@EmEmBDSM fragt “Wie empfindest du den Begriff “unterwürfig”?

Tja nun. Meine erste Reaktion war, bzw wäre es noch vor 2 oder 3 Jahren gewesen, mit aufgestelltem Nackenfell tief Luft für einen Rant zu holen. Weil igitt. Und geht gar nicht. Und das Bild, das man im Kopf hat, von irgendwelchen Hunden, die sich auf den Rücken legen und Unterwürfigkeit demonstrieren.

Aber, aus heutiger Sicht betrachtet….ist das wieder mal so ein Begriff, bei dem es sehr stark auf das Gegenüber ankommt. Ich meine, unterwürfig und devot und submissiv kann man alles in einen Topf werfen, aber unterwürfig klingt halt irgendwie krasser. Kommt aber aufs Gleiche raus für mich. Nämlich, dass man sich eben unterwirft, sexuell auf jeden Fall, und vielleicht auch darüber hinaus, und deshalb ist man halt “unterwürfig”.

Ich finde den Begriff nicht toll, weil ich devot lieber mag, aber wenn man die Definition googelt, kommt auch da dasselbe raus. Und auf mich persönlich bezogen, stimmt es ja auch. Nur, dass in den Genuss, mich unterwürfig zu erleben, halt noch lange nicht jeder kommt 😉 Wenn aber, dann bin ich es nicht nur im Bett (oder auf dem Boden vor der Couch ;)), sondern auch im Alltag bzw während des gesamten Treffens, und darüber hinaus. Was ER sagt, mache ich, wie ER will, ziehe ich an, und meine im Alltag gern und oft praktizierte Widerrede existiert nicht. Befehle werden ausgeführt, und die Positionen, in denen ich geparkt bin, vom Sitzen zu seinen Füßen auf dem Boden bis hin zum guten alten Gesicht auf den Teppich, Arsch hoch, sind die Essenz von “unterwüfig”.

Also, mit dem Begriff habe ich keine Schwierigkeiten. Ich würde es nur niemandem empfehlen, mich von oben herab so zu nennen, ohne dass er das von mir aus auch darf 😉

Advertisements
Standard

Wunschbeitrag: Meine Meinung zu…

BDSM

Tja nun, für mich ist das etwas sehr wichtiges, ein fundamentaler Bestandteil meines Lebens. Ich habe keine “devote Seite” oder möchte ab und zu “spielen”, sondern das ist ein grundlegender Teil von mir, und nichts, was ich ab und zu mal befriedigen möchte. Es ist immer da, ich kann es nicht ablegen, und BDSM ist eben das Mittel zum Zweck. Der Schuh der passt. Die Anteile sind für mich auch witzigerweise ungefähr gleich wichtig. Ich liebe Bondage, Discipline ist ein Grundpfeiler, ohne Sadismus kann ich meinen Masochismus nicht gestillt bekommen. Also, Gesamtpaket.

Ich hänge der Theorie bezüglich BDSM an, dass in meinem Hirn einfach für bzw zwischen “Lust” und “Schmerz”, die ja im selben Areal prozessiert werden, mehr Verbindungen da sind als bei “normalen” Leuten. Ich bin ganz einfach anders verkabelt. Vielleicht ein Kurzschluss, wer weiß? 😉

Und ich habe gelesen, dass es Leute gibt, die um ihren Körper herum sowas wie eine Begrenzung brauchen, einen “Zaun” um ihren Körper, gegen den sie sich stemmen oder gegen den sie drücken können, um gut zum Orgasmus zu kommen. So von der Körperlichkeit, vom Empfinden her. Ja, macht Sinn.

Und entgegen den vehementen Beteuerungen der Szene und entgegen diverser Studien/Umfragen, die wohl alle gegensätzliche Resultate brachten, bin ich aus meiner Erfahrung, meinen bisherigen Begegnungen mit BDSMlern, und vom Bauchgefühl her der festen Überzeugung, dass wir alle irgendwie und in irgend einer Art ne Schraube locker haben. Sorry, “normale” Leute lassen sich nicht schlagen bis sie 3 Wochen nicht sitzen können, oder sich Nadeln oder Nägel irgendwo durchjagen, oder sich mit Strom quälen, oder haben das Bedürfnis, sich zu unterwerfen, oder oder oder….

Wie hieß es in Star Trek mal so schön? “Normal is what everyone else is, but you are not”.

