Paradigmenwechsel

Joa. Ich wusste, dass es so kommen würde. Nicht nur, dass seit 2 Jahren auf die Bedürfnisse und Grundrechte von Kindern, Behinderten und Vorerkrankten, vor Coronainfektion geschützt und möglichst körperlich unversehrt zu bleiben, geschissen wird von der Politik, zugunsten der heiligen Wirtschaft und der Wählerstimmen irgendwelcher wohlstandsverwahrloster Rotzlöffel.

Nein, seit einiger Zeit wird mehr und mehr ganz offen das Narrativ gepflegt, dass die Vorsichtigen, die Umsichtigen, die mit Vorerkrankten in der Familie, die, die verstanden haben, dass Corona eine Multisystemerkrankung und ein neurotropes Virus ist, das einem das restliche Leben auf vielfältigste Weise versauen und verkürzen kann, und zwar unter Umständen erst in ein paar Monaten oder sogar Jahren….dass diese Menschen “ängstlich”, “panisch”, neurotisch”, “wahnhaft” oder “sozialphobisch” seien. Ah ja. Klar. Corona ist ja nicht schlimm, Ominkron nur ein Schnupfen, alles ganz mild™, und wer sich nach zwei Jahren noch schützen will, der ist halt so ein verkorkster Bunkerhocker und mit dem stimmt was nicht. FrEiHeIT!!!

Und die Gruppe, die 2 Jahre lang auf die armen Alten, die Schwachen, die Omas und Opas am meisten schauen sollte, und sich am meisten einschränken sollte, nämlich Kinder und Jugendliche, werden jetzt halt untern Bus geworfen , weil der Rest sich nicht mehr einschränken will, und keine Lust mehr auf Corona hat. Also ehrlich, wo kämen wir denn da hin, wenn die andere Seite des “Generationenvertrags” auch erfüllt werden würde? Im Gegenteil, gut 3 Mio Menschen über 60J sind in Deutschlands nicht mal geimpft. Die möchten nicht. So so.

Und zu einer allgemeinen Impfpflicht, um diese Herrschaften vielleicht mal einzufangen, konnte man sich auch nicht durchringen bis dato. Und bis man das eventuell doch kann, kriegt man sie nicht mehr durch. Weil die Welle durch ist, und die nächste noch nicht da. Und prophylaktisch wird es doppelt schwierig. Und vorbereiten auf den Herbst tut man sich natürlich nicht. Wäre ja zu viel der Arbeit, und würde was kosten, womöglich.

Man ist ja zur Zeit voll dabei, dieses Virus der Bevölkerung als “mild und endemisch” zu verkaufen. Wovon weder das eine noch das andere stimmt. Aber hey, wer braucht schon Fakten. Wem die nicht gefallen, der bastelt sich eigene. Oder verkürzt und verbiegt Expertenaussagen, Studien oder Berichte bis zum Gehtnichtmehr, und plappert dann völlig Sinnentfremdetes lustig in Talkshows oder in der BLÖD in die Welt.

Für halbwegs sicheren Unterricht plädierende SuS werden als wahlweise faule oder ängstliche Dödel hingestellt, ihre LuL gleich mit. Wieler wird bei jeder Gelegenheit als “ahnungsloser tIeRArzT” verunglimpft. Leute, die für die Umsetzung der RKI Richtlinien kämpfen, werden in Querdenkernähe gerückt (wtf??), und die Präsidentin der KMK macht infame Tweets und Falschaussagen ohne Ende und wenn sie völlig zu Recht hart kritisiert wird, opfert sie rum und stilisiert sich als Opfer eines enthemmten Mobs. Komisch, ich dachte immer, der enthemmte Mob wären Reichstagsgebäude stürmende, Journalisten bespuckende, mit Nazis spazierende, und Fackeln vor Politikerhäusern aufmarschierende Querdeppen. Hab ich wohl verwechselt. My bad.

Ich kann mir vorstellen, wie es weitergeht.

Die Impfpflicht kommt nicht. Es werden keine Vorbereitungen für den Herbst, bzw für weitere Wellen und evt bedrohlichere und kranker machende Varianten. Die Masken in der Öffentlichkeit sollen noch ein bisserl bleiben, aber es hält sich kein Schwein mehr daran, weil kein Bock, ne. Schulen werden weiter vernachlässigt. Es werden keine Therapeuten, Sozialarbeiter oder Psychologen “aufgestockt”. Im Frühsommer gibt’s den angepassten Impfstoff (der bis dahin hoffentlich nicht völlig veraltet ist). Wer will, soll ihn nehmen. Die Verteilung wird mittelprächtig klappen, und die Gruppe U12 bzw U5, die ihn am meisten braucht, geht leer aus. Die Wirtschaftshilfen laufen aus. Wer Long Covid bekommt, der muss schauen wo er bleibt. Wahrscheinlich alles psychosomatisch. So ne Pandemie und ein Leben ohne die besten 37 Freunde jeden Tag hält halt nicht jeder aus.

Und im Herbst tun wir dann wieder so, als hätte man das alles ja nicht ahnen können. Hat einen ja auch keiner gewarnt. Maßnahmen und Digitalisierung werden Zeit brauchen, und über eine Impfpflicht muss erst mal beraten werden.

Repeat.

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“Ist ein Masturbationsverbot bei Sub sinnvoll?”

Diese Frage stellte neulich jemand in einem JOY-Forum, und ich stolperte zufällig darüber und war einen Tag lang gut unterhalten durch die Antworten und die natürlich wie immer unvermeidlichen Streitereien. Da sind die Foren auf Plattformen wie Joy oder SZ kein bisschen anders als Twitter.

Ich habe mir dabei aber auch meine eigenen Gedanken zu dem Thema gemacht, zumal ich schon mehrmals in D/s-lastigen Beziehungen war, in denen Orgasmuskontrolle ein Thema war. (Spoiler: das hat nie gut funktioniert. Dazu aber später mehr). Dabei bin ich – mal ganz generell gesprochen- zu dem Schluss gekommen, dass man erstmal unterscheiden muss zwischen den verschiedenen “Arten” der Beziehung.

In reinen Spielbeziehungen wird es bei Vielen vielleicht eher keine Einbeziehung der sexuellen Selbstbestimmung von Sub geben, für außerhalb der Treffen. In eher D/s-lastigen 24/7-Beziehungen schon, und in Verbindungen, welche Richtung TPE neigen, wohl definitiv. Je ernster und allumfassender das Ganze wird, desto mehr gilt der Gedanke, dass Subs Körper und was er/sie damit tut, der Herrschaft gehört. Und dann muss eben um Dinge gefragt oder gebeten werden.

Und dann muss man noch zwischen den Arten des Masturbationsverbots, bzw nach dem Zweck, dem das Ganze dienen soll, unterscheiden. Und wenn man es ganz genau nimmt, kann man dann nochmal unterscheiden, zwischen Masturbation und Orgasmus. Wer wichsen darf, darf deshalb ja noch lange nicht kommen zwinkizwonki…

Man kann ein generelles Verbot aussprechen, und Sub “keusch” halten, teils über lange Zeit. Das kenne ich vor allem von männlichen Subs, oft mit Peniskäfigen ausgestattet. Da ist das Verbot ein fester Bestandteil der Dynamik, und Masturbation ist vielleicht nur mal an hohen Feiertagen überhaupt erlaubt.

Man kann die Masturbation und vor allem den Orgasmus daran koppeln, dass Sub darum bitten oder betteln muss, und dann wird es eben manchmal erlaubt, und manchmal eben nicht.

Man kann die Erlaubnis als Belohnung erteilen, wenn ein bestimmtes Verhalten oder bestimmte Taten oder das Ertragen von Schmerzen o.ä. belohnt werden sollen.

Man kann eine generelle Erlaubnis erteilen, die zeitweise widerrufen wird, als Strafe für ein Fehlverhalten oder weil Dom eben seine/ihre sadistisch-fiese Seite rausholt.

Man kann die Erlaubnis an die Erfüllung von Aufgaben oder Aufträge koppeln.

Man kann die Erlaubnis an einen “Kaufpreis” koppeln, der ins Strafbuch eingetragen werden, und bei der nächsten Session “abgearbeitet” werden muss.

Man kann den Spieß natürlich auch umdrehen, und Sub zigmal am Tag wichsen lassen, was auch irgendwann lästig oder unangenehm werden kann. Oder man lässt Sub edgen, also sich bis fast zum Orgasmus bringen, und dann muss er/sie stoppen. Frust pur.

Es gibt zig Möglichkeiten, mit denen Dom da spielen kann. Hauptsache, man bringt etwas Kreativität und Phantasie rein. Was ich persönlich nämlich furchtbar öde finde, ist wenn Doms immer dieselbe Schiene fahren. “Ihr Körper gehört mir, und wenn sie wichsen will, dann hat sie zu fragen!” Ja, ist schon klar. Aber auf Dauer halt etwas sehr öde, wenn ich das mal ganz wunschzettelig bemerken darf.

BDSM ist nämlich -in my book- eigentlich ein Bereich der Sexualität, der von Ideenreichtum, Neugierde und Abwechslung lebt. Man könnte ja meinen, dass dominant-sadistische Spielkinder es deshalb genießen würden, Sub mal mit Keuschhaltung, mal mit betteln lassen, mal mit von sich aus anordnen, mal mit an Bedingungen knüpfen, und mal mit Zwangsorgasmen bis zum Ganzkörpermuskelkater zu quälen bzw zu beschäftigen. Auf Jahre hinaus grundsätzliches Verbot zu bekommen, außer man fragt halt…..da geht doch echt mehr, oder?

Ganz grundsätzlich mache natürlich ein jeder, was er oder sie will. Hauptsache, glücklich dabei. Was für mich im Umkehrschluss allerdings bedeutet, dass die getroffene Regelung auf Dauer problematisch ist, wenn Sub damit dauerhaft unglücklich ist. Natürlich schreit niemand Juchu bei Bestrafung oder Keuschhaltung, wo man doch so rattig ist. Ich meine den grundsätzlichen Verlauf der Beziehung. Wenn es so läuft, dass Sub sämtliche Kröten schluckt, nur um Dom zu gefallen, und dabei selbst dauerfrustriert oder einfach nicht glücklich ist, dann hängt da was schief, und sollte geändert werden.

Und dazu zählt auch die Sache mit der Masturbation und den Orgasmen. Außer, man hat dauerhaft SO viel Sex, dass man echt nicht noch Extrabedarf hat. Das dürfte aber für die meisten Paare spätestens nach einer Weile eher nicht der Fall sein. 😉

Und damit kommen wir dann zu MEINEM persönlichen Take des Themas.

ICH persönlich mache BDSM nicht nur deshalb, weil ich unbedingt jemandem gefallen will und ihm mit Leib und Seele dienen, ohne Regeln, Aussagen und Handlungen zu hinterfragen. Ich gebe in einer D/s-Beziehung meinen Willen und meinen Kopf nicht an der Türe ab. Sich nach dem/der Dom zu richten, Regeln zu akzeptieren, und sich nicht wie eine “Wunschzettelsub” zu verhalten, ist in einer D/s-Beziehung ein Konzept, das mir einleuchtet und an das ich mich auch halte. Klar. Zumal Kontrolle und das Gefühl, “Eigentum” zur freien Verfügung zu sein, zwei Kinks von mir sind.

