seine Art, mir die Türe zu öffnen oder aufzuhalten, egal ob Auto oder Eingangstür ist ungewohnt und sehr Gentleman-like. (Ich könnte jetzt den Witz vom Gentleman, der nicht immer ein gentle man ist, machen aber ich lass es lieber. Oops, zu spät 😉 ) Im Auto achtete ich auch brav darauf, nicht die Beine übereinander zu schlagen oder zusammenzupressen, und es ihm möglichst leicht zu machen, wann immer die Hand zu mir rüberkam. Achtung, Ablenkung im Straßenverkehr, hehehe…

Es ging in ein kleines Dorf, durch selbiges hindurch und in den Wald an eine Weggabelung, wo wohl öfter mal Wanderer parken, es aber wirklich SEHR ruhig ist. Im Gegensatz zu den Wäldern in meinem Eck, wo man gefühlt alle 5 Minuten auf Wanderer, Hundegassigeher, Spaziergänger, Waldarbeiter, Bauern, Reiter, Mountainbiker…….trifft. Zumindest, so lange nicht 1m Schnee liegt, und dann ist es halt auch für ein Date dort eher unwirtlich. Ach so, dann sind da Langläufer und je nach Gebiet Winter/Schneeschuhwanderer, haha. Er stieg aus, lief ums Auto und öffnete die Tür. Ich stieg aus und fand mich eine Sekunde später gegen das Auto gedrückt wieder. Die Details erspare ich euch , aber es hatte mit einer Begutachtung bei Tageslicht, mit einem Gürtel und mit einer Ansage zu tun bezüglich meines “Mitdenkens” zuvor.

Nämlich: Ich hatte Vormittags noch in WA angemerkt, ob – obwohl ich ziemlich sicher war, dass er das nie vergessen würde – er Kondome dabeihätte, weil ich keine hätte. Die Kondomsache wird sich irgendwann sowieso von selbst erledigen, weil wir in einer festen Beziehung beide keine Gummis wollen, aber zuerst muss noch ein HIV Test her. Und ich wollte halt einfach nicht, dass wir irgendwann ohne Gummis mitten im Wald stehen….Tja, Denkfehler.

Das war eine dieser Gelegenheiten, wo deutlich wird, wie anders dieser Mann sein BDSM auffasst. Das gefickt Werden gibt es nicht einfach so, da muss man erst hinkommen und es sich verdienen, sozusagen. Und es liegt auch nicht bei mir, ob und was und wann es passiert. Ka-Wumms. Bisher war es gar keine Frage, ob gefickt wird. Das wollte eigentlich jeder, genauso wie bisherige Sessions im Normalfall mit wenigstens einem Orgasmus für mich endeten, sogar beim Narzissten. Und jetzt durfte ich schon das zweite Mal dienen und blasen (und auch das ist ein DÜRFEN), und ohne Orgasmus heim fahren. Er sagte noch, dass es Spaß machen wird, mich zu ficken. Und machte doch keine Anstalten. Wie viel Kontrolle hat dieser Mensch denn, bitte?? Und zu allem Überfluss hab ich jetzt auch noch eine Regel aufgedrückt bekommen, nach der ich wichsen darf, so oft ich will zwischen den Treffen, mir das aber erkaufen muss. Ich bekomme die Anzahl mitgeteilt, nicht aber das Werkzeug oder die Stelle, die es treffen wird. “Kleines Restrisiko” nannte er das augenzwinkernd. Und kann mir dann überlegen, ob es mir die Sache wert ist. Und beim nächsten Treffen muss ich dann den Gesamtpreis bezahlen, zusammen mit den eventuellen Strafen für die eventuellen Vergehen, die in der Zwischenzeit zusammenkamen. Schöner Mist.

Das gesagt zu bekommen, ist schon etwas erniedrigend, ne. Dazu kommt noch die Sprache. Letztens fiel das Wort “einreiten”, unter anderem. Gott, was habe ich diesen kruden Wortschatz von wegen einreiten, dienen, Dreilochstute etc etc mal gehasst. Ich wollte mich anfangs nicht mal in der SZ anmelden, weil mich das “Sklavenzentrale” so abgestoßen hat. Ja, lang ists her. Und jetzt? Macht es irgendeinen Teil meines Wesens ganz tief in mir drin unsäglich heiß. Ich habe mein Innenleben schon öfter als “Sub mit einem Sklavinnenherz” umschrieben, und das erklärt es wohl. Es verschieben sich gerade Sichtweisen in mir, und das braucht wohl einen eigenen Blogbeitrag.

Bevor hier einer die Augen verdreht, oder skeptisch-kritisch die Brauen hochzieht: Diese Beziehung ist absolut respektvoll und sehr liebevoll. Wir lachen, reden über alles und nichts, es wird viel geküsst und gekümmert, wir laufen Händchen haltend über den Weihnachtsmarkt und teilen die Flammbrote miteinander. “Du wirst nicht erleben, dass ich dich verächtlich behandle” hat er neulich geschrieben, und das glaube ich sofort und unbesehen. Aber es gibt eben auch die Willkür, den plötzlichen Nackengriff, die Strafen, den Gehorsam ohne viel Mimimi und Diskussion. Und diese Ambivalenz, ausgelebt mit genau diesem Mann, die ist es. Hach.

Nun gut, zurück zum Thema. Ich habe ja inzwischen auch ein Strafbuch zu führen, was bei meiner Vergesslichkeit auch besser ist. Allerdings ist es im Endeffekt halt der Notizblock im Handy. So ist es wenigstens immer gleich dabei. Ich wusste auch um die drei Vergehen, die drinstanden. Mindestens eines davon war technisch gesehen schon etwas, über das man hätte durchaus diskutieren können. Aber da greift eben die Regeln “Gehorsam”, “Strafen ohne Diskussion und mimimi demütig akzeptieren” und “Willkür des Herrn”. Und seien wir doch mal ehrlich, wenn in einer D/s Beziehung keine Fallstricke da wären, und die Herrschaft nicht unfairerweise irgendwann einen Trumpf aus dem Ärmel ziehen würde, dann wäre es ja langweilig. Oder wie ich vor langer Zeit in Wirtschafts- und Rechtslehre gelernt habe “Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.”

Und für die nächste Erniedrigung sorgte ich schon auf der Fahrt in den Wald, und auch dort, halbnackt neben dem Auto, selber. Ich hatte diese Scheiß-Vergehen selbst aufgeschrieben. Drei Stück. Konnte sie tagelang im Kopf runterrattern. Und wer hatte einen kompletten Blackout? Konnte sich minutenlang an NICHT EINES erinnern? Weg, einfach weg. Alle. Wer stotterte vor sich hin, erinnerte sich dann notdürftig an eines, und schwitzte Blut und Wasser? Genau. 🙄Irgendwann kam mir das zweite wieder in den Sinn, spätestens nach der Androhung, dass es nicht weniger Schläge würden wenn das so weiterginge, und beim dritten half er mir dann tatsächlich mit einem kleinen Tipp auf die Sprünge. Eieiei. Später musste er lachen, und sagte, dass er anfangs dachte, ich spiele ihm was vor, bis er dann raffte, dass ich mich WIRKLICH nicht erinnern konnte. Nein, vortäuschen würde ich nie wagen. Ich bin wirklich so dämlich hahahaha.

Ich zog den BH, das Top, den Cardigan vollends aus, das Sweatshirt und die Daunenjacke an, und nahm die Tasche, und er einen kleinen Rucksack, und wir stapften los, tiefer in den Wald hinein. Meine Brille nahm er an sich. Ich bin kurzsichtig, aber kann noch genug erkennen, um mich nicht sofort auf die Fresse zu legen. Außerdem führte er mich ja. Irgendwann hielt er an und machte mir ein Paracordhalsband für einen Hund um, und nahm mich an die Leine. Mit dem Kommentar, dass das eigentlich ja nur für Hunde wäre, ich mir ein besseres Halsband aber erst verdienen müsse. Uff. DAS ist jetzt ein Punkt, wo ich, wenn ich sowas online bzw auf Twitter irgendwo mitbekommen hätte – gerade bei meiner klitzekleinen psychologischen Halsbandproblematik aus der Vergangenheit – vorab gedacht hätte, dass gerade so ein Kommentar bei mir ein völliges NoGo wäre und man(n) dann ein echtes Problem mit mir hätte. Tja nun. Hätte hätte Fahrradkette. In dieser Situation, in dieser Dynamik, mit dieser Ausrichtung in der Beziehung, mit diesem – NUR mit diesem – Mann war auch diese Erniedrigung und diese Ansage nur geil.

Und auch die Tatsache, dass ich nichts geschenkt bekomme, sondern mich immer erst anstrengen muss oder mich würdig erweisen muss, ist für mich wider Erwarten kein Problem. Im Gegenteil, die Denke, dass man sich Sachen erst verdient und dann hinterher, wenn man sie hat, doppelt stolz drauf sein kann, sagt mir sehr zu. Aber NUR DORT. Normalerweise bettele ich niemanden um irgendwas an, und wenn ich irgendwo im Alltag gesagt bekomme, oder das Gefühl kriege, dass ich (noch) nicht “würdig” genug bin, um irgendwas zu kriegen, sei es Zeit, Aufmerksamkeit, Telefonnummer, Termin o.ä., dann denke ich “weißt du was? FUCK YOU, was glaubst du eigentlich, wer du bist.” Nur, und wirklich NUR in genau dieser D/s-Beziehung, und nur mit genau diesem Mann, und nur mit dieser feinen Balance zwischen Fürsorge und Respekt und Benutzung und Erniedrigung ist das natürlich, stimmig, und wahnsinnig geil. Obwohl ich “wahnsinnig geil” und jegliches Kopfkino ja überhaupt nicht brauchen kann, denn ICH KRIEG JA DRESCHE FÜRS WICHSEN, VERDAMMTE AXT.