Und ich denke auch, dass BDSM ein Sammelbecken für psychisch angeditschte, labile Menschen ist. Ich kenne oder lese kaum Jemanden auf Twitter, die nicht Borderliner, mehr oder weniger depressiv, süchtig nach Aufmerksamkeit, narzisstisch, oder eben emotional instabil wäre. Und dass man total normal im Oberstübchen ist, wenn man Lust und Befriedigung dabei empfindet, wenn man anderen Menschen so viel Schmerz zufügt, dass sie weinen und schreien, würde ich jetzt auch nicht sagen.

Hey, ich finde das nicht schlimm, und ich nehme mich da auch nicht aus. Aber “normal” , so wie all die anderen, sind wir nicht. So ehrlich, das zu sagen und mir das einzugestehen, bin ich inzwischen. Ich habe es halt akzeptiert für mich.

STIGMATISIERUNG

Hm, gute Frage. Ich denke, dass BDSM seit der FSoG- Welle und diversen anderen Büchern und Filmchen und Anspielungen so in die Öffentlichkeit gezerrt worden ist, dass die öberflächliche Akzeptanz höher ist als früher, und die Neugierde unter den Vanillas größer. Allerdings haben die auch keinen Schimmer, was wir wirklich tun. Was jenseits des Pipifaxkrempels von FSoG abgeht. Davon, worum es bei D/s eigentlich geht, und bei TPE, haben die keine Ahnung, und tun sich mit dem Konzept von Devotheit, freiwilliger Unterwerfung, Sadismus etc sehr sehr schwer. Immer, wenn es vom Hollywood-fake-BDSM weg ging, und ans Eingemachte in kleinen Plaudereien aus dem Nähkästchen, die man dem einen oder anderen Vanilla so angedeihen ließ, war es mit der Akzeptanz schnell vorbei, und man stand als Freak da.

Deshalb denke ich, dass eine Stigmatisierung immer noch vorhanden ist bzw wäre, wenn Menschen über einen herausfinden würden, was man da so treibt. Und deshalb halte ich mich gegenüber den Vanillas um mich herum bedeckt, und nur durch kleine, süffisante Bemerkungen oder meine Wortwahl (hust) kann der aufmerksame Zuhörer den Eindruck gewinnen, dass ich da irgendwie anders bin. Oder, wenn man weiß, wie man die Halskette mit dem Triskelenanhänger, die ich seit Monaten nicht abgelegt habe, richtig deuten soll. 😉

Sexarbeit

Halte ich für ganz normale Arbeit. Gab es schon immer, wird es immer geben, ist wichtig und man sollte den Sex Workers das Leben einfacher statt schwerer machen. Erzwungene Prostitution ist Scheiße (Zuhälterei, Sex Trafficking, Menschenhandel etc), aber ich bin mir sehr sicher, dass es da draußen auch viele Leute gibt, die den Job freiwillig, absichtlich und gerne machen. Muss jeder selber wissen.

Ich gehe sogar soweit, zu sagen, dass wenn ich nochmal jung wäre, ungebunden, ohne Kinder, und schon das Wissen um Sex, meine Neigung, BDSM von heute, 25 Jahre später, hätte…. dass ich mir dann ziemlich sicher irgendeinen Job im Dunstkreis des BDSM gesucht hätte.

Ob (Online)ShopBesitzerin, Clubbetreiberin, oder sogar irgendwas “aktives” so wie BDSM Escort-Sub (Knoten ins Tachentuch, im nächsten Leben schon als Teenie besser auf die Figur aufpassen!!), oder Profi-Dommse (ich bin zwar Sub, aber bin sicher, lernen lässt sich alles)….irgendwas in dem Bereich hätte ich gemacht. Mit Herzblut.

Gesetzen

Ähm….Gesetze?? Naja, wenn man irgendwas machen will, dann lässt man sich auch nicht durch Gesetze abhalten. Ich glaube gelesen zu haben, dass in GB face sitting in Pornos verboten ist. Ich glaube nicht, dass so ein Gesetz was bringt.

Ein paar grundsätzliche Sachen wie Sodomie oder Inzest oder Pädophilie oder sexueller Missbrauch müssen knallhart geahndet werden, aber ansonsten machen Gesetze wenig Sinn, schon allein weil man ihre Einhaltung ja eher schwer überprüfen kann.

Und in Bezug auf BDSM halte ich mich an RACK als “Gesetz”. Weil man mit SSC keine 3m weit kommt, und weil in RACK alles drin ist, was für mich wichtig ist.