Aaaaaaaber. BDSM ist auch ein Geben und Nehmen für mich. Und der persönliche Nutzen, den jeder Part daraus zieht, muss gut verteilt sein, und nicht einseitig. Das hat nichts mit Wuschzetteln zu tun. Ich persönlich habe BDSM angefangen, weil es meiner schwarzen Seele gut tut. Wenn es funktioniert, zumindest. Weil es MIR gut tut. Dazu gehört aber nicht nur das “Dienen” und das “Gehören” und auch nicht nur der Lustschmerz, den meine Maso-Seite braucht.

Dazu gehört auch eine gesunde Sexualität und die Erfüllung derselben. Ich hatte viele Jahre lang sehr wenig Sex, und wenn, dann ziemlich langweiligen noch dazu. Und ich mache -kurz gesagt- BDSM nicht deshalb, um jetzt wieder keusch gehalten zu werden und möglichst wenig Sexualität genießen zu können. Das ist nicht mein Ziel. Und ich finde, meine Ziele sind auch wichtig, und nicht nur die des Gegenübers.

Deshalb finde ich es schon wichtig, wenn es in der Beziehung bzw Verbindung ein Geben und Nehmen herrscht. Gleichwertig. Und da gehört auch dazu, mich – gerade in einer Fernbeziehung (ganz wichtiger Punkt!- nicht sexuell verhungern zu lassen.

Wenn Dom meinen Sex Drive nämlich zu sehr beschneidet und runterfährt, dann schläft er irgendwann ein. Und dann ist die naturgeile, immer bereite, willige Sub (so wie sie im güldenen Buch des BDSM beschrieben wird ;)) erst mal weg. Und das kann man(n) ja auch nicht wollen, oder?

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Fazit und Ausblick

Mit dem Abstand von 2 Wochen seit dem endgültigen, offiziellen Ende meiner ziemlich genau 2-jährigen (Spiel? D/s? Was war das eigentlich?)-Beziehung schreib ich nun doch noch einen “Tagebuch-Eintrag”.

Es soll kein Nachtreten werden, wenngleich schonungslose (Selbst)Kritik absolut angebracht ist. Für Traurigkeit oder Geheule war die innere Distanz und die von Monat zu Monat mehr verlustig gegangene Bedeutung wohl schon zu groß. Es ist ja nix, was sich nicht durch fehlende Gesten, Worte, Dynamik, Treffen und Einsatz angekündigt hätte. Aber ich muss das für mich selbst nochmal zusammenfassen und abschließen, und mir über den Ausblick auf 2022 klar werden.

Es war im Endeffekt halt wieder einmal so, wie ich es schon gewohnt bin. Guter Start, Sympathie, man merkte ein gewisses Bemühen, man hatte das Gefühl, dass das Gegenüber sich freut, von einem zu hören, und versuchte, Zeit für Treffen zu finden. Fand sie auch. Aufgaben, Regeln, (nicht knallhart und unglaublich viele, aber doch so, dass im grauen Alltag ein hintergründig-subtiles Gefälle da war. Das Salz in der Suppe eben, wenn man sich nicht so oft sehen kann.) Etwas Kreativität, etwas Freude am D/s. Küsse, Umarmungen, und es kam so rüber, als wäre man gern mehr als ein Spielpartner.

Und dann…..ging es zuerst unmerklich und minimal, später merklich und stetig bergab. Den Anfang machte ein neuer Job bzw ein Ortswechsel diesbezüglich für ihn. Für die Karriere förderlich, für unsere Verbindung reines Gift. Viel mehr Arbeit, viel mehr Zeitaufwand, viel Wegstrecke (für Treffen. Für ihn selbst war der Ortswechsel geschickt, weil deutlich näher am Wohnort).

Dann legte Corona so richtig los. Zuerst noch ohne Impfungen. Dann kam der Sommer, und bei mir war ebenfalls die Hölle los beruflich. Allerdings möchte ich betonen, dass ICH Zeit freigeschaufelt hätte, um ihm für einen Nachmittag entgegenzufahren. Ich habe mich immer bemüht. Das kann ich mit den Monaten von ihm nicht mehr behaupten. Ja, wir haben so gut wie jeden Tag über WA Kontakt gehalten, mal small talk unter Stress, mal lange und ausführlich. Es gab Fotos von Ausflügen mit Kind, vom Mittagessen, vom Arbeitsplatz, von der Landschaft. Man schrieb über Gott und die Welt, über alles mögliche. Versuchte so, eine gewisse Teilhabe am Alltag zu schaffen, wenn auch auf Distanz.

Aber auf der anderen Seite wurden die Treffen weniger, so wie die Intimitäten und Küsse währenddessen auch, und hörten dann ganz auf. Job, Inzidenzen, Zeitmangel, noch keine Impfung, Angst vor Bazillen, noch keine zweite Impfung, zu viel Arbeit, andere Verpflichtungen, Kind, immer noch Angst vor Bazillen, Ehrenamt, Tagungen, Termine, noch höhere Inzidenzen, noch kein Booster………..you name it. Irgendwas war immer. Oder fast immer.

Und so mit der Zeit und den Monaten wurden das D/s, die Nachrichten mit Bezug darauf, das subtile Gefälle, immer weniger und hörten auf. Und wieder einmal bekam ich allmählich den subjektiven Eindruck, dass ich eher lästige Verpflichtung war als irgendwas sonst. Sicher, viel Arbeit, viel Stress, hundemüde, keinen Nerv und keinen Kopf für Sex, D/s, BDSM. Ich bin die letzte Person, die dafür kein Verständnis hat. Bin ich doch selbst immer im Stress mit wenig Zeit, wenn ich Saison habe. Muss ich doch selbst jahreszeitenabhängig gefühlt rund um die Uhr arbeiten. Kann ich doch komplexe Aufgaben gar nicht erfüllen, weil ich nie allein bin, wenig Luft habe, immer auf Bereitschaft lebe, sozusagen, und die Kinder gibt es auch noch….. Aber wie gesagt, ICH bemühte bzw bemühe mich wenigstens. Immer.

Ich registriere aber sehr wohl, wenn ich auf WA Steilvorlagen liefere, auf die man(n) perfekt eingehen kann um sie mir mit Kawumms zurück übers Netz zu spielen. Oder besser gesagt, könnte. Wenn man(n) wollte. Da kam aber irgendwann nur noch wenig bis nix. Wenn einer auf alles, was sexuelle Anspielung ist, nicht (mehr) eingeht, bei seiner eigenen Sub, dann ist Feuer am Dach. Normal ist das nicht, jedenfalls nicht für mich. Und immer ein sehr starker Hinweis darauf, dass die Sache am Sterben ist. Dementsprechend passte ich mich dann an, und fragte halt nicht mehr um Einkaufspreise oder Aufgaben. Fiel ihm anscheinend nicht mal auf.

Wie geht der Spruch? Wenn jemand dich wirklich sehen will, dann schafft er das auch (oder so ähnlich).

Zusätzlich gab es schon vor inzwischen recht langer Zeit eine für mich deutliche Red Flag in Form einer Änderung seines Profiltextes und der Herausnahme meines Namens. Und jeder, der mich und meine vergangenen Jahre im BDSM kennt, weiß, dass das für mich ein elefantengroßer Trigger ist. Und dass ich mangels Treffen zu dieser Zeit darüber geschrieben habe, und dass keine Reaktion kam außer dass ich auf spätere Erklärungen vertröstet wurde, die nie kamen, machte es nicht besser. Ab dieser Zeit war, rückblickend betrachtet, der Wurm drin. Und den Schuh, dass ich womöglich profilneurotisch oder dramatisierend wäre, würde ich mir definitiv nicht anziehen. Es gibt Dinge, die tut man nicht. Und wenn, dann kann das Gegenüber auch eine Erklärung erwarten.

Wie auch immer, jedenfalls war über die letzten Monate so ungefähr ALLES wichtiger als ich. Und während ich es sofort einsehe, dass ich keine Nummer Eins-Prio habe auf Distanz und mit Alltag, Kind, Verpflichtungen, Job etc, und das bei mir bezüglich eines Doms/Partners/Herrn ja andersrum nicht anders ist……habe ich doch Besseres verdient, als den Stellenwert von geschätzt irgendwo auf Nummer 154 auf der Liste.

Natürlich hätte ich spätestens im Frühsommer sagen können – und wohl besser auch sollen- dass mir das so echt nicht reicht, und er sich überlegen möge, ob er mit mir überhaupt “zusammen sein” (wenn man das so nennen kann) will, weil ich davon langsam echt nix mehr merke. Aber da kamen mehrere Faktoren zusammen, I guess. Zuerst einmal war ich gern mit ihm zusammen und habe lange Zeit gehofft, dass er das Ruder rumreißt wenn er erst 18x geimpft ist, und sich im neuen Job eingewöhnt hat. Nun ja. Dann hatte ich ja selbst viel Arbeit und wenig Zeit und war irgendwie “beschäftigt” und von daher lief das eben so halbseiden nebenher. Dann war da ja Corona, und es machte für mich keinen Sinn, ausgerechnet während einer Pandemie nach jemand Neuem zu suchen (jetzt muss ich aber halt doch suchen, weil ich 2021 öfter geimpft als gefickt wurde und das ein beschissener Zustand ist, und weil diese Dreckspandemie wohl nie aufhört, und ich nicht ewig Single bleiben will). Und last but not least ist ein grundlegender Charakterzug bei mir – leider- das Verlangen nach Beständigkeit verbunden mit der Angst vor Veränderung. Dumm, ich weiß. Aber ich bin nunmal ein Gewohnheitstier. Wenigstens hat es diesmal nur ein paar Monate verdaddelter Lebenszeit gedauert anstatt zig Jahre wie damals bei meiner Vanilla-Lebensgemeinschaft. Ja, ich bin doof. Ja, ich gelobe Besserung.

Nüchtern betrachtet sieht es halt so aus, aus meinen eigenen Erfahrungen und vielem, was ich im (Online-, aber auch Offline-) “Bekanntenkreis” so mitbekomme(n habe über die Jahre), dass die durchschnittliche Halbwertszeit einer BDSM-Beziehung wohl bei ca 9 Monaten liegt, maximal. Spätestens dann ist die Luft allermeistens raus. Davon will anfangs immer keiner was wissen, und jeder ist sich sicher, dass das ganz toll wird, voll D/s, weil man ist ja Lifestyler und hat schließlich “Phantasie”, viel mehr als alle anderen, und ist erfahren, und begnügt sich niemals mit einer freundschaftlichen Spielbeziehung im Sinne von lockerem, beständigem Kontakt auf Augenhöhe, und Treffen mit dann zeitbegrenzt wirksamem Gefälle.