Wir liefen noch ein bisschen weiter über Ruckewege tiefer in das Waldstück, und hielten an einem kleinen Holzgeländer. Dort durfte ich darübergebeugt das erste Dutzend entgegennehmen für Vergehen 1. Er legte eine Schippe drauf im Vergleich zum letzten Date, wo es erstmalige 26 für 26 Minuten Verspätung durch Parkplatzsuche in der Innenstadt vor Weihnachten gegeben hatte. Aber er tastet sich immer noch ran, statt einfach drauflos zu schlagen, und nach jeder Runde fragt er nach und kümmert sich. Ein absolutes Muss, aber das tut auch nicht jeder, deshalb erwähne ich es hier nochmal.

Wir liefen wieder weiter, das heißt, er voraus und ich an der Leine hinterher, Schritt haltend, damit ich nicht hinterhergezerrt würde. Wir kamen an einer Futterkrippe für Wild vorbei. Auf dem Dach lagen verschiedene, bereits säuberlich zugeschnittene Ruten. Es dauerte einen Moment, bis mir dämmerte, dass dieser Mensch an diesem Tage schon da gewesen war, bevor wir uns trafen. Alles bereits einmal abgelaufen war. Schon alles geplant und abgecheckt und vorbereitet hatte, und nichts dem Zufall überließ, so nach dem Motto parken wir hier mal und laufen da lang und dann schauen wir. Nein, der hatte jeden Stop, jeden Busch und jeden Zentimeter ausgekundschaftet.

Der nächste Stop war ein Hochsitz für Jäger. Nun, ich wusste aus der Vergangenheit, dass mir Outdoor und womögliche Entdeckung durch plötzlich durchs Unterholz brechende Biker oder Wanderer oder sonstige Kreaturen wirklich Schwierigkeiten und Schreckstarre bereiteten. Ich konnte bei den wenigen Begebenheiten dieser Art bis dato nie loslassen, war immer total verkrampft und mit mindestens einem Ohr bei der Umgebungsüberwachung und mit dem Kopf überall, nur nicht bei der Sache. Man könnte also meinen, dass es mir große Probleme, wenn nicht gleich Vollhorror bereiten würde, mich ausgerechnet dort zum ersten Mal vor ihm splitterfasernackt bis auf Strümpfe und Boots ausziehen zu müssen (was ja bei meinem eher mittelprächtigen Selbstwertgefühl und den suboptimalen Körperformen sowieso immer eine wirklich harte Nuss ist. Und dann noch ausgerechnet DORT!!!) um dann eine Stufe hochzusteigen, die Strümpfe bis zu den Knien runtergezogen zu bekommen, und an den Oberschenkeln an der breiten Leiter zum Hochsitz breitbeinig mit 2 Seilen festgebunden zu werden. Und so die nächsten 10 plus X mit der Rute für das nächste Vergehen entgegen zu nehmen.

Ja, könnte man meinen, dass das ein großes Problem für mich wäre. War aber nicht so. Erstaunlicherweise. Es lief ein Automatikprogramm, das ich schon von dieser kleinen O-Nacht von vor einigen Jahren kenne, und das wohl in mir drin steckt und nur an die Oberfläche kommt, wenn es einer mit dem richtigen Code startet. Und es war ein bisschen so, als würde ein Teil von mir mauloffen zuschauen, was da gerade passiert, während der andere – der größere – Teil das alles einfach nur wahnsinnig geil und völlig stimmig fand. Die kühle Luft, das rauhe Holz an der Haut, das festgebunden sein, und die Schläge mit diesen Ruten auf den Arsch (au!), quer drüber bis zu den Oberschenkeln (AU!!), und auf den oberen Rücken (AUAUAU!!!) taten ihr Übriges. Wäre ich am Boden gesessen, ich wäre wahrscheinlich davongeschwommen, hahaha. Übrigens: Wer sagt, dass Bäume unsere Freunde sind, der lügt.

Ich wurde losgebunden und bekam meine Jacke wieder. Stolperte also ohne Brille, angeleint, und nackt bis auf Boots, Jacke und Strümpfen auf Halbmast hinter meinem Herrn her, noch etwas weiter durch den Wald und durchs Unterholz. Er hielt die Zweige und all den kahlen Bewuchs, der einem so gern ins Auge schnalzt, aus dem Weg, und teils schloss ich tatsächlich die Augen, wenn es direkt durch die Vegetation ging, und ließ mich wirklich führen. Vertrauensübung.

Ein Stück weiter war genug ebene, unbewachsene Fläche, wo er die mitgebrachte Decke ausbreitete. Und ich dann noch Strümpfe und Schuhe loswerden durfte und mich mitten im Wald hinlegen. Komplett nackt. Mir schoss noch durch den Kopf “Gut, dass ich auch die Zehennägel lackiert habe, wie aufgetragen”. Typisch ich halt. Dann machte ich u. a. mit seinem Flogger zwischen die Beine Bekanntschaft, was sämtliche Gedanken vertrieb, und mit Wachs. Denn es gab ja noch Vergehen Nr 3. Und dann durfte ihn noch blasen, bzw ich durfte dienen und er benutze meinen Mund. Das trifft es wohl besser.

Es war gut frisch dort, aber das Zittern kam am wenigsten von der Temperatur. Er schaute immer wieder, ob es noch ginge oder mir schon zu kalt wäre. Krank werden soll man ja nicht bei solchen Aktionen, logischerweise. Also durfte ich mich anziehen und wir traten den Rückweg Richtung Auto an, wo es nochmal etwas mehr Wachs und noch ein paar Schläge aufrecht angebunden gab, “der Symmetrie halber”. Etwas Wachs tropfte dann aber von meinen Brüsten auf den Rock und die Strümpfe, und deshalb gab es am Auto nicht nur heißen Tee, sondern auch die Jogginghose (ich habe keine steinalte, sondern eine gute schwarze mit Samtstreifen an der Seite mitgebracht) zum Top und dem Cardigan und den Boots, und darin konnte man sich in der Stadt besser sehen lassen als in einem Rock, der mit den Wachsflecken aussah wie Monica Lewinskys Kleid. Und natürlich kam das Hundehalsband ab. Einerseits Erleichterung, andererseits hmpf.

Wir fuhren also zurück am Mc D vorbei in die Stadt, parkten und gingen in ein nettes Bistro, wo wir noch fast 2 Stunden lang redeten, uns aufwärmten, lachten, küssten und Flammbrote aßen. Pärchenkackscheiß nennt man das auf Twitter.

Dann setzte er mich an meinem Auto ab und was soll ich sagen, Abschiede sind doof, und es ging in verschiedene Richtungen nach Hause. Und seitdem merke ich, wie sich meine Einstellung zu “meinem D/s” verschiebt und ich denke, ich ahne die Richtung, aber mein Kopf muss erst noch sortieren, was mein Herz und meine Fotze eh schon lange wissen, und ich brauche noch eine ordentliche Benamung für mein Schubladendenken 😉 .

Und ich merke, dass ich kaum zu Hause zur Tür rein bin, und schon zurück an diese verdammte Leine will.

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Bye 19, hi 20

Durch viel Arbeit zum Jahresende wie immer verspätet, kommt der kurze BDSM-Rückblick 2019 und der erhoffte Ausblick auf 2020.

Das Jahr ging noch mit dem Kinky Vanilla los, der vielen hier noch bekannt sein dürfte (der BDSM-interessierte Swingertyp, den ich für eine Weile etwas unter meine Fittiche genommen hatte, bis er mir zu grob wurde, bei einer gleichzeitigen spürbaren Lern- sowie Verständnisresistenz) und mit dem Rigger, bzw mit der baldigen Entlassung des Kinky Vanilla aus vorgenannten Gründen. Und, weil ich eben mehr wollte, als nur ein bisserl rumzuspielen. Und dieses mehr bitte mit einem richtigen Dom, nicht mit einem Erlebnissexuellen.

Also….das Jahr war ein Auf und Ab mit deutlichem Aufwärtstrend gegen Ende. Here goes…….

Herr suchen. Herr tatsächlich finden. Guter Start. Ausbau. Nie geahnte Höhen und Schmerztoleranzen erreichen. Wieder vertrauen können. Endlich ernstgemeintes Lob und Bestätigung und Respekt und Anerkennung bekommen. Den fiesen Narzissten endgültig innerlich überwinden und das Selbstwertgefühl wiederfinden. Sich angenomen fühlen.

Dann Vollbremsung durch Erkrankung des Herrn. Warten. Weitere Treffen mit dem Rigger und tolle Fesselsessions. Vermissen des Herrn und von SM. Entscheidung, erst einmal weiter abzuwarten, da zu viel Arbeit und zu wenig Nerv für eine erneute Suche vorhanden sind.

Kleine Session mit bereits bekanntem Sadisten, der sich für nen Arsch voll erbarmt. Hunger vorübergehend gestillt, aber es wird klar, ich brauch wieder mehr. Erkrankter Herr scheint keine Option mehr, wegen monatelangem Auslandsjob nach langwieriger Gesundung. Also erneute Suche. Was festes. Was von Dauer. Das Komplettpaket mit tiefer Zuneigung, SM und D/s. Einen Single-Mann. Aber erst im Herbst, ohne Stress.