Standard

Was (mir) wirklich wichtig ist …

…mich als Frau – als Mensch – respektiert zu fühlen. Auch wenn ich gerade benutzt und erniedrigt werde

…das Gefühl zu haben, vertrauen zu können. Ohne Bruchlandung

…jemanden zu haben, der sich mit dem, was er tut, auskennt. Und der sich nicht zu schade ist, das, was er nicht weiß zu erfragen oder zu erlernen

…zu merken, dass Grenzen nicht mit der Brechstange angekratzt oder verschoben werden. Sondern mit Empathie und Gefühl

…ein Gegenüber zu haben, das die Zwischentöne zwischen Sklaventreiber und Dömmchen kennt. Und sich weder zu weit am einen noch am anderen Ende des Spektrums bewegt

…ein Zugehörigkeitsgefühl zu spüren. Genau wie ein Besitzverhältnis

…ein offenes Ohr für alles, was einen bewegt, vorzufinden. Nicht nur für das, was dem anderen sowieso gelegen kommt

…jemanden zu haben, der nicht nur Herr ist, sondern auch menschelt. Und der trotzdem das D/s im Auge behält

…in der Session gekonnt zum Weinen gebracht zu werden. Und zum Entspannen und Loslassen. Ohne mich zu überfordern und ohne mich für irgendwas schämen zu müssen

…zwischendurch genauso wie hinterher aufgefangen, gestreichelt, gelobt zu werden. Den Stolz und die Bestätigung zu spüren

…mich zu fühlen, als ob ich die Wahl bin und nicht die Notlösung

All das ist mir viel wichtiger als Herzchen, Blümchen, Liebesschwüre, und andauernde Zweisamkeit. Und es ist auch viel wichtiger als Äußerlichkeiten, Luxus, die neuesten Werkzeuge oder die geilsten Locations.

Weil am Ende des Tages nur das zählt, was macht, dass man seine innere Zufriedenheit findet.

Standard

Wertschätzung

Der Bluterguss an meiner Brust ändert täglich die Farbe.

Einerseits bin ich darüber traurig, weil er hart “erarbeitet” war, und mich viele Tränen gekostet hat. Und, weil das gelb-lila echt scheußlich ausschaut. Krank anstatt gut.

Wobei “gut” natürlich relativ ist. Es gibt sicher viele Leute da draußen, die dieses Ausmaß an Blutergüssen ziemlich heftig bis ZU heftig finden.

Ich gebe zu, DAS hatte ich bis jetzt noch nie. Und ja, es war heftig, vom Schmerz her. Mein lieber Schwan…

Und ich brauchte einen Tag oder zwei, bis ich mich an den Anblick im Spiegel gewöhnt hatte. Ab einem gewissen Punkt kommt halt doch kurzfristig der Gedanke auf, dass man plemplem ist, wenn man sich so hart schlagen lässt. Das kann ich nicht verhindern.

Vielleicht ist das meine Art des Sub Drop? Ein Tag, an dem ich ziemlich dünnhäutig und sehr Emo bin, und ein bisschen mit mir kämpfe.

Andererseits ist einen Tag später dann alles gut, und ich fühle mich stark, ausgeglichen, stolz seine Spuren zu tragen und meine Grenze wieder ein kleines bisschen verschoben zu haben. Aufrecht, mindestens 5 cm größer. 😉

Ich bin halt maso, und komme zum ersten Mal hart an meine Grenzen.

Ich glaube, was den Unterschied macht, was mich trägt, was es mir ermöglicht, weiter zu gehen und mehr auszuhalten als je zuvor, ist die Wertschätzung und die wunderbare Aftercare, die ich bekomme.

Ohne das alles geht halt einfach vergleichsweise wenig. Und eigentlich sollte ohne Wertschätzung sowieso GAR NIX laufen.

Man lernt aus Fehlern, aus Erfahrungen und aus Eindrücken, und das ist gut so.

Standard

Das Metadingens

In den letzten Tagen und Wochen gab es viel zu diskutieren und noch mehr zu lesen auf Twitter, über dieses Dingens namens Metakonsens. Und schon lange davor habe ich mir meine Gedanken darüber gemacht. Wobei, und das gebe ich zu, ich anfangs die Bedeutung regelrecht googlen musste. Und mich in die Materie einlesen.

Das ist übrigens etwas, was man von Leuten, die sich für ein bestimmtes Thema angeblich interessieren, verlangen kann. Auch von Neulingen. Auch von Subs. Dass man sich SELBER über Thema/Bereich/Praktik Xy so gut schlau macht, wie man kann, und nicht einfach mal irgendwo reinschlittert und alles, was einem ein anderer BDSMler oder ein Spielpartner erzählt, für bare Münze nimmt, oder alles, jede Entscheidung, jede Planung, jeden Schnaufer dem dominanten Part überlässt, ohne mal selber zu hinterfragen, ob das echt so cool ist, oder ob das nicht vielleicht ein ungutes Bauchgefühl macht, was der da so plant. Aber da hapert es oft genug.