Nein, es muss 24/7 D/s sein und was man da doch teilweise, je nach Dom-Großwesir des BDSM, nicht alles kontrollieren will: von Klamotten über Orgasmen bis hin zum letzten Wort wenn Sub andere Leute besuchen will, oder man versucht in ihre Gewohnheiten und ihr Schlafverhalten “optimierend” einzugreifen oder will den Bewegungsradius überwachen mittels App bis hin zu Subs gEdANkeN ( “auch ihre Phantasien gehören mir!!EINSELF” )….und was weiß ich nicht noch alles.

Aber innerhalb dieser maximal 9 Monate ist dann die erste Anziehung weg, die erste Geilheit auch, und dann sollte sie durch Verbundenheit ersetzt sein, idealerweise durch Liebe (igitt, jetzt hab ich das Unwort erwähnt) und das klappt dann halt allermeistens so semi, vor allem auf Distanz. Und in der heutigen Zeit neigt der Mensch ja sowieso meist dazu, nicht mehr für ein Gelingen zu arbeiten, sondern früher oder später zu gucken, ob sich nicht was mit weniger Aufwand bei ähnlichem Ergebnis, also was Einfacheres, Pflegeleichteres, Hübscheres, Näheres findet. Ist ja einfach, so mit Internetz. Und das war es dann. Oder man geht einfach zur Ex zurück. Ist auf jeden Fall praktischer.

Zuletzt war ich nach 2 Jahren fast täglichem Kontakt zuerst eine Woche Schweigen zwecks “Gedanken Machens”, und dann zum Abschied einen lapidaren Fünfzeiler (!!) in WA wert. Was sich insofern gut traf, als ich mir ja sowieso schon in den Monaten zuvor meine eigenen “Gedanken gemacht” hatte, und zu demselben Fazit gelangt war. Ich meldete mich daraufhin mit einem letzten 12-Zeiler retour. Ich neige ja zum Quasseln 😉

Was mich zum Ausblick auf 2022 bringt….

Da haben wir ein gewisses Problem, Houston. Ich bin ja Zweckoptimistin. Sonst hält man das Leben ja gar nicht aus. Aber halt auch faktenbasiert, realistisch und weit mehr pragmatisch-nüchtern als romantisch-schnellverliebt. Und ich merke einfach gerade wieder, dass ich von Mal zu Mal misstrauischer und reservierter bin, wenn ich mit einem Neuen schreibe oder ihn treffe. Weil für mich Versprechungen und Verheißungen und Sympathiebekundungen und Komplimente immer schon schwierig zu glauben waren, und die letzten Jahre und Erfahrungen es nicht wirklich besser gemacht haben. Und ich erwarte, ehrlich gesagt, nur noch wenig. Beziehungsweise, dass anfängliche Aussagen mit mindestens 50%iger Wahrscheinlichkeit sowieso nicht gehalten oder umgesetzt werden.

Man merkt es mir nicht an, weil ich das innerlich mit mir ausmache, aber ich habe bis dato noch NIE jemanden an mein Innerstes rangelassen und mich vollständig geöffnet, und war damit auch immer gut beraten im Nachhinein. Es wäre auch niemand wert gewesen. Und wenn ein, zwei innerste Mauern stehenbleiben, dann ist der Schaden einfach nicht so groß, wenn der Rest mit dem Arsch eingerissen wird. Deshalb darf ich vermelden, dass es mir gerade bemerkenswert gut geht, und ich null Vermissung oder Depri habe, und ich schon dabei bin, mich locker umzusehen.

Nur werde ich zukünftig mit dem Minimum, nämlich der reinen Spielbeziehung ohne Alltagseinbeziehung beginnen, und danach geht eine Vertiefung in Richtung Alltags-D/s nur Zug um Zug. Und wenn ich Verhaltensänderungen, Unregelmäßigkeiten oder problematischen Umgang mit meinen Triggern bemerke, dann werde ich das wieder ansprechen oder schriftlich ausführen. Wird dann allerdings wieder darüber hinweggegangen, ignoriert oder vertröstet, dann kann es sein, dass ich die 9 Monate selbst verkürze. Wobei ich mich gern eines Besseren belehren lasse, was das geschätzte Verhalten des Gegenübers angeht…

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Von A-rschloch bis O-mikron

Vielleicht besteht ja ein kleines bisschen Hoffnung. Weil jemand Gesundheitsminister geworden ist, der wenigstens was vom Fach versteht. Und zufällig Epidemiologe ist. In dieser Situation sicher nicht das Dümmste, wenngleich ich auch denke, dass er wenig ausrichten kann, in einem Föderalismus (der bricht uns ja schon seit Beginn der Pandemie das Kreuz), und in dieser in meinen Augen unseligen Koalition, in der die FDP die anderen Partner in ihre Richtung über den Tisch zieht. Aber besser als nix, und definitiv besser als der Spahn. Und weil das Expertengremium der neuen Regierung nicht durchwegs mit Nieten besetzt ist. Klar, da hocken Streeck, Mertens und noch zwei, drei Luftschwätzer*innen, aber auch viele wirkliche Wissenschaftler*innen. (Hey, heute gendere ich sogar!)

Trotzdem. Wie auch immer, die letzten drei bzw vier Wellen waren bzw sind ein einziger politischer Offenbarungseid. Dumm, dümmer, am Dümmsten. Lobby-beeinflusst, wissenschaftsfeindlich, zu langsam, zu wenig, zu zögerlich. Oder unwillig. Oder kurzsichtig. Oder schlicht niederträchtig. Man rannte einer lauten, plärrenden Minderheit von Querdeppen, Schwurblern und (wahrscheinlich gut bezahlenden) Infamen hinterher, und kümmerte sich nicht um die Menschen, sondern um die wiRTscHafT. Bemerkte aber unglücklicher Weise nicht, dass auch die Wirtschaft viel mehr von einer Niedriginzidenzstrategie profitieren würde, als von diesem lächerlichen “bisserl bremsen aber nicht genug, Kinder durchseuchen, alles zu früh auf, oh, die Zahlen steigen? Das konnte doch keiner ahnen!!!” , welches wir seit 1,5 Jahren fahren. Ich meine, wenn man schon Millionen von Kita- und Schulkindern wissentlich und vorsätzlich durchseucht bzw in Präsenz zwingt – monatelang ohne Impfungen und teils immer noch ohne Schutzmaßnahmen, nur damit die Blagen aufgeräumt sind während die Eltern bitteschön arbeiten gehen sollen- dann muss sich das doch wenigstens lohnen. Tut es aber nicht. Setzen, sechs.

Mal abgesehen davon, dass das Anbiedern an Schwurbler und Querdullis weder Wähler zurückgewonnen hat, noch sie der AfD oder der Basis weggenommen hat. Man hat denen nur das Gefühl gegeben, dass sie wichtig sind, Einfluss haben, und sich wirklich jeden Scheiß erlauben können, ohne Konsequenzen. Reichstag stürmen, zu Tausenden ohne Abstand und ohne Maske vor der Fresse während einer Pandemie durch Innenstädte marodieren, Maskenträger attackieren und anspucken, zur Revolution aufrufen, Fake News verbreiten, mit Nazis zusammen protestieren, teils ohne das überhaupt zu raffen, von wem man sich da instrumentalisieren ließ….. Man hat zugeschaut, wie sie Impfzentren und Mitarbeiter angriffen, maskentragende Mütter vom Rad holten, randalierten, Mahnwachen vor Kliniken abhielten, Corona leugneten, Impfpässe fälschten, mit Judenstern und “Ungeimpft” rumrannten, einem Tankstellenkassierer in den Kopf schossen, weil der sie ermahnte, Maske zu tragen…

Aber hey, es war ja schließlich Wahlkampf. Prioritäten, so wichtig.

Da machte die ein oder andere Morddrohung bzw der Aufruf dazu auf Telegram ja nix. Demokratie, Freiheit, nieder mit der Gedankendiktatur!!! Und die Polizei- gerade im Osten, wo die dikTatUr ja am Unerträglichsten zu sein scheint für den rechten Wutbürger- zeichnet sich bis heute dadurch aus, dass sie auf dem rechten Auge mit Blindheit geschlagen ist. Naja, auf beiden. Und alle Hühneraugen dazu. Vielleicht mag man aber auch einfach keine Kollegen einkassieren, die privat fleißig bei den Rechten mit”spazierengehen”?? Wer weiß, wer weiß….

Erst seit die “Spaziergänger” sich mit Fackeln und Forken vor Politikerhäusern aufbauen wie ihre Idole in der Reichspogromnacht, kriegt man in der Politik allmählich mit, dass da ein WINZIGES Problem bestehen könnte, eventuell. Aber Sucksens finest, der Herr Kretschmer, betont doch tatsächlich immer noch, dass man bei diesem Gesocks ganz unbedingt unterscheiden müsse, zwischen “echten Rechten” und “Bürgern mit Sorgen”. Der merkt wahrscheinlich erst, dass er auf dem falschen Dampfer ist, wenn er sich ne Kugel von irgend einem irren reichsbürgernden Schwurbelnazi einfängt.

Man hat in der Politik jedenfalls über 1,5 Jahre lang versäumt, Nägel mit Köpfen zu machen. Sich durchzusetzen, und einen wissenschaftlichen und verantwortungsvollen Weg zu gehen, anstatt den Neoliberalen und den Querdullis in den Arsch zu kriechen. Dass in sämtlichen Umfragen immer 70-80% der Befragten die Maßnahmen für ZU WENIG ZU ZÖGERLICH ZU SPÄT hielten… geschenkt. Dass die gesamte Pflege- und Ärzteschaft entsetzt zu Solidarität und Infektionszahlenreduzierung aufrief….geschenkt. Dass sämtliche ernstzunehmende Wissenschaftler gebetsmühlenartig versuchten, der Politik klarzumachen, dass das Motto nach wie vor “Speed trumps perfection” ist, und ein Zögern und Abwarten Tausende Leben kosten würde…..geschenkt. Dass Long Covid für zig Zehntausend Leute in Deutschland auf Jahre, wenn nicht für den Rest ihres Lebens, eine gesundheitliche Beeinträchtigung ungeahnten Ausmaßes mit sich bringen kann bzw wird….geschenkt. aBer dAs koNnTe dOcH kEinER aHNen!!!! Doch, meine liebe letzte und jetzige Regierung. So ungefähr JEDER wusste bzw weiß das. Vom Viertklässler über die Klofrau am Marienplatz bis zum 63jährigen Metzger aus Potsdam weiß das JEDER. Komisch, nicht wahr??

Tja, und auf diese ganze Scheiße kommt jetzt noch Omikron obendrauf. Froide. Und jetzt ist schon wieder klar, dass das übel wird. Richtig übel. Selbst wenn es nicht kränker macht als Delta, so werden allein schon die Massen an trotzdem kranken Infizierten das System zum Kollaps bringen. Auf Delta druff, welches ja die Kliniken auch schon veranlasst, SOS- Lichtinstallationen zu montieren. Hat man hier nach 4 Wellen IRGENDWAS gelernt? Nein. Nix.