Im Herbst dann viel Kopfschütteln über Profile und Anschreiben, viel incognito-Stalken mit “Unsichtbar”-Funktion auf Joy, einige “Briefwechsel” in Joy und SZ, und tatsächlich einige wenige Kaffee-Dates (jedes einzelne davon tasächlich angezogen und öffentlich!). Nur mal gucken. Nix erzwingen wollen. Vor allem keine “richtige” Beziehung. Alle ganz ok bis nett, aber aus den unterschiedlichsten Gründen nix für mich. Von “Entfernung und kein Auto” über zeitliche Unvereinbarkeit bis zu fehlender sexueller Anziehung bzw Passung ist alles dabei.

Dabei ein, zwei gut gemeinte Ratschläge: Wenn du unter der Woche Zeit für Rockkonzerte und am Freitag für die Kumpels und am Sonntag fürs Motorrad hast, dann solltest du vielleicht auch mal für deine Sub Zeit freischaufeln, wenn du weißt, dass die nur am Sonntag und Dienstag kann. Wenn dir dein BDSM so wichtig ist und du Sub gerne hättest.Tja nun.

Und wenn nicht nur das Ambiente im von dir gewählten Café, sondern auch deine Dominanz Assoziationen mit Strickpullundern, Halbglatzen und Buchhalterjobs in Loriotsketchen hervorrufen, dann ist das für meine BDSM-Gelüste eher meh. Zurück zum Jahreslauf…

Der Rigger, mit dem mich eine Freundschaft+vertrauensvolles Fesseln verbindet, aber eben nicht mehr, findet im Spätherbst eine Holde, und ist schwer verliebt. Die Sessions werden (noch) weniger dadurch, und durch Arbeit und anderweitige Verpflichtungen, aber der Kontakt reißt nicht ab. Ich gönne ihm sein Glück sehr, bin aber etwas deprimiert darüber, dass für mich nichts zu finden ist, und ich auf ewig allein, ohne Herr, ohne Halsband, ohne verliebte Schmetterlinge im Bauch bleiben, und unter 25 Katzen, wahlweise 50 Farbratten begraben einsam sterben werde. Und ungefickt.

Dann kommt ein Anschreiben, das sich von den anderen so angenehm unterscheidet, und mich so sehr anspricht, wo die Chemie schon bei den ersten paar Nachrichten so krass stimmt, dass ich diesem Mann einfach nicht absagen kann, obwohl die Entfernung jenseits der für mich dauerhaft machbaren Grenze liegt. Aber es besteht der Wille, für mich die Strecke zu fahren, und so nicht immer nur ich fahren muss. Ein Beschnuppern muss her. Es folgt das denkwürdigste Kaffeedate meines Lebens. Ich rechne minütlich mit dem Rat der Barista, man möge sich doch irgendwo ein Zimmer nehmen. Aber Gott sei Dank räumt sie lieber demonstrativ Flaschen ins Kühlregal.

Lange Rede, kurzer Sinn, das Jahr 2019 endet mit meinem neuen Herrn. Der Rigger darf und wird weiter fesseln, und freut sich sehr für mich. Der letzte Herr war inzwischen unterm Messer, und es geht endlich deutlich aufwärts. Er freut sich auch für mich. Und ich freue mich (neben einer gesunden Portion Muffensausen) auf mein 2020 unter neuer Führung, sozusagen 😉

Denn der erste Vorgeschmack Ende 2019 war schon sehr toll. Es handelt sich um einen umsichtigen, fantasievollen, erfahrenen Zeitgenossen, der eine Vorgehensweise und Einstellung hat, die sich doch deutlich von den meisten anderen, mir online oder persönlich bekannten Doms unterscheidet (mehr dazu von Zeit zu Zeit als Blogbeitrag). Das wird auch beim zweiten und gleichzeitig letzten Date 2019 klar. Welches zur Hälfte einfach in der Stadt, bzw auf dem Weihnachtsmarkt, stattfindet, da es so stürmt, dass die anregende Zweisamkeit am Rande des tiefen, sprichwörtlich dunklen Waldes nach einiger Zeit der Angst weicht, ne Fichte aufs Autodach zu kriegen. Aber auch dieses erste körperlich intensivere Beschnuppern fühlt sich richtig an, und gut, und endet mit einem kleinen Ritual, an dessen Ende ich hochoffiziell seine Novizin, seine Sub in Ausbildung, bin. Das schmeckt mir gut *zwinker*.

Praktisch sofort danach kommt die Aufforderung, meine Profile im Joy und in der SZ abzuändern,und klarzustellen, dass ich die Seine bin. Und auch er stellt auf “nicht suchend” und verlinkt und nennt mich im Text. Das ist etwas, das mir tatsächlich wahnsinnig viel bedeutet, aus der Erfahrung der Vergangenheit heraus, und das meinen Kopf beruhigt. Und so endet das Jahr 2019 mit einem warmen Gefühl ums Herz, und eben einem Haufen Vorfreude auf 2020.

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Familiendommse – Sub. Switchen für Fortgeschrittene.

Beim Kaffee-Gequassel in WA kommen einem doch echt gute Blogideen.

Was brauche ich eigentlich, um in meinen “Sub-Modus” zu finden? Und warum brauche ich da was, wo es für andere Frauen augenscheinlich total easy ist, einfach zu “funktionieren”, obwohl meine Submissivität sich doch nicht allein aufs Schlafzimmer oder auf Treffen bezieht, sondern immer da ist? Hm.

Ich hab da drüber nachgedacht, und es wird wohl daran liegen, dass ich im Alltag die Kontrolle haben muss, die Verantwortung trage, und organisieren muss. Ich bin die Familiendommse. Und da komme ich im Kopf nicht so schnell raus. Ich tue mich auch in einer neuen Beziehung wie jetzt gerade, immer schwer damit, mich nicht um allen möglichen Kram kümmern zu wollen. Hier was googlen, da was aussuchen, mir über Anreisemöglichkeiten bei Glatteis den Kopf zu zerbrechen. Also, nicht MEINE Anreisemöglichkeiten. Für mich ist klar, dass ich mich todesmutig bei jedem Wetter versuche, durchzubeißen. Nee, SEINE Anreisemöglichkeiten. Das wurde letztes Mal amüsiert mit der Bemerkung “du bist es gewohnt, zu organisieren, nicht wahr?” zur Kenntnis genommen, aber für unnötig erklärt. Ich denke aber, dass ich dieses Verhalten nicht weiterhin wiederholen sollte, sonst gibt es irgendwann sicher weniger Amüsement. Ich bemühe mich.

Soweit ist das wahrscheinlich bei den meisten Subs, die im Alltag eher dominant sind (sein müssen) so. Dass die sich mit Loslassen schwer tun. Aber mir kommt es so vor, als ob viele davon den Schalter schneller umlegen können als ich. Oder den Schalter schneller finden.

Bei manchen, wenn ich Tweets oder Blogs über die Sessions und Erlebnisse so lese, habe ich den Eindruck, als wäre da gar keine Challenge, keine Herausforderung, kein mimimi, keine Überwindung, keine Angst. Die kommen rein, knien sich hin, und funktionieren wie ein Uhrwerk. Ohne mit der Wimper zu zucken. Egal, was auf sie zukommt. Und ich denke mir, die sind weder submissiver als ich, noch haben sie jemanden, dem sie mehr vertrauen können als ich. Denn dass ich meinem Herrn vertraue, habe ich schon mehrfach ganz ganz früh gezeigt, weil ich einfach das starke Gefühl hatte, dass ich das kann. Und ich wurde bis dato auch nicht enttäuscht im Gegenzug.

Nee, ich glaube, die sind einfach psychisch anders gestrickt als ich. Die stecken neue, vielleicht sogar unangenehme Dinge anscheinend deutlich einfacher weg. Die sind emotional entweder mordsstark und dabei sehr unbekümmert, oder vielleicht teilweise einfach nur mit allen Wassern gewaschen und abgebrüht. Und das bin ich beides nicht. Hm.

Ich brauche bei einem Treffen erstmal eine Anlaufzeit, um meinen Kopf dahin zu bringen, wo er sein soll. Die beginnt schon daheim, mit seinen Anweisungen über WA. Damit, dass ich mich anziehe und fertigmache. Die 30 oder 45 Minuten Fahrt brauche ich dann dringend zum innerlichen Sortieren und zur Vorbereitung. Dabei fährt mir grundsätzlich dann noch meine notorische Unpünktlichkeit (für die ich aber meist gar nix kann) in die Parade.

Ich bin immer viel zu knapp dran, weil ich an Tagen, an denen ich unverschämter Weise mal ein paar Stunden devote Frau sein können will und nicht nur Mutter und Arbeitstier, umso mehr vorarbeiten und vorbereiten muss als sonst. Ich muss an 1000 Sachen denken, muss noch alles fertig bekommen, für das ich sonst den Rest des Tages hätte, und meistens will dann noch irgendeiner irgendeinen Scheiß von mir in letzter Sekunde, oder es gibt noch 4 waaaaaahnsinnig wichtige Anrufe. Murphy´s Law.

Alles hinzukriegen in der Zeit ist jedes Mal unmöglich, ich bin spät unrettbar spät dran, und fühle mich wegen beidem schlecht, und dann könnte noch viel Verkehr sein und kein Parkplatz. Wenn ich in meinem grundsätzlich zum Scheitern verurteilten Perfektionismus dann am Treffpunkt erscheine, dann bin ich innerlich vor Stress und Druck fast am Rotieren. Die Unsicherheit in einem ungewohnten Outfit bzw Klamottenstil macht es dann nicht besser. Und sein (An)Blick gibt mir dann den Rest.