Sagt nix, ich bin mit meiner Wahl des Spielpartners bzw mit den Entscheidungen des Gegenübers oft genug auf die Schnauze gefallen. Ich war auch unerfahren, war zu gutgläubig, wollte mich als Sub beweisen, war dumm. Schon allein deshalb ist es mir wichtig, zu betonen, dass man das Hirn eingeschaltet lassen sollte, zumindest bis man sich in diesem Dschungel etwas besser auskennt.

That said, was ist denn jetzt dieser “Metakonsens”? Kann ich nur aus subjektiver Sicht was drüber schreiben. Andere Leute definieren das vielleicht irgendwie anders, und gewisse “Szene-bekannte Autoren” aus der großen Stadt würden wahrscheinlich die nächste Woche damit verbringen, darüber zu referieren, wie man das im Mutterland des BDSM, also den USA (HAHAHAHA), nennt. Mir völlig schnurz. Ich kümmere mich hier mal um MICH.

Metakonsens in der Classic-Version heißt für mich in der Definition, dass ich mich dem dominanten Part komplett mit Haut und Haaren ausliefere und auf Einflussnahme, was mit mir wann warum geschieht, im Alltag wie im BDSM-Kontext, verzichte. Das Safeword kommt weg, jedes Veto auch, die Tabuliste auch, und ich vertraue darauf, dass der Partner keinen Scheiß baut.

Ich habe mich letztens auf TL in die Definition gerettet, dass das was für die Oberstufe im Leistungskurs ist, und die Fünftklässler bitte erst den Grundwortschatz lernen möchten, und sich dann hocharbeiten. Den Vergleich finde ich ziemlich gelungen, ehrlichgesagt. 😉 Und mögen muss man sowas halt schon, so von der Persönlichkeitsstruktur her. Es ist etwas, mit dem viele nichts anfangen können, denke ich. Es steht im Widerspruch zu allem, was man ( vor allem heutztage) beigebracht bekommt, wie man zu sein hat. Selbstbestimmt, emanzipiert, gleichberechtigt. Die Tage der Sklaverei sind längst vorbei, und damit wird diese Art des Daseins ja auch oft und fleißig verwechselt.

Die Sklaven in der Geschichte der Welt haben sich allerdings nicht FREIWILLIG in so ein Verhältnis begeben. Es gibt – auch heute – Menschen, die sich danach sehnen, dass andere die Entscheidungen treffen, und die sich in genau dieser Situation, die viele andere kritisch beäugen oder vor der sie Angst hätten, sicher, geborgen und angekommen fühlen. Wobei man es mit TPE und Meta auch deutlich übertreiben kann, und das Ganze – so wie alles andere im Leben auch – ungesunde Züge annehmen kann. Spätestens, wenn die Behandlung subjektiv nicht gut ist,bzw wenn der dominante Part halt doch ein Psycho ist, und ein psychisch labiles, leicht zu beeinflussendes Gegenüber hat, und dieses zu einem gehirngewaschenen Hascherl macht, und es emotional, sexuell, psychisch und finanziell ausbeutet, ist für mich definitiv Schluss mit lustig. Da gibt es die kränkesten Dinge, bis hin zu notariell beglaubigten Übereignungen allen Besitzes. Nicht cool. Gar nicht cool.

Dass ich rein rechtlich gesehen GAR NIX MUSS, was ich nicht will, und dass alle diese Absprachen, Einverständniserklärungen, Verträge – außer die tatsächlich und angeblich im Vollbesitz sämtlicher geistiger Kräfte geschlossenen notariellen – usw im BDSM in der Welt da draußen nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben stehen, ist wohl hoffentlich jedem klar. Der Knackpunkt ist nur, dass sie innerhalb einer D/s-Dynamik ALLES wert sind. Man kann sich natürlich verweigern, oder sich nicht an Absprachen halten. Aber dann macht man sich halt irgendwie die Grundlage der eigenen Beziehung kaputt.)

Ein Interesse an Meta bedingt erst mal, dass ich in einer D/s-geprägten Beziehung stecke, die sich längst nicht (mehr) aufs Spielen beschränkt, und mindestens 24/7 ist. Der Einfluß und die Entscheidungsgewalt des Herrn (Dom sage ich in diesem Zusammenhang nicht mehr, da der Begriff für mich eher was mit Spielen und Sessions zu tun hat, jedoch nicht unbedingt mehr) gehen über “irgendwas mit Sex und Erotik” hinaus, und umfassen (mehr und mehr) den Alltag. Man bekommt mehr und mehr Regeln, muss bei mehr und mehr Alltagskram vorher fragen, und gibt mehr und mehr Kontrolle ab.