Für mich persönlich heißt das, dass ich jetzt, 12 Tage vor Weihnachten nicht abschätzen kann, ob ich in den Weihnachtsferien Geld verdienen darf oder nicht. Wenn die Inzidenz unter Omikron über 1000 steigt, ist sofort Schluss, und ich muss schließen. Wie schnell Omikron hier im Landkreis übernimmt? Keine Ahnung. Sobald es das tut, ist das Wachstum keine Kurve mehr, sondern eine vertikale Wand. Gegen die wir volle Kanne donnern werden. Wieder einmal mit Ansage. Die Zahlen von Südafrika, Dänemark, GB und einigen anderen Ländern sind bekannt. Und wieder einmal wartet man hier ab, anstatt sofort die Schulen zu schließen und einen strengen Lockdown bis Anfang Januar zu verhängen. Weil, das Recht auf Bildung* !!! Und es ist schließlich WeIhNAcHteN!!! Und der Streeck hat doch sicher zur BILD gesagt, das kann man total easy mit der Familie feiern. Zumindest mit den 26 engsten Verwandten aus 7 Haushalten und 3 Ländern, jawohl!!! Und überhaupt, nur weil in anderen Ländern Corona nach einem ziemlich perfekt zu errechnenden Muster abläuft, heißt das ja NOCH LANGE NICHT, dass das in Deutschland auch so kommt. Nur weil es in den letzten vier Wellen so war. EINSELF!!!

**der Zwang zur Durchseuchung

Nun gut. Menschen lernen ja erwiesenermaßen am besten und am eindrücklichsten durch schlechte Erfahrung. Die deutsche Politik kommt mir so vor wie eine Horde trotzig-doofer Kleinkinder (die FDP davon am dämlichsten), denen man 200x sagen kann, dass sie nicht auf die Herdplatte fassen sollen weil die ist noch heiß und ihr verbrennt euch!!. Sie müssen erst auf die Herdplatte fassen und sich die Griffel verbrennen. Sonst. Glauben. Sie. Es. Nicht.

Vielleicht ist Deutschland wirklich viel zu gut durch die erste Welle gekommen. Und deshalb arrogant, nachlässig und rotzlöffelig geworden. Und auch deutlich zu gut durch Welle 2-4 gekommen, mit mehr Glück als Verstand, halbherzigen Bremsungen hier und da bevor man endgültig aus der Kurve fliegt, und auf dem Rücken von über 100K Toten und unzähligen zukünftigen Long Covid-Kranken sowie auf dem Rücken der Pflege. Vielleicht braucht die Politik das. Dass sie mit Omikron so richtig gegen die Wand donnern und sie sich ne blutige Nase holen. Dass Deutschland sein eigenes Bergamo kriegt. Dass die RTWs, Taxis und Privatautos kilometerweit die Straße runter anstehen und die Leute in der Notaufnahme und auf dem Hof verrecken.

Und vielleicht werden wir dann in Welle 6 bis 13, während wir den Mist dank unserer Schwurbelfreunde und der Mutationsgeilheit dieses Scheißvirus immer wieder ins Genick bekommen werden, und darauf warten, dass es “enDeMiSch wiRD uNd soWAs WiE eIne erKÄltUng” , endlich zum neuen Portugal, mit Niedriginzidenzstrategie und einem sehr genauen Auge auf jede Steigerung der Zahlen, mit sofortigen, scharfen und daher kurzfristigen Maßnahmen, 90% Durchimpfungsrate, kaum Impfgegnern und einem wissenschaftlichen Approach? Hach. Das wäre schön. Ein Weihnachtswunsch.

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“Domestic Discipline”. Versuch einer Einschätzung.

Ich habe die folgenden Auszüge auf einem DD- und Spanking- Blog namens “tinilen” gefunden, und zitiere hier mal:

Domestic Discipline, kurz DD, bedeutet im ganz klassischen Sinn, dass der Mann die führende, bestimmende und beschützende Rolle in der Ehe und Familie übernimmt und die Frau sich ihm und seinen Entscheidungen unterordnet. Der Mann, auch HoH (Head of Household) genannt, hat sowohl das Recht als auch die Pflicht, Regeln aufzustellen, sämtliche Entscheidungen in der Ehe zu treffen und Fehlverhalten zu sanktionieren. Die Frau, auch TiH (Taken in Hand), hat die aufgestellten Regeln und Entscheidungen zu akzeptieren, sich danach zu richten und ggf. einer Bestrafung zu unterziehen.”

So weit, so gut. Klingt irgendwie auch nur nach irgendwas mit 24/7 D/s, eher schon Richtung Metakonsens. Dann kommt allerdings das hier:

DD ist kein Spiel und hat in seiner reinen bzw ursprünglichen Form auch keinerlei sexuelle Aspekte. Es ist ein spezieller Lebensstil, den beide Partner absolut einvernehmlich und bewusst eingehen und leben. Aufgrund dessen fühlen sich viele DDler nicht der BDSM Szene zugehörig.”

Äh…..bitte was? Das heißt dann also gleich mehrere Dinge, die mir sauer aufstoßen. Wo fang ich nur an….Gut:

Im Umkehrschluss soll das dann heißen, dass BDSM ein “Spiel” ist, oder was? Und dass ich meinen Lebensstil also NICHT einvernehmlich eingegangen bin, weil es BDSM ist und nicht DD?? Und was heißt hier “keinerlei sexuelle Aspekte”? Also lassen sich Frauen allen Ernstes von Ihrem Partner bevormunden, “führen”, bestimmen, und für dem Partner nicht genehmes “Fehlverhalten” körperlich züchtigen bzw bestrafen, OHNE einen sexuellen Aspekt und ohne, dass man BDSM praktiziert, aber totalst einvernehmlich? Leute…wie definiert ihr denn dann bitte BDSM??? Weil eigentlich IST eine Partnerschaft mit einem 24/7 Gefälle und Regeln und Strafen und Haue ja eine Definition von D/s und damit BDSM, Karen.

Aber dann wiederum….welche Frau lässt sich denn von ihrem Partner sagen, wo´s langgeht, Regeln aufstellen, die sie zu befolgen hat, und sich willkürlich (weil sie gegen rEgeLn verstoßen hat) den Arsch rot und lila prügeln, OHNE IRGENDWAS DAVON ZU HABEN AUSSER SCHMERZEN UND ÄRGER?? Keinen Sex, keine Lust, keine Fesseln, keine Session, kein GAR NIX?? Nur Regeln und “Gesetze” und den Arsch voll, wenn man sich nicht dran hält? Und das ist alles? Haue immer nur als Strafe, weil du ja anscheinend ein dummes Kind anno 1890 bist, und man dich erziehen muss, bis du funktionierst wie gewünscht? Was stimmt denn mit denen nicht, bitte???

Und damit kommen wir dann zum für mich echt creepy Teil.

Die Frauen seien untertan ihren Männern als dem Herrn. Denn der Mann ist des Weibes Haupt, gleichwie auch Christus das Haupt ist der Gemeinde.“, Paulus 1.Korinther11,9” Aha. Dieses ganze Gedöns kommt anscheinend aus der christlich-religiös-fundamentalistischen Ecke, und ist in USA bei genau DEN Herrschaften beliebt, die mir schon von hier aus immer sofort das Nackenfell aufstellen. Ich habe deutlich zu viele völlig bekloppte Evangelikale mitbekommen in den letzten 5 Jahren, als der Mango Mussolini und seine gestörte Anhängerschaft in den USA am Ruder waren. Und deutlich zu viel “The Handmaid´s Tale” geschaut, um bei so nem hyperpatriarchalen Bibelquatsch keinen juckenden Ausschlag zu bekommen. Vielleicht ist das dann ja wirklich kein BDSM, und sei es noch so “consensual”, dass du dich freiwillig komplett unterbuttern und körperlich bestrafen lässt ohne irgendwas davon zu haben. Eher wieder mal so eine religiöse “Mann oben – Frau unten” – Sektengeschichte. Creepy as fuck.

Fazit: Herkunft creepy und religiös pemplem, und Durchführung als Teil von BDSM bzw D/s je nach Übereinkunft ganz normal, aber als losgelöste, einzelne Praktik angeblich außerhalb des BDSM für mich völlig bescheuert, sinnlos, unbefriedigend und irgendwie auch vom Gefühl her echt ungut. Ich bin höchst definitiv devot, und ein consensual Gefälle, das weit übers “Spielen” hinausgeht und 24/7 spürbar ist, Kontrolle, Regeln, Aufgaben, und das Gefühl, dass man einem ganz bestimmten Menschen “gehört”, und in gewisser Weise dem Herrn ausgeliefert ist, und er mit einem machen kann bzw könnte, was er will (consensually verhandelt), sind einfach riesengroße Kinks von mir. Wahrscheinlich mit die größten. Das geht bei mir zumindest vom Kopfkino her schon eher in Richtung Metakonsens. Aber wenn DD, also die Tatsache, dass der Partner führt und bestimmt, und du dich unterordnest und bei Verstößen bestraft wirst, ohne EPE (erotic power exchange), ohne einen sexuellen Aspekt betrieben wird, und auch sonst nix dabei rumkommt für die Frau, außer dass sie ja schließlich schwächer, doofer und unselbständiger ist als der Mann, denn sie ist ja schließlich nur aus seiner Rippe und ihm untertan, nämlich!!!…..dann ist mir das mehr als suspekt. Das ist keine gesunde Beziehung. Das ist finsterstes gesellschaftliches Mittelalter.

Unter seinem Auge. Sorry, cringe.

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Geduld

Geduld. Die Fähigkeit, zu warten. Die Ausdauer im ruhigen, beherrschten, nachsichtigen Ertragen von Zustand Xy. Das kommt raus, wenn man “Geduld” in Google eingibt, oder im Duden nachschaut.

Als Synonyme für Geduld werden oft : Ausdauer, Beständigkeit, Nachsicht, Gleichmut, Duldsamkeit angegeben. Einige passen besser und einige sind bisschen was Anderes, zumindest für mich, aber sei es drum.

Um “Geduld” zu haben, ist eine gewisse Impulskontrolle wichtig, die jede/r haben sollte. Die ist allerdings bei dem einen Menschen mehr und bei dem anderen eben deutlich weniger ausgeprägt. Impulskontrolle ist nicht nur unter Mitmenschen im Privaten wichtig, sondern auch für den schulischen und beruflichen Erfolg im Leben unerlässlich. Oder andersrum gesagt, wenn man andauernd ungeduldig und ohne nötige Selbstkontrolle und impulsiv statt überlegt durchs Leben eiert, kommt man meist nicht weit. Außer, man wird komplett durchgeknallter Performance Künstler vielleicht. Aber man wird anecken, und sich selbst Steine in den Weg legen.

Neben der Impulskontrolle ist auch die Fähigkeit wichtig, einen Gratifikationsaufschub oder sogar den Verzicht auf Gratifikation zu ertragen. Wer kennt ihn nicht, den Frust oder die Befremdung, wenn es nach getaner Arbeit oder nach Bemühungen oder trotz Pflichtbewusstsein keine Belohnung, kein greifbares, positives Resultat, kein Lob gibt. Ob das jetzt der Kollege ist, der das “Danke, war ne super Idee” wieder mal vergisst, oder ob es einem Herrn bei einer Session augenscheinlich egal ist, ob auch DU gekommen bist…es ist frustrierend, macht sauer, ist unbefriedigend. Aber wer nicht lernt, damit umzugehen, dass es zumindest nicht immer sofort ein “Zuckerl” gibt, der hat es halt im Leben schwer.