Sprich, ich brauche dann tatsächlich ersteinmal eine Kaffeelänge, um bei mir anzukommen. So, wie mein neuer Herr das auch mit mir macht bis jetzt. Die Dynamik ist sowieso immer da, das Gefälle bei seinem Anblick auch sofort, und die Berührungen, Küsse, Worte…eine Hand im Nacken oder seine Hand, die mein Handgelenk umfasst, zudrückt, und hält, helfen da sehr. Aber mir sofort und ohne Verschnaufer eine Session, Schmerzen, Dinge, die mich in der Öffentlichkeit große Überwindung kosten, fremde bzw zusätzliche Menschen o.ä. aufs Auge zu drücken, das würde mit mir nicht klappen. Dazu bin ich innerlich emotional zu angespannt.

Aber für die Entspannung sorgt er mit seiner ruhigen, unaufgeregten, dominanten Art geradezu perfekt. Das ist wichtig, das brauche ich.

Ich brauche eben einen in sich ruhenden, bestimmenden, (nicht einfach nur rechthaberischen) Mann. Einen, der nicht genauso hibbelig und unsicher und zum innerlichen Herzgankerl neigend ist wie ich. Einen, mit dem ich mich nicht immer weiter hochschaukle, weil er völlig doof reagiert, sondern der mich geschickt unten hält. Äh, also, im übertragenen Sinne. 😉

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#einThemaDreiAnsichten: "Tabu"

Ich habe das Vergnügen, mit bzw parallel zu den wunderbaren @needfull_1 und @CrowswithHalos eine Art Blogparade-ähnlichen Eintrag zu schreiben. Man findet die drei Einträge unter oben stehendem Hashtag, und das Thema der Wahl ist “Tabu”.

Ein schönes, weit gefasstes Thema, zu dem jede von uns die eigenen Gedanken schreiben wird. Wie sie es sieht, wie sie es für sich handhabt, vielleicht auch, was es einschließt oder ob Tabus überhaupt vorhanden sind oder einem Metakonsens gewichen sind oder jemals weichen könnten. All sowas eben.

Dann googlen wir doch erst mal die Definition: Ein TABU ist ein ungeschriebenes Gesetz, das innerhalb einer bestimmten Gesellschaft oder Wertegemeinschaft aufgrund deren allgemeingültiger Anschauung es verbietet, bestimmte Dinge zu tun.

Also ist ein Tabu etwas, das nicht akzeptiert ist, und auf totale Ablehnung stößt. Im BDSM ist ein Tabu dann eben nicht gesellschaftlich zu betrachten, sondern bezieht sich auf einzelne Personen und darauf, was diese unter keinen Umständen bereit sind, zu tun oder über sich ergehen zu lassen. Einfach weil es sich um Dinge, Handlungen, Praktiken handelt, die besagte Person komplett für sich ablehnt, sei es aus gesundheitlichen Gründen, aus psychologischen Gründen, oder weil die Person die Sache einfach nur fürchterlich oder unüberwindbar eklig findet. Oder sogar im BDSM SO pervers, dass man es beim besten Wissen und Gewissen nicht mitmachen kann und will. Oder wenn es sich um Ungesetzliches, Illegales handelt, und man dazu zu gesetzestreu ist.

Mit mir persönlich ist das mit den Tabus so ne Sache. Es gibt einige Dinge, die seit Anfang meiner BDSM-“Karriere” feststanden, sich seitdem nie geändert haben, und auch niemals ändern werden.

KV (“Kaviar”, also Kacke).

Tiere (sollte klar sein. Ist es aber leider nicht).

Kinder (siehe Tiere).

Netzfund, Quelle unbekannt. Genau wegen solcher Vollidioten und ihrer Ideen sind Tabulisten und Verhandlungen so wichtig. So, nun weiter im Text.

Einflussnahme jenseits von gut gemeinten Ratschlägen in mein Geschäft, den Job, sprich: meine Finanzen, die Kindererziehung, oder meine Kontakte zu Verwandten oder Freunden in der Vanillawelt.

Psychoterror, Verhör, Bootcamp, echte Todesangst. Die psychologisch harte, krasse Schiene eben. Die halte ich psychisch nicht aus.

Haare oder Augenbrauen rasieren oder verunstalten. Ich bin gern bereit, brav vor dem Friseurbesuch zu fragen, wie viel weg darf oder ob ich die Farbe mal wechseln darf. Aber wer denkt, er kann mir nen 2mm-Schnitt oder ne Glatze rasieren, der überlebt den Tag nicht. Ernsthaft. Limit, hart wie Diamant.

Alles, das mit Age Play – über die 08/15-Schulmädchenuniform hinaus (in der ich mir auch reichlich lächerlich vorkäme) – oder mit Windeln, Schnullern, Lätzchen, Malbüchern, und sonstigem Kinderkram auch nur ANSATZWEISE zu tun hat. Sieht man, dass ich schon hier Ausnahmen mache bzw mein eigenes Tabu aufweiche? Schulmädchenuniform geht gerade noch….

Sämtliche Praktiken oder Handlungen, die generell oder von ihrer Intensität her in dauerhaften, bleibenden Schäden (Nervenschäden , durchlöcherte oder ausgeleierte oder kaputt gedehnte Körperteile….) resultieren, oder mit deren Spuren ich im Alltag nicht mehr normal funktionieren kann (Hörstürze, arg verdroschene Füße, Platzwunden am Arsch, Veilchen oder schlimmeres im Gesicht….) Bleibende Spuren in Form von Narben durch ein Branding oder in Form eines Tattoos, als Eigentumsmarkierung? Wenn die große beiderseitige Liebe der nächsten 30 Jahre vorbeikommt, sag ich nicht nein.

Prostitution, Parkplätze, oder eigenständiges Aufreißen und Abschleppen irgendwelcher Typen auf Geheiß. Sorry, nicht meine Welt. Parkplätze? Echt? Und was, wenn nur Vorführung oder zuschauen lassen? Hm?

Pet Play, zumindest jenseits von Decke, Napf und Plug mit Schwanz. Also diese komplette Hund/Schwein/Pferd/Pony etc-Sache. Ich identifiziere mich als erwachsene Frau und das wars auch schon. Soso. Katzenschwanz und auf der Decke pennen würde ich also mitmachen, wenn es sein müsste? Schon wieder so ein aufgeweichtes Kompromiss-Tabu….

Die meisten Sachen im Klinik-Bereich. Aufblähungen, Infusionen, Harnröhrenmanipulationen, Vernähungen, extremere Nadel-Geschichten……Aber Nadeln sind nicht total ausgeschlossen? Nur nix extremes? Und so ein bisserl Gynstuhl mit etwas Dehnung wäre doch ganz geil….

Public Humiliation in der öffentlichen Öffentlichkeit. Weil ich nicht zwischen Vanillas gezerrt und geoutet werden will, und weil ich es auch den Vanillas da draußen gegenüber extremst übergriffig empfinde, sie ungefragt mit BDSM zu überfallen und zu belästigen. Aber im Café mehr küssend halb zu liegen als zu sitzen, das ging dann doch.

Das sind die Dinge, die mir momentan so spontan einfallen. Klingt wie eine lange Liste? Ist es aber nicht. Es gibt im BDSM fast nichts, das es NICHT gibt, und meine Tabu-Liste ist ein verschwindend kleiner Ausschnitt sämtlicher Praktiken, Handlungen, Spielarten oder Richtungen, in die die Sache sich entwickeln kann.

Und wie man an den kursiv gedruckten Anführungen innerhalb der wirklichen “Tabus” sieht, neige ich auch innerhalb der Tabus zu Kompromissen, und weiche sie auf, und hole raus, was irgendwie noch machbar ist… Ja, ich bin standhaft, wie gesagt. Nicht.

Alles andere außer den wirklich knallharten Tabusachen für mich, ist meiner Erfahrung nach vom Gegenüber abhängig. Das Loslassen können, die Kontrollabgabe, das tiefe Vertrauen zum Überbordwerfen (fast) der gesamten Tabuliste irgendwann einmal, und das Safeword gleich mit, steht und fällt mit dem Herrn. Mit dem Gefühl der Sicherheit und des Vertrauens.

Beispiel gefällig? Ich würde einem random Spielgefährten, den ich noch nicht gut kenne, oder einem Spielpartner, mit dem es keine tiefere Bindung gibt, niemals erlauben, mich zu würgen, oder mir mehr als eine ganz leichte, spielerische Watschn zu geben. Er dürfte mir niemals mit Nadeln ankommen. Er dürfte definitiv niemals irgendwas mit NS (Natursekt, also Piss Play) mit mir machen. Er dürfte mich nicht verbal krass erniedrigen (also jenseits von “kleiner Schlampe”). Er dürfte mir auch nicht in den Mund spucken, oder verlangen, dass ich seinen Arsch rimme. Er dürfte mich nicht in ein Pornokino schleifen, oder mir ein MM(MMM)F organisieren. Und noch viele andere Dinge nicht.