Sowas macht man nicht am Anfang als Neuling, mit einem neuen Partner. Und schon gar nicht mit jedem Hinz und Kunz. Diese Erweiterung des Hoheitsgebietes, das Mehr an Kontrolle über einen selbst, muss sich der dominante Part verdienen. Mit der Zeit, und dadurch, dass er einen verantwortlich und gut führt, einen gut behandelt, und sich als (subjektiv) guter Partner, guter Herr und “regular human” erweist. Dass er kein Monster ist, kein Psycho, kein Predator, kein egoistischer, selbstsüchtiger Arsch. Man sich bei ihm gut aufgehoben fühlt, und er “es halt einfach nicht verkackt”.

Das ist ein Prozess. Der funktioniert nicht mit jedem, und sicher nicht jetzt gleich und sofort und total. Man muss sich kennenlernen, und sollte in seinen Vorlieben und Abneigungen sehr gut zusammenpassen. Sonst wird ein Geistesblitz des Herrn, dass er einem jetzt mal aus Spaß an der Freude die Augenbrauen abrasiert, oder dass er einen ja mal fast nackt aufm Parkplatz aussetzen könnte, schnell zu einem wirklich üblen Problem. Also sucht man sich am besten einen Gegenpart, der das, was man Scheiße findet, auch nicht mag. Apropos Scheiße…..ihr versteht. Es muss passen.

Wer also Metakonsens und ein “Ja und Amen” in allen Dingen schon knapp nach Kennenlernen fordert, der hat meiner Meinung nach keinen Schimmer, wie gutes und verantwortungsvolles D/s funktioniert. Oder – was bedeutend schlimmer ist – er hat gar kein Interesse daran, irgendwas verantwortungsvoll und im Sinne seiner Sub zu betreiben, sondern fährt seinen Egotrip. Also Vorsicht, Deppenalarm.

(Kleiner Hinweis am Rande: den submissiven Part in Richtung einer TPE-Beziehung zu führen, ist ARBEIT und ein ziemliches Investment von Zeit und Hingabe von Seiten des dominanten Parts. Vor allem, wenn man eine Fernbeziehung führt. Also lieber den Mund anfangs nicht zu voll nehmen, wenn man dann nicht liefern kann oder will, Herrschaften!)

Für mich persönlich ist meine eigene Version vom Metakonsens – “Meta Light”, wenn man so will – das Nonplusultra. Sowas wie meine Königsdisziplin. Das Ziel, wenn einfach alles passt und gut läuft. Ich persönlich sehe das so: Anfangs muss noch ein Safeword da sein, aus Sicherheitsgründen, und Kontrolle gibt es vorwiegend nur über die Bereiche, die mit Sex/BDSM/Sessions direkt zu tun haben. Frau muss ja erst mal gucken, mit wem sie es zu tun hat. Da ist noch eine gewisse innere Distanz, bis man weiß, woran man ist. Umgekehrt ist es sicher auch so. Man muss sich und seine Kinks und seine Submission bzw Dominanz gegenseitig kennenlernen. Gucken, ob es passt oder wo es hakt.

Wenn man den Menschen hinter dem Dom dann kennengelernt hat, und ein, zwei, drei Mal gespielt, und es hat gepasst, war toll, und der Mensch ist für gut befunden – weil man mit ihm lachen und für ihn weinen kann, weil er verantwortungsvoll spielt, weil er nicht nur nimmt, sondern auch gibt, und sich kümmert, weil die Chemie stimmt – dann bin ich ein Mensch, der gern mehr und mehr Kontrolle und Selbstbestimmung aufgeben möchte. Ich möchte mit diesem Menschen dann einen Weg gehen, und der geht definitiv nicht in Richtung “nur Sessions mit Gefälle, und ansonsten bitte Augenhöhe und bleib mir bloß mit deinen Regeln vom Leib”.

Reines Spielen, ohne irgendeine Spur eines wenigstens subtil vorhandenen Gefälles, ohne D/s, ohne das Wissen, irgendwie “ausgeliefert” zu sein, gibt mir inzwischen wenig bis nichts. Auch das war ein Prozess, wie so Vieles andere. Vor 3, 4 Jahren wollte ich immer am liebsten eine reine Spielbeziehung mit Sessions, und darüber hinaus meinen Frieden. Inzwischen langweilt mich so ein Ausleben von BDSM eher. Das ist für mich persönlich reine Befriedigung von BDSM-orientierten sexuellen Gelüsten, ein Gefälle für einen eng begrenzten Zeitraum, nämlich das Treffen an sich, bei einem völlig davon unabhängigen, komplett selbstbestimmten Alltag. Das hat für mich dann aber nur mit sexueller Submission als Kink zu tun, aber mit wirklichem “devot sein” nicht viel. Das ist “Spielen”, aber nicht “Leben”.