Was sagt die Psychologie also? Man möge Geduld erlernen. Das funktioniert nicht gleich gut bei jedem Menschen, je nach Persönlichkeitsstruktur etc, aber etwas kann jeder erlernen. Man kann sich ablenken mit anderen Dingen, damit man nicht immer an das denkt, worauf man ungeduldig wartet. Man kann versuchen, achtsam zu sein und den inneren Druck zu reduzieren. Man kann versuchen, seine innere Einstellung an unabänderliche Gegebenheiten anzupassen, sprich, sich mit Dingen, die man jetzt nicht ändern kann, zu arrangieren. Das soll es leichter machen. Man soll optimistisch sein (haha) und sich einen realistischen Rahmen schaffen, anstatt zeitlich zu eng zu planen.

So weit die Theorie.

Ich durfte diesen Blogbeitrag namens “Geduld” schreiben, weil ich um einen Themenvorschlag für einen Blogbeitrag gebeten hatte. Damit mein Kopf ein bisschen beschäftigt ist und eine Aufgabe hat. Und weil er sich genau dieses Thema rausgepickt hat, und den Blogeintrag als den Kaufpreis für 1x Wichsen definiert hat. Jetzt musste er auch geduldig sein, weil ich eine Woche brauchte, um diesen Beitrag zusammenzuschreiben und die Formulierungen und Gedankengänge auszuformulieren. Ich neige ja dazu, keinen einzigen Satz jemals einfach so hinzurotzen und ohne nochmaliges Durchlesen zu posten. Ich hasse sowas. Und Rechtschreibfehler auch. Und wenn ich dann so Korrektur lese, fällt mir noch was ein, das ich vergessen habe. Oder ich frage mich, ob man das so oder so schreiben kann…..und dann dauert es eben. Ist ja eindeutig MEIN Problem, wenn ich tagelang nicht wichsen darf weil ich mit dem Blog so lange brauche. Aber das Thema ist nicht gerade einfach. Geduld. Das hat er sich wohl ausgesucht, weil ich neulich 2x nachgefragt habe, als lange keine Antwort kam. Nicht zum ersten Mal.

Man könnte jetzt lachen und denken hahaha muss sie halt Geduld lernen, die kleine Sub, ist ja auch anscheinend echt ungeduldig höhöhö. Das könnte vielleicht als Dom´scher Schenkelklopfer herhalten, und sicher gibt es dazu auch irgendwelche BDSM-Witzchen. Kann sie wieder nicht warten, musste sie wohl mal besser erziehen, nech? Aber nein. Das ist deutlich zu einfach, und wird mir auch nicht gerecht, finde ich. Die Sache ist wesentlich komplexer, und genau deshalb habe ich auch tagelang drüber gebrütet und mich, meine Handlungen, Nachfragen und Gefühle reflektiert, zurückschauend und so objektiv und gut es ging. Wenn schon, dann richtig. Halbe Sachen mag ich nicht.

Ja. Ich kann furchtbar, furchtbar ungeduldig sein. Wenn man an den “16 Personalities”, den mbti, interessiert ist, oder mal nachlesen möchte, ich finde diese Einteilungen total faszinierend und interessant. Mein Herr ist ein ESTJ-A, und zwar wie er im Buche steht. 100% Trefferquote, soweit ich das beurteilen kann. Ich bin ein INTJ-T, also ein Einhorn, obwohl ich auch -seltener- beim ISTJ-T lande. Ich denke, ich habe von beiden was, die Zuverlässigkeit, die Liebe zu Fakten, den Pragmatismus vom S, und viele andere Wesensarten vom N. Die INTJ-typische extreme Ungeduld, vor allem mit lahmarschigen, begriffsstutzigen oder/und dummen Menschen ist definitiv meins, und das seit frühester Kindheit.

Wenn ich merke, dass Leute dumm sind, oder mir geistig oder gedanklich bei einem Thema nicht dahin folgen können, wo ich hin will, sich anstellen wie der erste Mensch, oder von meinem Thema keine Ahnung haben, fühle ich in mir eine Mischung aus Frust, Ärger, und dem Gefühl, meine Zeit zu vergeuden. Es zerrt innerlich regelrecht an meinen Zügeln. Kurz gesagt: Ich wäre eine Lehrerin aus der Hölle. Zumindest für die, die sich nicht anstrengen und die nicht auf Zack sind. Auch kann ich es nicht leiden, wenn man mir endlich getroffene Marschrichtungen mit irgendwelchen wirren Theorien, was man “stattdessen ja auch noch könnte”….. durchkreuzt. Oder, wenn man nicht ausspuckt, was Sache ist, und um den Kern ebendieser rumschwanzelt. Das mag die Alltagsdommse nicht, und ich reagiere unleidlich und ungeduldig.

In Beziehungen – vor allem im D/s-Kontext, aber auch schon früher im Vanillaleben – bin ich allerdings tatsächlich die Nachsicht und Duldsamkeit in Person. Lacht nicht, das IST so. Das wurde mir schon x-mal von Anderen bestätigt über die Jahre, und das sehe ich tatsächlich selber auch so. Ich lasse mir lange viel gefallen, bin sehr nachsichtig und hatte/habe so eine Geduld mit Freund/Mann/Herrn/Dom/Spielpartner, dass sicher 90% der mir bekannten Frauen/Subs bedeutend früher und bedeutend “direkter” die Grenze ziehen würden. Ich war wahrscheinlich viele Male im Leben ZU nachsichtig.

Was meine ich damit? Beispiele: Wenn jemand ein Treffen ausmachte, auf das ich mich total gefreut habe, und es wegen irgendwelchen anderweitigen Terminen kurzfristig platzen ließ. Dann machte ich keine Szene. Ich war enttäuscht, aber nicht beleidigt, zumindest solange der Grund gut war. Ich kenne da Frauen, die machen sowas ein oder maximal zwei Mal mit, und dann gehen sie, denn “wäre ich ihm auch nur ansatzweise wichtig, würde er sich Zeit nehmen, und auf einen, bei dem ich hinter 100 anderen Dingen rangiere, kann ich verzichten”. Und ich? Gratifikationsaufschub mit leidendem Lächeln ertragen, oder so ähnlich. Fragt nicht, wie oft mir das schon passiert ist. Und es kratzt am Selbstbewusstsein mit der Zeit, mal abgesehen von der Enttäuschung. Es dauert trotzdem lange, bis tatsächlich auch mir mal die Geduld ausgeht.

Anderes Beispiel. Ein vor Monaten abgeändertes SZ-Profil meines Herrn warf mich aus dem Gleichgewicht. Ja, so eine “kleine Sache” kann mich massiv triggern. Schlechte Erfahrung aus der Vergangenheit. Es hat bis Januar gedauert, bis ich es überhaupt ansprach und schriftlich erklärte, was das mit mir im Kopf macht. Jetzt ist es Februar, und ich warte immer noch auf eine Reaktion darauf. Duldsamer gehts wohl kaum, und ich kenne ehrlich gesagt wirklich keine Frau, die da nicht schon längst deutlich weniger nachsichtig wäre.

Und schließlich habe ich ihn seit vielen Monaten nicht in persona gesehen, und bin trotzdem noch da. Geduldig. Naja, da geht es mehr um Corona, aber das Argument kam mir gelegen 😉 Wenn ich auch zugeben muss, dass mir innerlich die Gleichmut inzwischen ziemlich abhanden gekommen ist. Aber ich versuche das mit diesem “die innere Einstellung an unabänderliche Gegebenheiten anpassen”.

Und auch wenn ich nach Nagellackfarben oder Einkaufspreisen frage, bin ich meines Erachtens nach nicht wirklich ungeduldig. Natürlich wäre es mir am liebsten, wenn er einfach gleich oder beim nächsten Mal online schriebe, was er möchte oder verlangt. Aber dann denke ich mir, ok der hat so viel Arbeit während du daheim rumhockst (ich habe ja praktisch Berufsverbot seit Monaten, und wenn ich mir die Unbelehrbarkeit der Ministerpräsidenten und ihrer Lakaien bezüglich #ZeroCovid und das allgemeine Öffnungsmimimi trotz Mutationen so anschaue, dann wohl noch für viele weitere Monate), lass ihn halt in Ruhe arbeiten und mach ihm keinen Stress.

Aber wenn ich dann den Rest des Tages, und auch den nächsten Tag nichts höre, und gleichzeitig ein Termin näherrückt, für den ich halt gerne lackierte Nägel hätte um mich etwas gepflegt zu fühlen und um ein bisschen D/s zu spüren , dann…..kann es schon sein, dass ich nachfrage. Ist das dann “ungeduldig”? Ich habe natürlich das Risiko, dass er dann extra lange nix sagt, und wenn ich die Vereinbarung nicht brechen will, dann muss ich ohne Lack aus dem Haus zum Termin. Oder ich kriege dann Barbiepuppenrosa als Farbe. Juchu. Vielleicht denkt er ja auch, dass mein Wunsch seiner Zeiteinteilung untersteht, und dieser gegenüber zurückzustecken hat. Aber……es ist doch nur eine höfliche Frage nach einer Lackfarbe. Das ist doch was Schnelles, Einfaches menno.

Nächstes Beispiel: Einkaufspreis. Das ist schwierig. Denn eigentlich bezahle ich ja einen Preis dafür, dass ich wichsen darf. Das an sich schränkt mich tatsächlich ein, auch im subjektiven Wohlbefinden, da ich eine Frau mit relativ großem Sexdrive bin, vor allem, wenn man an meiner imaginären Leine zieht, und weil ich es mir ohne irgendwelche D/s-Regeln je nach Laune bis zu täglich machte. Es entspannt, ist schön, und ehrlich gesagt ist es seit Corona so ziemlich mein einziges Vergnügen. Das nicht zu haben, und einkaufen zu müssen, ist deutlich spürbares D/s. Vor allem, weil ich ja nicht alle 2 Tage einkaufen will, denn meistens sind die Preise….unangenehm. Ich mag das Ganze, weil es eben Kontrolle und etwas D/s ist, und beides Kinks sind, und ich davon eh nicht viel haben kann auf die Distanz, und ja, die Klammern oder das Chili oder das Wachs etc etc machen mich auch geil. Je nach Aufgabe sogar sehr. Aber ist ein, zwei, drei Tage lang mich warten lassen auf die Nennung des Kaufpreises dann nicht …..irgendwie……doppelt bezahlt? Und wenn ich dann nach 24, 30, 36 Stunden höflich nachfrage, ist das dann wirklich Ungeduld? Hm. Ich bin da was auf der Spur.