Der “Richtige”, also der, der mich kennt, mit dem die Chemie stimmt, mit dem ich eine tiefe Bindung auf D/s-Ebene aufbauen kann, und bei dem ich einfach das Gefühl habe, dass “es passt” zwischen uns…..DER darf das alles früher oder später. Und wahrscheinlich noch viel mehr. Manche gerade eben als Beispiele zur Veranschaulichung aufgezählten Dinge sind da total einfach für mich, manche sind auf meiner Horror-Liste. Aber sie sind beim richtigen Herrn eben kein Tabu, sondern etwas, das ich vielleicht deutlich mehr fürchterlich als geil finde, aber aus meiner Devotion heraus tue oder tun würde. All die Dinge, die einen gewissen Horror oder eine gewisse Angst in mir erzeugen, oder die nicht geil, sondern erniedrigend für mich sind, stehen und fallen mit dem Gegenüber. Deshalb halte ich mich mit ausufernden Aussagen bezüglich Tabus eher zurück. Ich habe vieles noch nicht probiert, und kenne ja noch lange nicht alle schmutzigen Taschenspielertricks und Gemeinheiten, mit denen Dom so ums Eck kommen könnte. Deshalb kann ich zu Anfang einer Beziehung gar nicht genau sagen, was womöglich für mich wirklich nicht geht, und was ich zu tun bereit bin. Und ehrlichgesagt, fange ich was anderes als eine Beziehung, die mir diese Nähe und Vertrautheit in Aussicht stellt, gar nicht mehr an.

Das bringt mich zum nächsten wichtigen Punkt bezüglich Tabus. Man muss REDEN. Ganz viel, ganz oft, ganz lang, ganz ehrlich. Man muss sagen, welche Erfahrungen man schon gemacht hat,wo eventuell Trigger oder ein altes Trauma liegen (z.B. bei mir persönlich die Sache mit dem Natursekt), wo Ängste sind. Man muss sich vorab informieren über Praktiken und Kinks, und sich Gedanken machen, was man sich vorstellen kann und was eben nicht. Ein Vordruck hilft, oder ein Neigungsbogen. Oder man scrollt durch das A-Z der Begriffe in der Sklavenzentrale. Man kann googlen, Wikipedia bemühen, oder andere Leute auf Twitter fragen. Denn wie soll man denn Tabus erdenken und verhandeln, wenn man keine Ahnung hat, was es alles gibt, und wie sich Dinge anfühlen? Ich kann mich erinnern, wie naiv ich vor einigen Jahren bezüglich Stockschlägen und -spuren war. Ich habe später Bauklötze gestaunt, WIE weh das tat, und zwar schon lange bevor es die Spuren gab, die ich so als Grenze gedacht hatte. Pah!

Anfängliche Tabulisten sollte man, vor allem, wenn sie von Neulingen kommen, nicht als in Stein gemeißelt betrachten. Gute Herrschaften wissen das, lassen Nachverhandlungen zu, und re(a)gieren empathisch und nicht mit Eisenfaust bezüglich irgendwelcher Dinge, die ja schließlich nicht auf der Tabuliste stehen. Mit dem rücksichtslosen Durchdrücken von allem, was auf keiner Liste ist, tut man sich keinen Gefallen.

Und wenn ich gerade dabei bin, last but not least sozusagen: Wenn man sich in einer glücklichen D/s-Beziehung voll Vertrauen und Geborgenheit dazu entscheidet, die Tabuliste und das Safeword aufzugeben, und TPE zu leben, also den Metakonsens, und damit der Herrschaft komplett freie Hand gibt, was mit einem geschieht und wann….dann sollte das vernünftigerweise immer mit einem Menschen sein, der sehr ähnliche Vorlieben und Abneigungen hat wie man selbst. Vielleicht mit ein paar “Challenges” darunter, die aber kein Riesen-Tabu für einen sind. Dürfte klar sein, warum? Und man sollte sehr sorgfältig einen Menschen auswählen, der es gut mit einem meint, und der kein Arsch ist. Auch nicht manchmal. Sondern gar nicht. Sonst wird man spätestens im TPE, also ohne Tabus, eine gewaltige Bruchlandung machen. Das oftmals in der Vanillawelt zitierte Sprüchlein “Gegensätze ziehen sich an” funktioniert im BDSM genau null Minuten.

So, das war alles, was mir momentan zum Thema TABU eingefallen ist. Eventuelle spätere Eingebungen findet man dann hier drunter….

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Die Koni

Dieser Beitrag kommt unterteilt in Teil 1, der zeitlich vor ca 10 Tagen angesiedelt ist, und in Teil 2 – heute. Ich habe es zeitlich wieder einmal nicht geschafft, so zu bloggen, wie ich mir das eigentlich vorgestellt hatte. Ich bin übrigens medizinischer Laie, und nur mit solidem Halbwissen ausgestattet. Also möge man nicht jedes meiner Worte auf die Goldwaage legen, ok? Wer eine medizinische Abhandlung sucht, der möge Wiki bemühen. Danke.

Teil 1.

Klingt irgendwie niedlich, wenn die Gyn daheim, oder die Chirurgin in der Klinik von “der Koni” reden. Oder die Mitarbeiterin in der Patientenaufnahme. “Ach, zur Koni. Hatte ich auch, da war ich am nächsten Tag wieder fit.”

Nun denn. Aber eine mords OP-Vorbesprechung, Blutabnahme, Untersuchung, zig Fragebögen, und eine Narkosevorbesprechung, auf die ich hier jetzt schon eine geschlagene Stunde warte, braucht es dann doch. Mit Erläuterung sogar der an den Haaren herbeigezerrtesten möglichen Komplikationen. Haha. Toll.

Ich dachte mir, ich schreib mal einen Blogeintrag da drüber. Ein Thema, von dem man nicht viel hört, und auch nicht viel liest. Das Frau wohl meist gerne totschweigt und still für sich löst. Aber ihr kennt mich ja, still sein ist nicht so meins. 😉 Und ich denke auch, dass man da mal drüber reden muss, was da läuft und wie das so ist. Weil es etwas ist, dem Frau im Ernstfall nicht dauerhaft ausweichen kann, und das unter Umständen echt übel enden kann.

Also was ist denn jetzt diese “Koni”?

Eine gynäkologische OP, bei der die Spitze des Muttermundes, der Eingang in den Gebärmutterhals, also des Dings ganz hinten in der Vagina, gegen das Mann beim GV mit dem Penis dagegenwummert (wenn er das schafft ;)) , kegelförmig (lat. Konus) weggeschnitten wird, und dabei die Blutgefäße lokalisiert und gleich währenddessen mit Strom verbrutzelt werden, damit es keine Riesensauerei gibt. Der Muttermund wird dabei verkürzt, und es entsteht Narbengewebe, weshalb das Ganze für Frauen, die noch Kinder wollen, nicht so das Gelbe vom Ei ist. Weil da ja ein intakter, unverkürzter, unvernarbter Muttermund vorteilhaft ist.

Und warum macht man sowas, um Gottes Willen???

Ja, freiwillig bestimmt nicht. Sowas macht man, wenn man sich irgendwann mal bei irgendwem mit HPV infiziert hat im Zuge des – ungeschützten- Geschlechtsverkehrs. Nein, nicht HIV. HPV. Humane Papillom Viren. Das sind Viren, die sich eben dort am Ende des Muttermundes einnisten, recht lange unbemerkt bleiben, und erst mal nix machen. Bis auf die ca 40 (!!) Stämme, die Genitalwarzen verursachen. Das ist ausgesprochen unangenehm, wenn es einen erwischt, denn davon hat man dann nicht ein oder zwei, sondern rudelweise. Der Kelch ging an mir vorüber, Gott sei Dank.

Bei den anderen zig Dutzend Stämmen gibt es Niedrig- und Hochrisikostämme. Risiko deshalb, weil die Dinger eben nicht da ganz still und leise wohnen und nix tun, sondern Zellveränderungen hin zu Krebsvorstufen, und letztendlich Krebs auslösen können. Gebärmutterhalskrebs, in dem Fall. Sie sind aber auch maßgeblich beteiligt an der Entstehung von z.B. Schamlippen-, aber auch von Mund- oder Rachenkrebs. Peniskrebs. Analkrebs. Oha. Na, klingelt’s? 😉

Tja, und bei kerngesunden 20jährigen ist es meistens so, dass das junge, gesunde Immunsystem die Viren plattmacht, und die Infektion ausheilt. Bei nicht so ganz kerngesunden Mittvierzigerinnen schaut es da schon anders aus, leider. Man kann das per Abstrich und Labor alle Vierteljahre kontrollieren lassen, ob die Zellveränderungen schlimmer werden. Aber im Ernst, wer will denn das? Alle 3 Monate gucken ob es schon höchste Eisenbahn ist oder hoffentlich noch ne Weile geht? Nein danke. Und irgendwann bist du dann bei Krebsvorstufen und der Arsch geht dir auf Grundeis. Nein. Weg mit dem Zeug. Ich brauche meinen Muttermund nicht mehr, zumindest nicht zum Kinderkriegen. Davor sitzt zusätzlich noch ein Polyp, der wegen jedem Pipifax blutet, und der den längst überfälligen Spiralenwechsel behindert.

Also machen wir da jetzt kurzen Prozess, und eine kleine, ambulante Generalsanierung eines Bereichs, den ich noch zu benutzen gedenke. 😎

Und weil das sehr viele Leute haben, erkannt oder unerkannt, und weil so gut wie keine(r) drüber schreibt oder redet, mach ich das jetzt. Vielleicht nimmt es dem ein oder anderen Menschen ja die Angst oder die Scham. Laut meiner Gyn ist HPV nämlich WEIT VERBREITET und die Behandlung Routine. Und von den Leuten in meinem Alter, aber auch jünger, sind nur wenige bis gar niemand geimpft. Das mit dem Impfen ist ja erst seit einer Weile aktuell, bzw bekannt, und auch jetzt noch raffen die Wenigsten, dass sie ihre Söhne vielleicht ja auch impfen lassen sollten….