Ich genieße das Kopfkino, den mind fuck, das Wissen, dass ich bestimmte Regeln oder Vorgaben einzuhalten habe, viel zu sehr, um nur zu spielen. Aufgaben erfüllen zu müssen, mit Fotobeweis, ein Strafbuch zu haben, fragen zu müssen, ob ich wichsen darf, mich danach bedanken zu müssen, in gewisser Weise ausgeliefert zu sein, der Gedanke, Eigentum zu sein….das ist neben gefesselt sein, gekonnt erniedrigt werden, und dem guten alten Halsband ein weiterer Haupt-Kink von mir. Dabei ist es ja bis jetzt nicht viel, woran ich mich zu halten habe.

Auszug gefällig? Ich muss zuerst guten Morgen sagen. Ich muss, wie erwähnt, fragen, ob ich es mir machen darf. Ich habe Kleiderregeln einzuhalten, aber momentan nur für Treffen. Ich darf keine BDSM-relevante Kleidung oder Schuhe mehr kaufen ohne sein OK. Wenn ich was versemmle, gibt es eine Strafe. Ich muss das Laufen in High Heels und bestimmte Positionen üben. Und all das ist mir nicht lästig, sondern lieb, bis jetzt zumindest. Und ich ertappe mich dabei, wie ich mir mehr wünsche.

Ob es mir an einer Stelle mal zuviel werden würde, wenn es Richtung Metakonsens ginge? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich schon. Deshalb spreche ich ja von “Meta Light” für mich. Weil meine Kinder, mein Job, meine Finanzen 3 Bereiche sind, in denen ich für konstruktive Verbesserungsvorschläge bzw Tipps sicher offen bin/wäre, aber in diesen Bereichen die Kontrolle abgeben und mich ohne Widerspruch unterordnen? Das überschreitet meine rote Linie.

Ansonsten aber? Wie gesagt, es ist ein Weg, nicht ein sofortiger Zielpunkt. Ich habe neulich gelesen, dass jemand als Neuling dankbar war, einen dominanten Gegenpol zu haben, dem man die Entscheidungen überlassen konnte, aber je mehr man selber dazulernt, desto weniger bzw gezielter gibt man die Kontrolle ab. Ich fühle das für mich ziemlich genau andersrum. Je mehr ich über D/s und BDSM weiß, und je besser ich den Partner kenne, desto mehr Kontrolle möchte ich abgeben. Hm.

Dazu gehört auch das Safeword. Ich habe sogar ZWEI. Gelb und rot. Weil ich für den Anfang ein Wort wollte, das signalisiert, dass ich echt an der Grenze bin und mehr nicht mehr geht, aber ohne die vernichtende Wirkung von rot. Ich möchte keinen Abbruch einer ganzen Session, nur weil ich in genau dieser Situation wirklich nicht mehr weiter kann. Deshalb bin ich ein großer Fan von gelb – rot. Wobei ich bis dato noch nie gelb herausgepresst habe. Nur fast, um ein Haar. Aber mirakulöser Weise war genau dann Schluss. Als könnte er Gedanken lesen. 😉 Und das heißt, dass dieser Mensch Empathie besitzt, und Einfühlungsvermögen. Dass er aufmerksam und erfahren ist. Und das wiederum bringt mich dazu, früher oder später das Safeword nicht mehr als Notwendigkeit anzusehen.

Das ist wie beim Rest von diesem Metadingens. Man könnte sagen, es hat mit BEDINGUNGSLOSEM VERTRAUEN zu tun, das man haben muss. Wenn man das haben kann, dann ist es ein Traum, und befriedigt das Devote in mir genauso wie den oben beschriebenen Kink. Und wenn man das Gefühl hat, dass man dieses bedingungslose Vertrauen in den dominanten Part nicht haben kann……dann ist für mich persönlich in der Beziehung sowieso der Wurm drin. Weil sie dann maximal das Spielen nach vorgegebener Liste erlaubt, und man selbst da nicht loslässt, sondern immer noch mit einem Auge vorsichtshalber guckt, was der da treibt. Und auf sowas kann ich echt verzichten.

Standard

Nur Männer sind böse. Oder?

Ok. Ich muss mir mal kurz Luft machen, weil ich auf dem Thema schon ne Weile rumkaue, und weil es mir gerade heute wieder “hochkam”.

Also. BDSM. Männliche und weibliche Doms. Devote Männer. Verantwortung. Missbrauch. Feminismus. Alles gemixt.