Ich habe nur ziemlich wenig Hebel, die ich betätigen kann. Wenn ich Pech habe, kriege ich sofortige Preisnennungen, aber dafür wird es dann vielleicht einfach zu teuer. Und bei einem Treffen versuchen, mit Charme und Wimperngeklimper bessere Bedingungen zu kriegen in einem netten Gespräch bei Kaffee kann ich auch nicht, weil es das auf absehbare Zeit nicht gibt.

Ich glaube wirklich nicht, dass ich in Bezug auf all diese Dinge ungeduldig bin. Ich kann sehr ungeduldig sein, und wir machten da schon Witzchen drüber, wenn ich irgendeine Info wollte zum Beispiel bezüglich eines Treffens oder eines Schlagwerzeugs, und die nicht bekam. Dann kann ich es kaum erwarten, aber das ist irgendwie was anderes. Oder? Ist das nicht Neugier, gepaart mit leicht ängstlicher Erwartung, und Unsicherheit?

Wobei…….Thema Unsicherheit. Könnte es sein, dass das, was er manchmal vielleicht als ungeduldiges Verhalten meinerseits ansieht, schlicht meiner Unsicherheit geschuldet ist? Darüber, warum ich keine Antwort kriege als hätte er es nicht gelesen? Hat er es gelesen? Oder ist es durch die viele Arbeit irgendwie an Tag 2 doch untergegangen? Ist das Absicht? Hat er vielleicht gar keinen Nerv dafür? Ist das ein Test? Oder soll mir das irgendwas beibringen? Oder findet er wirklich keine 5 Minuten Zeit, sich was zu überlegen? Oder ist das ein Spiel, dessen Regeln ich irgendwie nicht verstehe? Oder denke ich in solchen Situationen einfach nur viel zu viel, wieder mal? Wäre ja auch nix Neues. Oder zerpflücke ich so die psychologischen Einzelteile, dass ich das große Ganze wieder mal nicht sehen kann? Oder vielleicht habe ich ja auch einfach nur eine beschissene Selbsteinschätzung. Aber Unsicherheit bzw Verunsicherung ertrage ich von der Persönlichkeitsstruktur her einfach generell wirklich schlecht.

Oder vielleicht ist die Ungeduld auch einfach der Drang, dass endlich “irgendwas weitergeht”, obwohl momentan eben nichts weitergehen kann. Die Frustration darüber. Das quengelige Kind in einem drin, das sich nach so vielen Monaten des Wartens am liebsten auf den Boden schmeißen und eine Supermarkt-Trotzanfall- Kassenszene machen würde. Auch das kriege ich unter Kontrolle, aber vielleicht äußert sich das einfach darin, dass ich manchmal so wirke als würde ich “mit den Hufen scharren”.

Jetzt muss ich nur schriftlich und ohne Gespräch vermitteln, dass ich die Ausdauer, Beständigkeit, Nachsicht, Gleichmut, Duldsamkeit in Person bin, zumindest meistens , und einfach nur geduldig (mehr oder weniger) auf etwas D/s, ein paar Aufgaben und etwas “an der Leine ziehen” warte wie ein Hund auf den Stöckchenwurf, aber meine Leidensfähigkeit, Impulskontrolle und Fähigkeit zum Gratifikationsaufschub so hoch sind, dass man es anscheinend meist nicht sehen kann. Zumindest, wenn die Unsicherheit mich nicht beutelt. Ja hahaha guter Plan. 😉

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Nerv. 2020er Gedanken.

Momentan bin ich an manchen Tagen innerlich ziemlich schlecht ausbalanciert. Das merke ich selber. Funktioniere aber halt weiter, so wie immer. Vielleicht, weil ich mich in so eine Art Mini-Apathie versetze. Ducken, sich nicht um Dinge kümmern, einfach durch den Tag oder das Problem, ohne Blick zur Seite. Ist aber schwer, manchmal. Weil Corona bei mir doch Spuren hinterlassen hat übers Jahr. Oder besser, weil die Art wie Corona von der Regierung gehandhabt bzw versaubeutelt wird, und die vielen Artikel und Videos über schwurbelnde, rechte Solidaritätsverweigerer aka Querdenker mich innerlich so brüllschreiend wütend machen, dass ich ganz hibbelig werde. Zusammen mit noch einigen anderen Faktoren kommt dann eine andauernde, latente Aggression gepaart mit einem Gefühl der Resignation dabei raus. Das zu unterdrücken gelingt mir oft, aber nicht oft genug.

Eine vorübergehende Zeit der Entspannung durch eine “schmerzinduzierte Bewusstseinsänderung” aka BDSM, und ganz generell und most importantly endlich ein Wiedersehen mit meinem Herrn ist eben mostly wegen Corona auch nicht drin. Und meine Schilddrüse hat vor einigen Wochen so dermaßen gezickt, dass ich kaum noch wusste, wie mir geschah. An allen Ecken und Enden, vom Scheitel bis zur Sohle, Schmerzen und Beschwerden. Bin kaum noch in den 2. Stock gekommen und war völlig fertig. Kein Wunder, wenn man ohne Herzprobleme Herzrasen und dazu nachts im Bett einen Ruhepuls von 110 hat. Inzwischen hat mein Immunsystem wieder aufgehört, mich zu hassen, und ist wohl wieder eingepennt, aber ich muss leise treten. Wenn mir dann auf Twitter irgendeine arme dumme Wurst vor die Flinte läuft, oder mir real Life einer blödkommt, fällt die Reaktion nicht unbedingt so diplomatisch aus, wie sie könnte. Oder ich erwische mich, wie ich ab und zu wegen irgendeines eigentlich nichtigen Grundes meine Kinder anmeckere, was auch nicht gerade von stabilem Seelenzustand und Gerechtigkeit zeugt, ne.

Es kommen halt gerade einige Sachen zusammen. Corona führt auch dazu, dass ich seit Ende Oktober nicht arbeiten darf. Beherbergungsverbot. Naja, Geschäftsreisende und Monteure dürfte ich beherbergen, aber die sind hier in den ruhigen Monaten selten wie Einhörner. Die Hilfen der bayr. Regierung nutzen mir als Saisonbetrieb auch nur bedingt etwas. Man kann sagen, dass ich das komplette Frühjahr ab Anfang März -wo normalerweise zig chinesische und italienische Touristen die Schlösser und die Gegend anschauen- über Ostern bis inklusive Mai (wo normale Jahre mit den langen Feiertagswochenenden ca 20K Umsatz machen) durch Corona und die Folgen für den Tourismus verloren habe. Eine Soforthilfe von 9K damals, die erstens (allen Ernstes!!) zu versteuern ist und bei der zweitens bis heute nicht klar ist, ob ich sie nicht irgendwann zurückzahlen muss, weil meine Verwendung des Geldes vielleicht nicht genau die war, die die Regierung sich einbildete (wenn auch genau so dringlich und komplett dem Erhalt des Geschäfts gewidmet), war ein Tropfen auf den heißen Stein. Bis Ende Mai durch den fehlenden Frühling waren die ersten 10-15K weg, die sonst auf der hohen Kante geblieben wären und für die ich literally jahrelang geschuftet hatte.

Es ist nämlich nicht jeder Hotelier oder Vermieter reich und arbeitet nix, und kommt nur zur Gästebespaßung raus und fährt sonst im LodenFrey-Janker mit dem Jeep zum Golfen davon oder sowas, während seine drölfzig Angestellten schuften. Ich schufte selber wie ein Pferd für einen jährlich schwankenden, immer unsicheren Lebensunterhalt, werde aber als Selbständige grundsätzlich vom Finanzamt bzw der Regierung als potentielle Schwerkriminelle gesehen, und von der gesetzlich versicherten Arbeitnehmerseite und allen Parteien links der CDU als sowas wie ein arroganter, unsolidarischer Sklaventreiber. Nur mal so.

Und die Monate September und Oktober dürften im Vergleich zu 2019 nicht die mindestens 30% Umsatzrückgang ausmachen, die es braucht um überhaupt wenigstens läppische 40% der Fixkosten ersetzt zu kriegen.

November wird ne Nullnummer, denn 75% von saisonbedingter Schließung ist nunmal null.

Die Dezemberhilfe dürfte gnädig klappen, und wenn es (wie ich fest glaube) einen Lockdown weit über den 10.1. hinaus gibt, vielleicht eine Januarhilfe. Mir ist nämlich meine komplette Wintersaison, die nur von Xmas bis Heilig-3-König geht (also die Ferienzeit) Coronabedingt abhanden gekommen. Das sind dann wieder je nach Jahr 10-13K Umsatz weniger, und damit der magere Gewinn daraus -nach Nottinghams Steuern, Abgaben und Fixkosten. Und davon lebe ich nunmal. Ich hab ja keine Lohnfortzahlung oder Kurzarbeitergeld oder irgendein Amt, das sich für mich verantwortlich fühlt.

Funfact 1: meine PKV als Selbständige darf ich NICHT für das Hilfspaket mit einrechnen. Die bezahlt sich logischerweise aus dem Geschäft bzw dem, was mir bleibt. Ohne die läuft das Geschäft nicht. Ich BIN das Geschäft. Einzelunternehmen. Aber das ist denen egal. Und auch, wovon bitteschön ich die bezahle.

Funfact 2: sogar FALLS das Beherbergungsverbot am 10.1. enden würde (und das tut es garantiert nicht, denn am 10.1. sind wir wahrscheinlich gerade dabei, uns von einer über Weihnachten und Silvester aufgebauten landesweiten Inzidenz von 350 runterzuarbeiten und sie wollen ja auf unter FÜNFZIG, besser 25 kommen, bevor sie lockern. Dabei also bis Ende März oder so noch viel Spaß) hätte ich danach bis mindestens Fasching keine Gäste und 2021 werden auch die wegbleiben. Ich denke, um Ostern 2021 herum geht es dann vorsichtig wieder weiter. Zumindest für die Betriebe, die es dann noch gibt. Und das werden bei Weitem nicht alle sein. Und auch bei den Brauereien, den Metzgereien, den Bäckern, also allen, die zu einem großen Teil von der konstanten Abnahme ihrer Produkte durch die Gastro leben, gibt es teils jetzt schon Opfer. Bei der Firma Nocker (Fleisch- u Wurstwaren) zum Beispiel, sind heute endgültig die Lichter ausgegangen.

Also muss ich versuchen, mich wieder mal selber ausm Dreck zu ziehen, und mit großer Sparsamkeit, null Investitionen (ich hatte ursprünglich an ein paar neue Sessel, Beistellmöbel, Lampen, Vorhänge und große Deko-Objekte gedacht, um die ich schon ewig rumschleiche), den Resten aufm Geschäftskonto, den paar Tausend Kröten von der Dezemberhilfe (und evt Januar wenn ich Glück habe und es sowas geben wird) und mit dem Geld, was ich aus den bei der PKV eingereichten Arzt/Behandlungs/Medikamentenrechnungen zurück bekomme, irgendwie bis zum Frühjahr über die Runden zu kommen. Aber… da sind dann ja noch die Steuernachzahlungen für 2019 \o/ Juchu.