Schätzungen zufolge kommen die meisten Menschen irgendwann mit HPV in Kontakt, da bis dato von den Geschlechtsverkehr ausübenden Jahrgängen fast keiner geimpft ist. Bei Männern ist die Infektion weiter auf dem Vormarsch. Die merken es nicht wirklich, so von wegen Juckreiz, Ausfluss o.ä. Keine erkennbaren Symptome. Außer, sie haben Warzen. Diese können – mit gutem Immunsystem halt – von selber vergehen,und ansonsten entfernt werden. Der Mann bleibt aber Überträger. Das ist wie bei Herpes. Einmal drin, kriegste das nimmer los. Frauen können sich die Viren wenigstens noch wegschneiden bzw wegschmoren lassen, Männer werden meines Wissens nach die Viren ohne gutes Immunsystem schlicht nicht mehr mehr los. So viel also zum Thema “weit verbreitet”.

Das Virus fängt man sich wie gesagt beim ungeschützten Sex ein, und wenn man keine Genitalwarzen bekommt, dann merkt man das gar nicht. Erkannt, dass das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs etwas mit Sex zu tun haben muss, hat man vor vielen Jahren, als komischerweise Prostituierte oft krank wurden, und Nonnen oder sexuell sehr enthaltsame Frauen so gut wie gar nicht.

Und nein, wir machen jetzt nicht mit erhobenem Zeigefinger ein Fass auf, weil ungeschützter Sex EINSELF!!!! Spätestens, wenn man sich in einer festen Beziehung wähnt, und das Gegenüber vertraut wirkt, sauber erscheint, und regelmäßig beim Doktor ist, dann lässt man diese doofen Gummis weg. Tja. Nur wer immer im Ganzkörperkondom rumrennt, bis der Partner einem eine Armada von Testresultaten, Smear-und PAP-Tests und ein paar Bluttests vorlegt, der werfe den ersten Stein. Das Dumme ist halt, dass man andere Infektionen oder STDs mit Medikamenten/Antibiotika, Salben etc wegbekommt. Das HPV bekommt zumindest Frau nur mit einer Konisation wieder weg, außer, sie hat (noch) das besagte super Immunsystem.

Nun gut. Blutabnahme, Gespräch, Untersuchung, Ausfüllen von zig Einwilligungsbögen, Narkosegespräch….alles vorbei. Und nicht einer hat dumm gegrinst oder irgendeine Bemerkung fallenlassen, oder den Kondom-Zeigefinger erhoben. Alle waren nett, professionell, und der Termin steht. Begeisterung sieht anders aus, aber was muss, das muss.

Teil 2.

Heute war der große Tag. Bis 6 Stunden vorher darf man was essen, also ist bei einem OP Termin um 10 Uhr Vormittags spät Abends davor noch ein Sandwich drin. Morgens dann nur noch wenig Wasser. Aber kein Kaffee, nix mit Milch, etc. Nüchtern, halt. Lässt sich machen.

Die OP ist ambulant, d.h. man wird operiert, dann noch ein paar Stunden (2-3) überwacht, und darf nach Hause. Natürlich von einer Vertrauensperson abgeholt. Die 24 Stunden nach der OP soll man nicht allein sein, und darf weder Auto fahren, noch irgendwelche Maschinen bedienen. Kennt man ja.

Ich schildere jetzt, wie es für mich war. Ihr werdet sehen, so schlimm ist das nicht. 🙂 Ich kam da hin, wurde aufgenommen, und Richtung Umkleide verfrachtet. Da musste komplett alles runter. Einmal nackt, inkl eventueller Schmuck (daheim gelassen), Piercings (seit 5 Jahren keine mehr drin), Brücken, Gebiss o.ä. lockere Teile (alles fest), Brille (Hilfe, blind!!!), Hörgerät (nope). Dann gab es Papierschuhe, eine Haube für die Haare, ein schickes Hemdchen (hinten offen wie in amerikanischen Krankenhausserien), und einen sexy Taillenslip aus Netzmaterial (???? warum nur). So ging es ins Bett, unter eine vorgewärmte Bettdecke (hach, Luxus), und dann mit Umweg über das WC ab in den OP-Bereich. Die waren heute Vormittag so schnell, dass ich eine Stunde früher dran war als erwartet. Dafür war ich dankbar, weil ich dann weniger Zeit für Nervosität und Fluchtpläne hatte.

In den OP-Bereich wurde ich geschoben wie ein bettlägeriger Patient. Ist wahrscheinlich ne Versicherungsgeschichte, nehme ich an. Im ersten Vorbereitungsraum durte ich auf eine schmälere, wendigere, ziemlich harte OP-Liege mit Armstützen umsteigen. Seitengitter hoch, ein Gurt zwecks Fixierung (hihihi) über die Beine, und weiter in den OP-Vorraum. Dort durfte ich auf dem Bildschirm an der Decke über mir eine tolle Reportage über die Alpen gucken, und eine OP-Schwester legte mir den Zugang in den Unterarm, drei Finger breit über dem Handrücken, und hängte eine -ich glaube es war- Kochsalzlösung an. War auszuhalten. Im Alltagsleben, jenseits von SM, sprich bei Ärzten, habe ich keine Angst vor Nadeln. (Abgesehen von Lumbalpunktionen. Das hatte ich einmal im Leben, und habe deshalb auch eine Vollnarkose anstatt einer Rückenmarksnarkose gewählt. Mit einer Nadel an meine Wirbelsäule geht mir nie wieder jemand. Ich werde kämpfen und beißen. Ja, SO SCHLIMM ist das. Und ich halte was aus. Aber glaubt mir, ihr wollt das nicht. Ihr wollt eine Vollnarkose.)

Dann kam eine Blutdruckmanschette an den anderen Arm, 3 selbstklebende Überwachungselektroden (?) auf den Oberkörper, und ich bekam einen kleinen Monitor. Und dann kam der Operateur, und stellte sich kurz vor, und smalltalkte über das, was jetzt gemacht würde. Ich sagte, dass ich auf dem WC war, und seit gestern Spätabends nur 3 Schlucke Wasser hatte, und auf einen normalerweise fälligen Blasenkatheter definitiv verzichten wollte. War ok und wurde so weitergegeben. Uff.

Danach war auch schon der Anästhesist da, und stellte sich ebenfalls vor. Und gefühlte 10 Sekunden später atmete ich schon “Sauerstoff” durch eine mit 10 oder 15 cm Abstand über mein Gesicht gehaltene Maske tief ein und aus. Jaja, schon klar. Und ein paar Sekunden darauf sagte er, dass mir jetzt wahrscheinlich gleich schwindelig werden würde, und ja, da hatte er Recht. 😉 Kennt jemand das Gefühl, wenn man beim “Choking” (was es ja eigentlich gar nicht ist) die Arterien außen am Hals gekonnt abgedrückt bekommt, bis einem (fast) die Lichter ausgehen? So ist das. Schwindel, das Gesichtsfeld wird kleiner, du möchtest noch sagen, dass du schon was bemer……..und zack, weg. Kein Einschlafen. Filmriss.

Sprich: das in den eigentlichen OP geschoben Werden, das wie auch immer Gyn-Stuhl-ähnlich gelagert Werden, das die Beine in irgendwelchen Stützen fixiert Bekommen, die Desinfektion des OP Gebietes, das Spekulum (und ich nehme an, die dehnen ordentlich auf), die Desinfektion der Vagina selbst, innen, schlicht alles, was einem irgendwie unangenehm, peinlich, oder auch irgendwie schmerzhaft sein könnte bevor es RICHTIG los geht, kriegt man alles nicht mehr mit. Da ist man längst in Morpheus´Armen.

Das nächste, was ich weiß, war die Stimme des Anästhesisten, dass ich jetzt allmählich wieder wach werden sollte oder könnte, und dass ich einen trockenen Mund hatte als ob ich übelst geschnarcht hätte (Oh Gott, hoffentlich nicht hahaha), und dass ich wie bei bisher jeder Narkose erst mal verblüfft dachte “hä, wie jetzt?” und dann in einer Art innerlicher Bestandsaufnahme erfühlte, dass ich noch in einem Stück war, nichts weh tat, und ich anscheinend noch lebte. Ja, ich bin eher der ängstliche Typ 😉 Kurz darauf sagte jemand, dass alles völig problemlos verlaufen war und alles erledigt wäre. Koni gemacht, Polyp weg, Spirale gezogen, Gewebeproben aus der Gebärmutter, dem Gebärmutterhals, und dem Muttermund genommen.

Ab da war dann alles gut. Ich wurde vom OP-Tisch wieder hydraulisch und rückenfreundlich auf meine Liege verschoben, warm zugedeckt, und mit Monitor und Sauerstoffmessungs-Clip am Finger ins Aufwachzimmer verfrachtet. Dort bemerkte ich nach einer Weile unterm Dösen, dass es drückte oder irgendwie weh tat. Oder beides? Das Gefühl war ein drückendes Brennen. Als die Schwester vorbeikam und fragte, wie es mir ging und ob was weh täte, sagte ich dann halt ja, etwas. “Wie schlimm, auf einer Skala von 1 bis 10?” “Naja, so…..2 oder 2,5 vielleicht”. “Na, dann kriegen Sie bissel was, nicht, dass sich das steigert.” Schwupps, Schmerzmittel in den Zugang, und eine Minute später war das Thema erledigt. Ich wurde von Minute zu Minute wacher, hörte den anderen Patienten zu, bekam mit, dass einem Mann die operierte Hand weh tat, und einer Frau der Fuß wohl SEHR weh tat, denn sie bekam insgesamt 3x Schmerzmittel. Kurz darauf musste sie brechen, genau wie eine andere Frau am anderen Ende es Raums. Das passiert nach Narkosen wohl öfter. Ich persönlich habe noch nie deshalb reihern müssen, oder war länger angeschlagen.