Was ich im folgenden schreibe, sind meine Gedanken und die Schlüsse, die ich aus dem gezogen habe, was meine Augen und Ohren so in den letzten 5 bis 6 Jahren vor allem online aber auch vereinzelt real life eingefangen haben. Und aus sowas bildet man dann eben seine Meinung. Die ich auch durchaus zu ändern oder zu revidieren bereit bin, wenn es sein muss. Ich bin keine Instanz und kein Leuchtturm, verbuche aber durchaus das Recht auf meine Meinung, und sei sie für manch anderen Zeitgenossen noch so falsch. Ich finde auch einiges, was ich so verfolge, total daneben.

Also. Fangen wir mal mit dem Feminismus an. Gleichberechtigung, Gleichstellung, gleiche Löhne für gleiche Arbeit, Anrechnung von Berufsjahren, die man mit der Aufzucht des Nachwuchses verbringt, kurze Röcke sind keine Aufforderung zum Sex (obwohl es trotzdem ganz nett wäre, wenn wir mal zugeben könnten, dass wir uns nicht nur Samstag Abend ins ultrakurze Röckchen und Decollété bis zum Bauchnabel werfen, um uns endlich in unserer Haut wohl zu fühlen, sondern auch DAMIT den Männern der Kinnladen runterfällt, danke sehr), zotige Witze am Arbeitsplatz sind unter aller Sau (außer, man hat ein weibliches Exemplar vor sich, das genau diese Art von Spaß versteht), alles klar, alles geschenkt. Wobei ich mich nie und nicht mal unter Androhung der Todesstrafe bei Alice Schwarzer bedanken würde, denn was ich von dieser Frau halte, seit ich sie kenne, ist ja bekannt. Nichts.

Das bringt mich dann zum nächsten Gedankengang. Nämlich, dass die Feministinnen online wie offline in der letzten Zeit so gewaltig übers Ziel hinausgeschossen sind, dass sie sich selber disqualifizieren und der ganzen – eigentlich guten – Sache, für die sie kämpfen, einen echten Bärendienst erweisen. Sie hängen einem nämlich langsam aber sicher echt zum Hals raus, und zwar nicht nur den Männern, die nicht als Müll bezeichnet und für jeden guten Rat mit dem “mansplaining!!!”-Zeigefinger bedacht werden wollen, sondern auch mehr und mehr Frauen. Zumindest den ganz normalen 08/15-Frauen, die ihr Leben zwischen all den potentiellen Unterdrückern gar nicht so übel finden, und sich fragen, was das andauernde Gezeter eigentlich soll. Aber Leute wie das Sibelchen und die Social Justice Warrior Bubble auf Twitter sind ja so in ihrem paranoiden Tunnel drin, dass sie weder nach links noch nach rechts schauen können vor lauter Männerhass, und gar nix mehr merken.

Ich stelle für mich fest: Männer haben nicht das Monopol darauf, dumme Arschkrampen zu sein.

Das bringt mich zum nächsten Punkt. BDSM. Missbrauch. Non-consensual Erniedrigungen des Gegenübers bzw das sich-selber-aufs-Podest-stellen, damit man sich überlegen fühlt. Sadismus der miesen, toxischen Art. In meiner Erfahrung ist das auch kein Alleinstellungsmerkmal der Männer. Natürlich gibt es da draußen unzählige Deppen, Möchtegerns, Großmäuler, Frauenprügler, Psychos. Natürlich gibt es da draußen unzählige Frauen, die üble Erfahrungen gemacht haben, psychisch wie physisch. Die gedacht haben, dass ihr Dom ihnen gut tut, und im Endeffekt erkennen mussten, dass er ihnen nur geschadet hat. Die den miesesten Schweinen aufgesessen sind, und ganz schön Federn lassen mussten. Und noch dazu keine wirkliche Anlaufstelle haben, an die sie sich wenden können, weil, wer glaubt schon einer Frau, die BDSM betreibt, aber gleichzeitig angibt, sie wäre gegen ihren Willen verdroschen worden. Ha ha.

Es gibt aber hundertprozentig vielleicht nicht genau soviele, aber VIELE Männer, die in missbräuchlichen Beziehungen stecken und Prügel einstecken müssen, verbal wir körperlich. Das gibt es ja schon in Vanillabeziehungen genug, und zu der Tatsache kommt dann noch die Scham, dass einem als Mann sowas passiert, und was, wenn die Kollegen oder Freunde erfahren, dass eine Frau sie schlägt oder unterbuttert, dann sind sie ja der Spott des Umfeldes…

Im BDSM kann sowas natürlich gewollt sein, wenn der devote bzw masochistische Mann auf Erniedrigung und Haue steht, und die Dynamik in der Beziehung eben so ist. Gewollt von beiden. Geschenkt.