Wobei ich ganz persönlich und subjektiv eigentlich froh bin, dass ich gerade keinen sehen muss. Mir reichen solche Situationen wie genau vor Weihnachten, wo ich mit K1 und viel zu vielen wildfremden Menschen im Warteraum des Krankenhauses saß weil K1 einen Termin beim Orthopäden hatte, schon dicke. Mein Fluchtreflex ließ sich bei jedem Hüsteln von irgendwo her nur sehr mühsam unterdrücken. UND ES LÜFTETE DORT KEINE SAU. Und ich saß über 45 Minuten da wie auf glühenden Kohlen mit meiner FFP2, und wagte kaum zu atmen. Ich habe in FFP3 investiert, und trage die übern Winter, falls ich das hier langfristig überlebe. Ich wollte da nur so sehr raus, dass ich den Druck körperlich spürte. Wahrscheinlich macht mir das, was sie hier Lockdown nennen, deshalb auch weniger als anderen Menschen. Ich mag Gesellschaft, aber nur von ausgesuchten Leuten, und mit Auszeiten. Ich bin gern auf Parties, aber nur mal ab und an einen Abend. Ich geh auf Konzerte, aber das Zenith ist mir hundert Mal lieber als das Olympiastadion. Ich tolereriere volle Züge oder U-Bahnen, aber bin heilfroh, wenn ich da raus bin und Luft habe. Alles ohne Corona, wohlgemerkt. Momentan würde ich in einem städtischen ÖPNV wahrscheinlich noch mit FFP3 in Schockstarre fallen. Man könnte auch sagen, einem INTJ fällt ein Lockdown vielleicht einfach leichter 😉

Zurück zum Thema. Mit 20+ fremden Menschen ohne Maske (weil beim Frühstück) wäre ich zur Zeit nicht wirklich glücklich. Es ist total ok, dass das Haus zu ist. Nur die finanzielle Seite ist….bitter. Wenn die nächste Saison nicht ab Ostern echt gut läuft, oder das Wetter total mies ist den ganzen Sommer, und man sich vor dem Urlaub ziert, habe ich keine Reserven mehr, das aufzufangen. Und abgesehen davon schwant mir schon jetzt, dass ich jedem Zweiten beibringen darf, dass er WIRKLICH eine Maske vor der Visage braucht. Ja immer noch. Nein ein paar Prozent der Bevölkerung zu impfen bis dahin bringt nix. Ja auch im Sommer. Nein eure Atteste vom YouTube Professor interessieren mich immer noch nicht. Nerv.

Denn es ist ja so….selbst dem offiziellen Fahrplan nach kommen Leute wie ich mit meinem zickigen Immunsystem frühestens im Sommer dran. Vielleicht auch erst im Herbst. Und danach mal der Rest. Da ist es dann längst wieder so weit, dass die bis dahin drölfzigste Welle kommt, weil es Winter wird, und die Leute immer noch dumm sind. Wenn überhaupt genug Leute sich impfen lassen und nicht auf das Blödgeschwätz von Hunderttausenden selbsterklärten Virologen hören. Menschen allgemein und insgesamt machen mich zynisch, müde und sauer. 2020 hat mir gezeigt (nicht, dass ich es wissen wollte denn ich bin entsetzt) WIE VIELE Menschen strunzdumm, unsolidarisch, rotzlöffelig und/ohne jegliche Resilienz sind. Alles verwöhnte, sozialversicherte, in einer Demokratie lebende Mimimis, die im Leben niemals Krieg oder Krise hatten, und beim ersten Windhauch zusammenbrechen. Mit irgendwelchen Lockdowns komm ich klar, nur mit Querdeppen & Co nicht. Ich finde wenig auf der Welt so unerträglich wie dumme Menschen. Ich habe inzwischen schon kleine Gewaltphantasien von krass hart eingestellten Wasserwerfern, Schlagstöcken und Boot Camps 😉 und muss zugeben, dass ich mich DIEBISCH freue, wenn ich ab und zu höre, dass es wieder einen Querdepp oder Corona leugnenden AfDler erwischt hat. Ja, meine Nächstenliebe und mein Gutmenschentum gegenüber Idioten sind schon lange aus.

Und je mehr Reportagen und Tweets aus der Krankenhausbubble bezüglich Corona ich mitbekomme, desto mulmiger wird es mir. Vor allem mit diesen neuen Mutationen, die zumindest die Übertragung wohl deutlich einfacher machen. Nicht gut. Ich putze und desinfiziere und maskiere jetzt seit März vor mich hin, und gehe echt nur für Einkäufe und (Arzt)termine oder Physio von K1 in die Zivilisation. Aber ich kann die Familie nicht komplett wegsperren. Der Ex hat seine Freundin (die es schon im Frühjahr hatte), die er mehrmals in der Woche sieht, und mein K2 trifft sich ab und zu mit deren K2. Auch an Silvester wird K2 bei denen sein. K1 traf sich an Weihnachten das erste und wieder für eine Weile einzige Mal für ein, zwei Stunden mit der besten Freundin, zwecks Geschenkeaustausch und Update. Beide Ks sind immer daheim und haben fast immer nur Online-Kontakt zu (teils in Griechenland, Holland oder Polen befindlichen) Freunden ( die Freuden des Internets und der zu weiten Wege eben, kennt man ja auch von von Twitter), aber ein halbes Jahr komplett wegsperren ohne echten Kontakt kann ich sie auch nicht. Und die Oma geht auch zumindest 1x in der Woche vor die Tür. Alle mit FFP2 und bald mit FFP3, aber trotzdem…grummel.

Mein Schutzwall hat also mehrere Löcher und mehr Unbekannte, als mir lieb ist. Aber komplett einigeln kann selbst ich, momentan ohne Arbeit und bei Fuchs und Hase wohnend, mich nicht. Ich will mich gar nicht zu sehr beklagen, weil es sicher viele Menschen gibt, denen es viel schlechter geht, und die jetzt schon völlig Pleite sind, oder gesundheitlich viel viel schlechter dran als ich, aber trotzdem war mein 2020 nichts, was ich nochmal brauche. Wobei mich das ungute Gefühl beschleicht, dass 2021 auch nicht viel anders wird.

Und was mir wirklich zu schaffen macht, ist die Tatsache, dass ich meinen Herrn zuletzt vor SIEBEN Monaten live und in Farbe gesehen habe. Zuerst Arbeit, dann Arbeit und Corona und jetzt immer noch Arbeit aber hauptsächlich Corona. Ich versuche, mir nix anmerken zu lassen, aber wenn der Ex wieder mal zu seiner Freundin zum Übernachten oder zum Wandern oder zum beim Einkauf helfen oder an Silvester fährt, oder wenn ich mitbekomme, dass sich andere Leute ganz natürlich mit ihren Partnern treffen und sich gegenseitig besuchen, frisst sich eine Mischung aus Neid, Vermissen, Depri und Traurigkeit durch mich durch, und das mag ich gar nicht. Wenigstens sind wir täglich auf WA zusammen, aber trotzdem….hmpf. Einen Eintrag bezüglich irgendwas mit “Herr – ich” gibt es als nächstes. Vielleicht nur für ihn oder zuerst mal für ihn, und dann für alle…mal schauen. Vielleicht kriegt er den ja noch heute, falls ich es schaffe. Aber zuerst musste ich mich mal tagebuchartig über mein 2020 auskotzen. Obwohl es objektiv betrachtet sicher nicht SO schlimm war, und das ist mir auch bewusst. Danke für die Aufmerksamkeit, und bleibt bzw werdet gesund 🙂

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Übergriffigkeit und D/s.

Zugegeben: Ich habe mich auf Twitter ein wenig ausgelassen und weil ich da ja nun hinter Schloss und Riegel sitze, habe ich den @EmEmBDSM gebeten, den ihr auch hier lesen könnt, mir beim Copy&Paste zu helfen. Manchmal habe ich eben auch als D/s-Lifestylerin “Besseres zu tun” und kann mich auf mir persönlich bekannte “CIS-Predatoren” verlassen, die sich mit diesem WordPress und diesem Internetz nicht halb so blöd anstellen wie ich.

So. Und just gestern wurde mir DAS DA auf meine TL gespült:

Und hier drunter ist nun ein ursprünglicher TL Thread von mir, der nun in leicht überarbeiteter Form den Weg in meinen Blog finden soll. Weil. Es. Dermaßen. Nervt. Immer und immer wieder von einer selbsterklärten Expert/innenbubble Dinge erklärt zu bekommen, von denen sie -quite frankly- ganz offensichtlich keinen Schimmer haben. Nun denn:

So, Gemeinde. Aufgemerkt. Ich möchte das betreffende Acct (also Verfasser/in des Screenshot- Zitats) nicht an den Pranger stellen (deshalb anonymisiert), denn es ist nur eins von Vielen mit einer Einstellung zum D/s, die mir -und wahrscheinlich so ungefähr allen anderen Lifestylern- den Kamm schwellen lässt.

Ich hab mir überlegt, ob ich nen Blogeintrag schreibe. Vielleicht kommt das noch, irgendwann (Ja, jetzt 😉 ) Aber das hier geht auch als Thread. Gerne screenshotten, das darf sich durchaus verbreiten. Irgendjemand muss es denen ja mal sagen. Nun denn. 193 Herzchen bis dato and counting….

Für etwas, das sehr BDSM woke und voll im Trend ist hier. Und genauso atemberaubend falsch. Total. Absolut. Ohne Spielraum oder “Ansichtssache”. Das wird jetzt den Leuchttürmen, Aktivistinnen, und der Femibubble nicht schmecken.

Hey, ihr müsst jetzt ganz stark sein: D/s braucht “Übergriffigkeit”.

Peng.

Ja, als “Sub” musst du noch lange nicht alles mitmachen, was dir nicht schmeckt. Es gibt Spielsessions, reines SM, Bondage oder Spanking Sessions. Nicht alle Bottoms sind devot. Aber “D/s” ist was anderes. Whole different ball game. Und da -mon dieu- geht es nicht nach Subs Kopf.

Im D/s habt ihr euch -hoffentlich- nach langen Gesprächen und Verhandlungen und Prüfung, ob man so ungefähr auf derselben Wellenlänge liegt, aus freien Stücken bereit erklärt, euch einem/einer Dom zu unterwerfen. Nicht unbedingt komplett, sonst sind wir im TPE.

Aber innerhalb des Spielfeldes, das ihr zusammen abgesteckt habt. Und das kann ein besserer Bolzplatz sein, aber auch ein riesiges Feld, bis zum Horizont. Die absoluten Tabus/No Go’s sind bekannt. Die “Soft limits”, also Dinge, die ihr lieber nicht tun würdet, auch. Die Bereiche oder Zeiten im Alltag, die evt. unangetastet bleiben müssen, auch (zB Arbeit, Kids, Haare) Und das war’s.

Mehr ist da nicht. D/s ist IMMER da. Manchmal fast nicht spürbar, zB wenn einer von euch krank ist oder das Kind krank ist oder der Job extrem stressig. Manchmal mit Kawumms, so dass ihr den Zug an der Leine auch auf 600km spüren könnt. Aber D/s schaltet man nicht an und aus.