Das heute war eine ca 30-Minütige Maskennarkose bis zum Kehlkopf, aber ohne Intubation, und die habe ich super vertragen. Irgendwann kam dann eine Chirurgin mit dem OP-Bericht, erklärte mir nochmals alles, und zählte auf, was die nächsten 2 bis 3 Wochen flachfallen müsste.

Sauna, Fitness, Radeln, Badewanne, Tampons, Sex, ….alles, was “da unten” reibt oder Infektionen begünstigen könnte. Es wird noch ein paar Tage etwas nachbluten bzw rösa rumferkeln, darf aber nur im Stile einer schwachen Periode sein. Eine in einer Stunde vollgeblutete Binde wäre zuviel und ich müsste dann möglichst gleich zur Gyn. In ca 7 bis 10 Tagen wird der Schorf bzw die Schmorkruste vom Muttermund abgehen, und das wird auch nochmal etwas ferkeln. Die neue Spirale darf dann während der nächsten Periode (die erste seit über 5 Jahren wieder), wenn alles verheilt ist, gelegt werden.

Dann bekam ich noch eine der Ursachen für das drückende, unangenehme Gefühl in mir entfernt: die große Tamponade, die direkt nach der Koni eingelegt wurde, um Druck auszuüben und eine Nachblutung zu verhindern. Einmal gezogen, zack, weg. Tat nicht weh. Ab da saß ich dann aufrecht. 2 starke, heiße Kaffees und eine Breze später durfte ich aufstehen, mich anziehen, aufs Klo…..und nach Hause. Mit Abholer, nicht allein.

Und jetzt ist es Mitternacht, und ich hatte den ganzen Tag weder Schmerzmittel, noch Schmerzen. Keine übermäßige Nachblutung, keine Beschwerden. Topfit, abgesehen vom üblichen hundemüde. Alles gut.

Da die in den Vorab-PAP-Test ermittelten Zellveränderungen noch moderat waren, und ansonsten auch weder irgendeine Schleimhaut irgendwo, noch der Ultraschall auffällig waren, sehe ich den zytologischen Ergebnissen relativ panikfrei entgegen. In ca 2 Wochen ist Termin bei der Gyn.

So. Langer Eintrag. Ihr seht, es gibt natürlich tollere Dinge, aber eine Konisation ist nichts schlimmes. Die Vorbereitung geht zwar gefühlt in Richtung Herztransplantation, wenn man bedenkt was für ein kleiner Eingriff das ist, und dass wir hier über eine Stelle reden, die ungefähr so groß ist wie eine Daumenspitze. Aber es ist halt eine OP, und beinhaltet eine Narkose, und da hängt man dann eben in diesem System drin. Aber es ist wirklich nicht schlimm, ich habe seit dem Aufwachraum weder Bauch- noch Rückenschmerzen, und mache morgen wieder mein ganz normales Ding. Es muss einem nicht peinlich sein, dass man sich “sowas” eingefangen hat. Keiner reitet drauf rum. Dafür haben das einfach zu viele Menschen. Man ist in keiner Sekunde einer potentiell erniedrigenden Situation ausgesetzt, oder muss vor der versammelten Mannschaft im Wachzustand im Gynstuhl liegen. ( Nein, das ist hier kein BDSM-related Blogbeitrag. Nix Klinik. Das ist hier Krankenhaus. Das ist was GANZ anderes)

Es hat mir vorab vor dem Tag gegraust, und vor der Narkose, und überhaupt….Aber ich bin im Nachhinein jetzt echt froh, dass ich mich nicht gedrückt habe, und das habe machen lassen. Ohne Viren in mir drin, die ich nicht loswerde, und die mir irgendwann ernste Schwierigkeiten machen könnten, ist das Leben leichter. Und angeblich kann HPV sich zukünftig nur noch sehr schlecht einschleichen. An einem vernarbten Muttermund kann das Virus sich nicht mehr gut häuslich einrichten.

Ich hoffe, ich konnte dem/der Ein- oder Anderen hier die Angst bzw das ungute Gefühl und die Unsicherheit vor der Koni nehmen, und zusätzlich allen Lesern, die sich noch keine Gedanken gemacht haben, einen Schubs geben, sich – m/f/d – testen zu lassen, auf ihren Muttermund aufzupassen, und die eigenen Kinder rechtzeitig zu IMPFEN. Auch die Jungs. HPV ist ne Volksseuche, Leute. 😉

Nachtrag , gut 3 Wochen später:

Die Heilung verlief ohne Probleme. An Tag 8 wurde aus dem rosa Getröpfel eine mittelstarke Blutung, wie prophezeit. Diese hielt eine gute Woche lang an, was für das Ablösen des “Schorfes” (der ja keiner ist, weil Schleimhaut) etwas lang und ungewöhnlich wäre. Ich sollte so 2 Wochen nach der Koni aber sowieso zur Kontrolle zur Gyn, und es stellte sich als stinknormale Regelblutung heraus. Schließlich war die Hormonspirale bei der Koni mit gezogen worden, und zack, Blutung. Sowas ist man nach 5 Jahren Luxus ohne Blutung gar nicht mehr gewohnt. Inzwischen ist aber alles weg. Bei der nächsten Butung kommt die neue Hormonspirale rein, und dann bin ich wieder einsatzbereit. 😉

2 Sachen waren nicht so schön hinterher.

Erstens mal, dass am Tag 1 nach der Koni es sich nach einer empfindlichen Stelle an der Schleimhaut anfühlte, was ab Tag 2 beim Pinkeln weh tat, und sich an Tag 3 nach Begutachtung im Handspiegel als stark geschwollene, knallrote kleine Schamlippe links erwies. Holla. Wie das? Nun, in den darauffolgenden 1-2 Tagen kam ein dunkelrotes Streifenmuster durch, 2 rote Streifen auf hellrotem Grund. Ich nehme an, die Schlinge. Das heißt, der Operateur hat mir beim Rausziehen der glühend heißen Schlinge ein Branding verpasst. Soll nicht sein, aber kann. Aua. Da halfen ein paar Tage Tyrosur Gel, und danach eine Wund- und Heilsalbe. Alles wieder gut inzwischen.

Das zweite war der zytologische Befund. Ich ging ja mit 3D2- Befund in die OP. Also deutliche Dysplasie, aber mehr auch nicht. Im Befund der Zytolgie waren jetzt aber 4A Zellen. Das heißt, Krebsvorstufe. Höchste Eisenbahn. Nochmal Schwein gehabt. Daran knappse ich noch immer etwas, bzw werde mir mehrmals am Tag klar, dass ich vielleicht ein halbes Jahr und einen verbummelten PAP-Test weiter fürchterlich in der Scheiße hätte stecken können. Das hat mir jetzt genug Schreck eingejagt, um sofortigst einen Termin für eine Darmspiegelung vereinbart zu haben, die ich auch schon ewig schiebe.

Und Ihr geht brav zum Doktor, ne.

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Doms Aufgabengebiete oder wofür hat man den denn, wenn er nix entscheidet???

Nach ein paar WA zum Thema mit der lieben @Wortkomponistin dachte ich mir, ich schreib die Gedankengänge mal etwas “öffentlicher”. Vielleicht lesen es ja ein paar selbsterklärt dominante, dem D/s zugeneigte Männer, und lernen vielleicht sogar was dabei.

Auf das Thema kamen wir durch eine Konvo über Partykleidung, und Frauen, die nicht wissen, was sie anziehen sollen. Gut, unsicher ist man immer, unabhängig davon, ob man lange dürre Haxn hat oder nicht, aber im Zweifelsfall sollte für die Endabnahme des Outfits und die Entscheidung dann eigentlich der Herr da sein. Wofür hat man den denn, wenn er nix entscheidet? Das war der Beginn des Gedankenganges, dem ihr jetzt diesen herrlichen Eintrag hier verdankt.

Wieder einmal ist dieser Eintrag SUBJEKTIV gehalten, das heißt ihr müsst nicht so denken und D/s so wollen wie ich, aber mein Kopf denkt halt so.

Bei meinem letzten Herrn durfte ich meinen Alltag behalten, weil es einfach kaum zu machen, und unrealistisch ist, Leute 24/7 bei der Arbeit und im Familienleben dauerreglementieren zu wollen. Hose im Job? Klar. Flache Arbeitsschuhe? Ja, was denn sonst. Da High Heels oder nur noch Röcke, oder nie mehr Unterwäsche (auch nicht bei -23 Grad im Januar!!!!) zu verlangen, oder Subs eine Woche im Metallkeuschheitsgürtel in ihren Alltag zu entlassen? Sorry, auf sowas kommen nur Spinner.

Aber für TREFFEN, oder gemeinsame Zeit, oder Sessions, oder für irgendwas, das mit BDSM zu tun hat, will ich fragen müssen. So bin ich halt. Zuletzt ging ER mit mir shoppen, und seitdem habe ich 2 kurze, schwarze Röcke daheim, die ich mir nie im Leben gekauft hätte, weil sie mir viel zu kurz sind, die mir aber zugegebenermaßen gar nicht schlecht stehen. Dieses durch den Laden bummeln mit ihm, und hiflos zusehen, wie ER Sachen aussucht, und auf ein gebrummeltes “och nö…” nur einen Blick und ein “das entscheidest nicht du” zurück kriegen…..das macht mich an. Und ist doch das Salz in der Suppe, schließlich.