Und wenn es dann in die Profi-Schiene geht, und aus der Bezeichung Femdom eine Domina wird, dann kommt oft noch der Umstand dazu, dass die devoten Männer eigentlich keine devoten Männer sind, sondern Wunschzettelmasochisten, die eigentlich topping from the bottom betreiben, indem sie sich aussuchen wollen, was Frau mit ihnen anstellen darf, und dafür dann nicht zu knappes Geld bezahlen. Mit wirklichem Gefälle hat das nix zu tun, das ist bezahltes Rollenspiel. Maßgeschneiderte Dienstleistung. Geschenkt.

Und es gibt sicher aufmüpfige Männer, die eine dominante Frau austesten und andauernd an der Leine zerren, und die mal mit der Fernsteuerung eins aufs Elektrohalsband brauchen. Geschenkt.

Und manche stehen einfach darauf, wie der wirklich allerletzte Dreck behandelt zu werden. Geschenkt.

Nur….ich bin jetzt seit gut 6 Jahren auf Twitter, besaß auch davor schon Augen und Ohren, und bin seit ca 4 Jahren aktiv im BDSM unterwegs. Und habe auf ein paar Stammis oder auf der einen oder anderen – leider seltenen – Party meine Beobachtungen gemacht. Und durch zahllose Profile auf Twitter geschnüffelt, die ich über RT´s oder Quotes fand. Und weiter und weiter. Und ich muss echt sagen, ich kenne auch Anderes, Positives hier auf Twitter und auch real life. Gott sei Dank. Aber die Anzahl der weiblichen Arschloch-Dommsen, über die man so stolpert, und die ihrer Spezies echt keinen Gefallen tun, so wie sich sich benehmen, ist erschreckend. Was einem da an weiblicher Herablassung, Ignoranz, Arroganz, Überheblichkeit, Verantwortungslosigkeit, Fahrlässigkeit, Bösartigkeit, übelstem Sadismus und teils unverhohlenem Hass auf Männer, vor allem auf diese devoten Luschen (die ihnen ja schließlich dienen, aber nun gut) entgegenkommt, das sucht echt seinesgleichen. Das geht bis hin zu den “mean girls”, die Videos hochladen, auf denen sie devoten Männern ihre Dienste für umsonst versprechen, wenn die es bis zum Schluss durchhalten, und sie dann krankenhausreif prügeln. Und zwar sprichwörtlich. Dass denen noch keiner abgekratzt ist, ist einfaches Glück, sonst nix. Mein lieber Schwan, wenn ein männlicher Dom so mit seiner Sub umspringt, hier online wie auf ner Party real life….der hat einen Shitstorm am Hals, dass er seines Lebens nicht mehr froh wird.

Weil er ja die Sub, die ihm das Geschenk der Submission und Hingabe macht, zu ehren hat usw etc. Andersrum ist das oft genug anders. Manches ist sicher einer unterschiedlichen Dynamik geschuldet. Aber der Unterschied zwischen “weibliche Sub = Augenstern” und “männlicher Sub = Dreck unterm Absatz” ist zu krass und macht mir ein übles Bauchgefühl, dass im Femdom, vor allem bei den Bezahldomsen, aber auch so, mehr als nur ein paar männerhassende, prügelnde Brutaloweiber mit echtem Psychoschaden umherziehen, die ihre Befriedigung daraus ziehen, jemand anderen möglichst fertig zu machen und sich selbst dadurch im Selbstwert zu erhöhen. Oder was immer sonst die Motivation für solche Mistweiber ist, die im BDSM ihrer Misandrie frönen.

Da drüber redet aber irgendwie immer keiner. Weil Männer im BDSM eigentlich immer eher schuldig sind, bis ihre Unschuld bewiesen ist, als das bei Frauen der Fall ist? Weil nur Männer als böse Predators wahrgenommen werden, und die verbrannte Erde, die von Frauen hinterlassen wird, weitgehend ignoriert wird?

Aber vielleicht ist ja alles gut, und mein Eindruck aus mehrjährigem Scrollen, Lesen, Schnüffeln total falsch. Und vielleicht liegt meine Wahrnehmung ja auch teils darin begründet, dass sich mir, sobald ich eine dominant-selbstherrlich-überhebliche Frau ( Codewort “Subbie”) wittere, das Nackenfell aufstellt, weil ich diese Art an Frauen hasse wie die Pest….

Wie auch immer, es drängt sich mir der Eindruck auf, dass wenn Zwei das Gleiche tun, es eben nicht Dasselbe ist. Und dass dominante Männer wahrlich kein Monopol auf totales Arschkrampentum haben. So.

Standard