Und sub bestimmt schon doppelt nicht, zu was er oder sie gerade mal Lust hat oder nicht. Newsflash: das wäre nämlich nicht D/s bzw “verantwortliches Spielen” sondern topping from the bottom, sonst nix. Und das kann man ja wohl nicht wollen. Außerdem “spielen” wir nicht BDSM.

Wir LEBEN es. 24/7, immer. Sonst kann man es in die Tonne treten, denn wenn das Gefälle fehlt, fehlt die Dynamik und der komplette Zauber ist dahin.

Zurück zum Thema. Übergriffigkeit. Man kann natürlich so Einiges bis Alles, was man nicht so geil findet, als übergriffig deklarieren. Dann hat man es kuschelig, aber D/s hat man dann nicht. Dann wunschzettelt man. Und Dom ist Dienstleister und Listen-Abarbeiter, mehr nicht. D/s ist es dann, wenn sub sich fügt und innerhalb des abgesteckten Spielfeldes gehorcht und sich unterwirft. Auch wenn sub keinen Bock auf Xy hat.

Es ist nicht “übergriffig”, euch eine Aufgabe aufzudrücken, die ihr Scheiße findet. Oder ein sexuelles Dienen zu verlangen, worauf ihr keine Lust habt. Spoiler: eure Soft Limits eignen sich super als Strafen. Oder sind ein wahrer Fun Park für Sadisten. Dann kann man euch ja besonders schön quälen damit …

Und es ist manchmal tatsächlich auch völlig wurscht, ob IHR was davon habt. Ihr habt nämlich kein Recht auf Vergnügen und Orgasmus und Spaß. Ihr müsst euch das je nach Dom vielleicht sogar alles verdienen. Oder kriegt das geschenkt. Wenn ihr brav seid. Oder auch einfach so, wen Dom seinen/ihren netten Tag hat. Lebt damit. Oder lasst es bleiben. Aber dann nennt euer BDSM nicht “D/s”. Übergriffigkeit innerhalb der irgendwann mal zusammen gesteckten Außengrenzen gibt es nämlich nicht. Woke Bubbles hin oder her.

Und bevor ich’s vergesse: “casual D/s” gibt es auch nicht. Sorrynotsorry. Ganz oder gar nicht. Diese “Spritz mich mit Wasser an, aber mach mich nicht nass”- Mentalität ist auf Twitter weit verbreitet. Und solche Weisheiten, wie von besagtem Acct und vom Fallobst und von Twitter- Leuchttürmen und ganzen Spielkinderbubbles immer wieder propagiert, führen eine ganze Generation von BDSM-Neulingen auf eine falsche Fährte. Bzw, aufs Glatteis.

Denn wenn solches anerzogenes, falsch gebrieftes Wunschzettelvolk mit echten Lifestylern in Kontakt kommt, dann knallt es nach spätestens 2 Treffen gewaltig. Und Dom lässt euch fallen. Und ihr schreit ” schon wieder ein böser, übergriffiger, alter, weißer Cis-Predator!!!” Äh….nee. Nur 1 Lifestyler vs 1 Spielkind.

Nochmal: D/s funktioniert nicht ohne eine Blankovollmacht zur Übergriffigkeit und auch dann eingehaltenen Gehorsam, wenn sie eben passiert. Und vielleicht passiert Vieles, was euch nicht gefallen wird. Und ihr tut es trotzdem. Weil ihr euren Stolz habt. Weil es eure Entscheidung war, und wer A sagt, muss auch B sagen.

Weil es euch glücklich macht, die Herrschaft zufrieden zu stellen. Auch wenn *es* für euch selber GAR NICHTS tut. Und über 3 oder 4 Ecken zieht ihr dann auch aus verhassten Aufgaben oder Spielarten eure Befriedigung.

Und last but not least, weil ich das hier auch schon lesen musste:
Ein Safeword (so ihr denn eins habt) ist NICHT dafür da, es alle Nase lang zu benutzen, wenn ihr irgendwas nicht tun wollt. Sondern es ist der allerletzte Not-AUS-Knopf. Und den drückt man nicht, weil man keinen Bock hat, zefix!!! So, Ende. Bitte um Verbreitung.

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Wäre ich eine Dom, und warum ich es nicht sein will

Als ich gestern mal wieder auf Twitter Zeugin der üblichen Dummdom-Bashing-Tweets wurde, die man halt so kennt (sub immer toll, Dom immer übergriffigdoof) machte ich ein Gedankenspiel daraus.

#WäreIchEinDom.

Naja, ich würde natürlich ein echt guter sein wollen. Logisch.

So, wie ich aus submissiver Sicht mir einen Dom wünsche, bzw was ich für “gut” befinde.

Nun denn…

Ich wäre erfahren, bzw würde mich weiterbilden, Workshops besuchen, oder mich einlesen, bevor ich reinstolpere und glaube, die Weisheit mitm Löffel gefressen zu haben.

Ich würde meine Kontakte mit subs genauso aussortieren, wie subs das mit Anschreiberlingen machen. Damit ich eine wirklich kompatible finde, und nicht bei nem fake Wunschzettelweibchen/männchen lande, von denen es gefühlte Heerscharen gibt.

Ich wäre offen und ehrlich zu ihr/ihm, bezüglich meiner Gefühle für sie/ihn (falls vorhanden) und meinem Ziel bzw Weg, den ich mit ihr/ihm zu verfolgen gedenke. Man müsste mir Gefühlsäußerungen nicht mühselig aus der Nase ziehen. Und ich würde dasselbe im Gegenzug verlangen.

Ich würde versuchen, die Dynamik so gut wie möglich auch über Entfernungen aufrecht zu erhalten. Als sub fand ich schon mehrmals nichts frustrierender und enttäuschender als eine angebliche D/s-Beziehung zu haben, aus der nach spätestens 3 Monaten total die Luft raus ist, weil nach einem fulminanten Start einfach nix mehr kommt. Keine Kontrolle, keine Aufgaben, keine Strafen für Vergehen, kein Gefälle. Alles zu viel Arbeit, nämlich. Das würde mir also nicht passieren. Mein/e sub dürfte sich über Kontrolle, Handyortung, Rituale, Aufgaben, Strafen etc freuen. Öfter mal was Neues.

Ich wäre streng, aber gerecht. Für bisserl rumspielen und eigentlich tun, was man will, und sich an nix halten wollen jenseits der Treffen, wäre mir meine Zeit zu schade. Wer meine/r sein wollte, müsste es auch so meinen.

Ich würde sub immer darin bestärken, sich auch jenseits meiner von Weisheit und Wissen nur so triefenden Worte (Sarkasmus off) in den einschlägigen (Twitter)bubbles zu informieren, und Kontakte zu knüpfen.

Allerdings hätte ich ein Auge drauf, in welcher Bubble. Sub müsste sich auf Einwürfe meinerseits gefasst machen. Und Einmischungen und gutgemeinte Ratschläge von irgendwelchen selbsterklärten Experten und Grünschnäbeln würde ich geraderücken müssen.

Ich wäre für sub auch jenseits irgendwelcher BDSM Themen da, und er/sie könnte mich immer erreichen und müsste nie das Gefühl haben, zu nerven und mich zu stören. Denn das ist in einer wie auch immer gearteten Beziehung tödlich, und man fühlt sich als sub zurückgestoßen und einfach nur schlecht. Und versucht es irgendwann gar nicht mehr. Und genau das würde ich nicht haben wollen. Man kann immer vermitteln, hey du bist mir wichtig, aber ich habe einfach eine Scheißwoche und ersaufe in Arbeit, und ich meld mich später. Aber abservieren und wegschubsen wäre nicht.

Ich würde sub fördern und fordern. Soll heißen, wer nicht aus seiner bzw ihrer Komfortzone rauswill, wäre bei mir falsch. Ich würde zumindest ab und zu an die Grenze gehen und evt auch ein Schubserchen drüber hinaus. Von mimimi und manipulativem Verhalten abbringen lassen, würde ich mich nicht. Ich würde mit sub zusammen das Spielfeld an sich abstecken, aber wie ich mich darin bewegen würde, wäre meine Entscheidung (ja, den Satz habe ich geklaut bei IHM ;)))

Ich würde es genießen, sadistische Psychospielchen zu spielen, sub wie eine Katze bespielen, die mit ihrer Beute spielt, sie wieder loslässt, und sie wieder einfängt. Subs Kopf ficken, wann und wie es mir passt. Vorfreude aufs Treffen, gepaart mit Angst, schüren. Und oh ja, beides wäre begründet.

Ich wäre, sagen wir……kreativ. Ein Spielkind mit Faible für Kerker, Device Bondage und Quälereien mit Tränen, Striemen und Hitachi. Ich würde mein Spiel variieren und Inspirationen aus diversen BDSM Pornos so gut wie möglich umsetzen. Ohhh….ich hätte Pläne. 😉

Tja, und warum will ich keine Dom sein? Wo ich doch theoretisch und aus Erfahrung als sub weiß, wie der Hase läuft?

Ganz einfach. Viele Gründe.

Weil ich null Veranlagung dafür habe. Keinen Spaß daran. Kein Interesse. Keine Geilheit. Es gäbe mir sexuell und für die Zufriedenheit und fürs seelische Gleichgewicht nix, meine/n sub weinen zu sehen, jammern zu hören, zu wissen, dass er/sie gerade eine echt doofe Aufgabe erfüllen muss, die ich sub aufgedrückt habe, und das tut – für MICH. Ich bin einfach nicht so verdrahtet.

Ich habe sicher einen gewissen Sadismus in mir. Der offenbart sich aber nicht sexuell, sondern darin, dass ich manchen Leuten gern so richtig den Arsch aufreißen würde, sprichwörtlich, und das ziemlich genießen könnte. Da spielt Wut, Hass, Rache rein. Und diese Gefühle haben in einem BDSM Kontext nix zu suchen. Wäre auch keiner, sondern die sadistische Freude, jemandem, der es verdient hat, das Fell möglichst schmerzhaft über die Ohren zu ziehen. Wahrscheinlich täte ich es eh nie wirklich, aber man wird ja archaisch träumen dürfen.

Ich habe soviel Verantwortung für soviel Kram, und für die Brut, dass ich in meiner Beziehung nicht auch noch die Hosen anhaben will. Naja, ich will schon gerne Hosen anhaben, denn ich liebe Hosen. Ihr wisst schon… 😉 Aber nicht SO. Ich bin von meinem Naturell her nicht unbedingt ein Bestimmer und Anführer. Bzw, ich muss das eh immer sein im Alltag. Aber während ein dominanter Mensch davon wahrscheinlich überhaupt nicht beeinträchtigt wird, und gerne bestimmt, für sein Recht einsteht, Konflikte und unangenehme Gespräche nicht scheut, und da aufblüht, stresst mich all das total. Und in meiner Beziehung will ich genau das nicht auch noch. Im Gegenteil.

Also, für mich wäre das nix, glaub ich. Zumindest Stand heute. Allerdings….falls ich jemals eines Morgens geswitched aufwache, dann zieht euch warm an, denn ich werde zur unangefochtenen Superdom von Twitter, und zeige euch mal so richtig, wo der Hammer hängt 😉

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