Ich kann mich auch erinnern, dass ich einmal -ohne zu fragen – Unterwäsche bestellte. Nur zum Anprobieren, aber sie war halt für Treffen gedacht. Das war wieder einmal so ein Fall, wo ich etwas besonders gut machen wollte, und mein vorauseilender Gehorsam – um drei Ecken rum- mir zum Verhängnis wurde. Weil ich da hätte fragen müssen. Das tat dann beim nächsten Treffen weh. Und…..auch DAS macht mich an. Nicht unbedingt die Strafen. Denn wenn man jemanden hat, der das ernstnimmt und nicht nur wischiwaschi spielt, dann fordert man Strafen besser nicht heraus. Aber das Gefühl, dass es durchgezogen wird, und Mann zu seinem Wort und den Vereinbarungen steht. Die Führung hat, die Kontrolle hat. Dass ich nicht aus der Sache rauskomm. DAS macht mich an.

Und im Umkehrschluss lässt das Fehlen dieser “Merkmale” mein Interesse an jemandem recht schnell erkalten. Es geht ja nicht nur bzw nötigenfalls um Klamotten und Schuhe, oder die Frage “Höschen, oder unten ohne?” Es geht um mehr. Es geht um den D/s-Gedanken per se. Dass ER führt, und ich mich führen lassen will. Es geht um den Gedanken, Eigentum zu sein. Es geht um das Wissen, dass er sich Arbeit und Gedanken macht, was er wann von mir verlangen kann, und wie er mich fordern und mein Hirn beschäftigt halten kann. Es geht darum, dass die oftmals großen Töne, die viele Herrschaften anfangs gerne spucken, auch noch nach 2 Wochen deutlich hörbar sind, und nicht mit einem leisen Meersau-Quietscher im Nirvana des seichten Alltags verschwinden.

Das ist übrigens für mich persönlich bei schriftlichem Kontakt zu potentiellen Anwärtern um den Job immer ein recht sicheres Kriterium:

Wie reagiert er auf spielerisch anzügliche Bemerkungen? Kann er mit Sprache jonglieren? Kann er zwischen der Zeilen lesen? KAPIERT ER, was ich sagen will, und steigt er drauf ein? Und was kommt dann von ihm? Dummgeschwätz, unerotisches Bla, niveaubefreites Übers-Ziel-Hinausschießen? Ignoriert er es und schreibt weiter, als wäre ich irgendeine Bekannte? Oder hat er die sich ihm bietende Chance gar nicht gerafft, und steigt deshalb nicht drauf ein? Oder macht er den Eindruck, gar nicht zu wollen? Kommt er Möchtegern-dominant rüber und ich finde ihn nur irgendwas zwischen langweilig und peinlich? Oder ist er so ein extrem seltenes Exemplar, das das Spiel mit der Sprache beherrscht, und es vermag, einem ganz beiläufig selbst härtestes Sex-Vokabular so gekonnt an den Kopf zu knallen, dass es kein turn-off ist. Sondern das Kopfkino von 0 auf 100 geht, und die Worte so nach natürlicher Dominanz “riechen”, dass frau schon beim Lesen spüren kann, wie sich ein Stockwerk tiefer alles zusammenzieht. Fuck yes. Das sind die Guten. Die sind nur leider selten.

Ich schweife ab…..obwohl, eigentlich doch nicht. Diese Fähigkeit, mit Sprache zu spielen, ist nämlich wichtig, um auch später noch seine Wünsche, Anträge, Aufträge so rüberzubringen, dass Sub ihm aus der Hand frisst. Ihr Männer glaubt ja gar nicht, was gezielt eingesetzte und klug gewählte Worte in Schrift oder auch (auf)gesprochen, bei uns auslösen können. Und wenn ihr es wissen solltet, warum zum Henker benutzt ihr das Wissen dann nicht?

Es soll da ja so Frauen* geben, die auf gekonnt rübergebrachte Befehle hin fast schon wegschwimmen, bevor sie überhaupt angefangen haben, die Aufgabe in Angriff zu nehmen. Frauen, die sich wünschen, auf sie zugeschnittene, perfekte Erniedrigungen zu hören, gepaart mit ein paar liebenden Ohrfeigen. Frauen, die ab und zu das gute alte “Du gehörst mir” hören oder lesen wollen. Und die Dominanzgehabe á la *auf dem Nachhauseweg unvermittelt am Hals gegen die Wand drücken und mit der anderen Hand zwischen die Beine fahren* oder *beim Küssen im Nacken packen und so fixieren* lieben.

**mich

Warum machen so viele von euch das nur zu Anfang, und lassen dann schnell stark nach? Genauso wie bei euren Nachrichten oder Messages? Wenn dieses D/s-Ding halbwegs klappen soll, dann müsst ihr euch bemühen. Nicht nur einmalig. Nein, auch nicht andauernd. Aber konstant. Denn wenn mal 2 Wochen kein Gespräch über Orgasmuskontrolle bzw Wichsen stattfindet, und ihr anfangs NATÜRLICH die Kontrolle da drüber wolltet, aber danach weder Aufträge noch Verbote erteilt, noch euch drum kümmert, warum Sub seit 3 Wochen nix mehr dazu gefragt hat…..wieso soll Sub sich dann noch an etwas halten, oder euch informieren? Wer so viel Desinteresse zeigt, dem muss man diesbezüglich auch nicht mehr gehorchen. Ist euch ja eh egal, anscheinend.

Und so schaut es in vielen Bereichen aus. Wir folgen gern, unsere Submissivität und unsere Bereitschaft zur Hingabe und zum Gehorsam ist geweckt, und wir sind wie ein Hund, der wedelnd zu Füßen des Herrn sitzt und sehnsüchtig darauf wartet, dass er endlich dieses verfickte Stöckchen wirft. JA DANN WERFT ES HALT AUCH, HERRGOTT. Seid mal etwas kreativ.

Das ist auch so eine Sache: Ihr seid die Doms. Die Herren. Wölfe. Leader. Was auch immer. Dann führt doch bitte auch. Sucht euch ein Szenario aus. Plant die gemeinsame Zeit. Seid kreativ dabei und übernehmt die Kontrolle. Es gibt nicht viel, was ein größerer turn-off für mich ist als ein Dom, dem ich Vorschläge machen und Anweisungen geben muss wie einem großen Kind, das nicht weiß, was es tun soll oder könnte.

Probier doch mal Xy aus.

Wie wäre es , wenn du zuerst AB benutzst, und dann CD.

Wir könnten doch dieses und jenes…

Fessel doch mal so und so.

Benutz doch mal die Augenbinde…..

Es gab schon Männer, denen ich meinen Wunschzettel präsentieren konnte, und den haben sie dann treuherzig und gewissenhaft abgearbeitet. Klar, war nett. Frau weiß, was kommt, und das sind dann ganz entspannte Stunden mit Orgasmusgarantie. Aber mit BDSM hat das nix zu tun. Das ist…nett, eben. Mehr nicht. Keine Spannung, kein Anflug von Angst, keine Grenzgänge. Nett.

Und dieses selber die Kontrolle haben, sich selber die Session ausdenken, den Alltag selbst mit etwas Kopfkino aufzuhübschen, selbst kreativ sein müssen, selbst den Dom anstupfen zu müssen, ob er denn nicht Anweisungen geben oder Aufgaben oder Hausaufgaben geben möchte??? Ob er denn nicht mal die Klamottensache übernehmen könnte? Ob er denn nicht Strafen einführen könnte? Ob er denn nicht mal mit mir raus gehen könnte? …..

Ganz ehrlich? Das ist nicht mein Scheiß-Job. Das ist DEINER. DU bist der Herr. Schon vergessen? Ich bin nicht deine Mama, und nicht deine Lehrerin. Du sagtest, du wärst erfahren? Dann MACH MAL. Ich bin hier, um loszulassen und dir zu folgen, und nicht, um wieder kontrollieren und planen zu müssen. Wie soll ich das mit dem Loslassen denn hinkriegen, wenn ich es de facto nicht kann? Also führe doch bitte. Und zwar nicht nur alle heiligen Zeiten mal, sondern IMMER. Manchmal subtil und ganz im Hintergrund, und manchmal ganz offensichtlich. Ein paar WA innerhalb 24 Stunden müssten drin sein. Das dauert ein paar Sekunden. Die hast du, da bin ich sicher. Du weißt den abgesteckten Rahmen, du weißt, was du wann schon tun kannst und was nicht. Das ist dein Kerngeschäft. Dein ursprüngliches, grundsätzliches Aufgabengebiet. Sei kreativ, sei konstant, sei verlässlich.

Dieses mal Hü, mal Hott, anfangs volle Pulle D/s, und dann nix mehr, manchmal Strafe, manchmal vergessen oder zu faul, sich nicht um die Einhaltung von Absprachen kümmern, sich nicht um die SUB samt ihrem Kopf kümmern, das ist der Tod. Und da verliert Frau dann das Interesse, und die Bereitschaft, sich drauf einzulassen, geht hopps. Der Zauber ist weg.

Und das kann doch keiner wollen.

P.S. ich sage hier definitiv nicht, dass ein Dom die ganze Beziehungsarbeit allein stemmen muss, und noch dazu täglich die wildesten Szenarien entwerfen und durchziehen. Und täglich vor Stärke und Dominanz strotzen.

Nee, überhaupt nicht. Aber die grundsätzliche Fähigkeit, die Dinge, die er sich in seinem versauten Hirn ausdenkt, eloquent rüberzubringen, und zwar ohne das Zutun der Sub. Und die Kreativität, sich überhaupt versaute Dinge auszudenken.

Das sollte ein Mensch mit Führungsanspruch schon haben. Nur, weil man Herr sein will, ist man aber noch längst kein guter. Reden, lesen, sich was abgucken, lernen.

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