Die sub, das unbekannte Wesen. Eine Gebrauchsanleitung.

In diesem Post schreibe ich “wir” und meine damit generell alle Frauen, die so ähnlich ticken wie ich, und ich denke, das sind gar nicht so wenige.

Gebrauchsanleitung für subs:

Lerne uns erst mal kennen. Den Menschen hinter der devoten Frau, die du im Auge hast. Rede mit uns. Das können wir nämlich. Klopf uns auf Kompatibilität ab. Das geht tatsächlich gut mit Klamotten.

Sei ehrlich zu uns. Nein, nicht verletzend und um dich schlagend. Aber ehrlich. Wenn du eine reine Spielbeziehung oder nur den Fick ab und zu mal suchst, oder eine Partnerin hast, oder eine, zwei, drei, drölfzig andere subs hast, dann SAG uns das. Vorher. Manche von uns suchen selber auch nicht mehr. Für den Rest von uns ist das nur wieder einmal mehr die Situation dass wir uns hinterher verarscht und enttäuscht vorkommen müssen.

Fall nicht mit der Tür ins Haus. Wir haben bei gegenseitigem Gefallen und monatelanger Abstinenz bis dahin oft gar nichts dagegen, schon kurz nach dem Kennenlernen und Beschnuppern Richtung Bett, Tisch oder was auch immer, geschleift zu werden. Aber bitte nicht das volle Programm am ersten Abend. Denn um zu wissen, wie viel wovon wir aushalten, was wir körperlich machen können und was vielleicht nicht, und wo eventuelle Trigger liegen, musst du uns erst besser kennen. Das alles weißt du nach ein paar Chats und einem Kaffeedate noch lange nicht.

Kümmere dich um uns. Wenn wir mehr wollen als eine Spielbeziehung, dann muss auch mehr Sympathie da sein als es für Sex allein braucht. Schon klar. Aber WENN es in diese Richtung geht, dann sei versichert, dass du eine Frau vor dir hast, die für dich durchs Feuer gehen würde. Wenn du es nicht versaust. Also sei nett zu uns. Das ist nicht schwer. Gib uns einfach das Gefühl dass du gerne mit uns zusammen bist, und stolz bist, uns als deine sub zu haben. Idealerweise weil es auch so IST.

Beschäftige uns. Wir mögen Aufgaben. Wir mögen es, uns für dich aufzubrezeln. Wir lieben das Gefühl, dir zu gehören und dass du über uns bestimmst. Wir lieben es, dir zu dienen. Das macht uns happy, und es macht uns geil. Wir sind eben so gepolt, und eine gut plazierte WA oder eine Aufforderung zu einem versauten Foto oder Video, oder etwas zu tun, auf das wir selber genau jetzt niemals kämen, ja selbst die gute alte Order, uns hinzuknien, rettet uns den blödesten Tag.

Fordere uns. Wir sind vielleicht nicht super enthusiastisch wenn du uns zeigst, mit was du uns als nächstes quälst, und können uns ein mimimi nicht verkneifen, und vielleicht haben wir tatsächlich einfach Schiss weil wir schon wissen dass es gleich heftig wird, aber wir sind trotzdem bereit dazu. Weil wir dir gefallen wollen. Und weil wir hinterher stolz auf uns sein können, dass wir es wieder ein Stück weiter geschafft haben. Wir WOLLEN dass du unser Limit pushst und uns an unsere Grenze bringst. Auch wenn wir das vielleicht weder artikulieren noch zugeben können.

Ignoriere uns nicht. Schlimm genug, dass wir das überhaupt betonen müssen. Gib uns nicht das Gefühl dass wir dich nerven, wenn wir anhänglich sind, deine Kontrolle fühlen wollen, und nur das tun, was du doch eigentlich mal wolltest. Lass uns nicht links liegen, treib nicht das WA Spielchen mit uns, wo du online bist und stundenlang offline gehst sobald wir dir schreiben. Wenn die Dynamik bzw Atmosphäre mal vergiftet ist, weil wir uns nicht mehr trauen, dich mit “irgendwas Ds” zu belästigen, dann ist das Kind schon im Brunnen.

Unterschätze uns nicht. Wir sind sexuelle Wesen und viel viel verdorbener als du vielleicht denkst. Es bedarf nur des richtigen Mannes, das zu wecken. Wir denken auf jeden Fall genauso oft an Sex wie du. Wahrscheinlich öfter.

Mach was draus.

 

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Dom nach Maß

Der folgende Blogeintrag ist absichtlich etwas überzeichnet geschrieben, mit Augenzwinkern vielleicht. Obwohl, eigentlich doch nicht so ganz…

denn…wenn ich mir mein Twitter über die Monate und Jahre so durchlese, dann komme ich fast zwangsweise zu dem Schluß dass

Subs anbetungswürdige, seltene, meist rosa eingefärbte Einhörner sind, die beim ersten falschen Wort des Doms zerbrechen oder sich auflösen könnten, und

es ungefähr siebenhundertdrölfzig Regeln für aufstrebende Doms im Umgang mit diesen seltenen, empfindlichen Tierchen gibt, aber so ziemlich keine Regeln eben für Subs.

Doms müssen gefühlte 1000 Dinge beachten, wenn sie den Karren nicht schnurstracks frontal gegen die Wand fahren wollen. Umgarnen, gut ausschauen vor allem im obligatorischen Anzug, intelligent sein, das Kopfkino Tag und Nacht befeuern, beschützen, verantwortungsvoll in jeder Lage sein, immer das Spiel, die Situation und die sub unter Kontrolle haben, sämtliche Techniken, Kniffe und Gerätschaften kennen und last but not least ein brillianter Liebhaber sein.

Und bevor wir es vergessen, natürlich darf die Sub niemals überfordert werden. Maximal GEfordert, aber bitte nur im Rahmen der vorher langatmig vereinbarten Limits, die als rigides Gerüst zu dienen haben und sicherstellen dass sub niemals außerhalb ihrer Komfortzone gerät. denn..wie soll ich’s sagen…

Es beschleicht mich das Gefühl dass für sehr viele Ladies hier ein Dom ein Dienstleister ist, der ihnen ihre Wünsche und Vorstellungen genau wie gewünscht (aber bitte für lau) erfüllen, und dabei geradezu hellseherische Fähigkeiten haben soll. Das wird natürlich spätestens dann, wenn sub mal groß und mal klein, mal maso und mal schmusig sein will, etwas schwierig werden aber hey, wenn er ein guter Dom ist, dann wird er schon zielsicher wissen ob sie gerade in Spiellaune, depri oder PMSgeplagt ist. Wäre auch besser für ihn, denn wenn er es versaut dann kriegt er es eh ins Genick.

Gegenleistung? Was ist das denn *kicher*?

Gehorsam? Also bitte.

Das Rumgeflirte auf Twitter bleiben lassen? Nicht doch. Ist ja nicht dort, kriegt er eh nicht mit.

Sich wirklich auf ihn einlassen? So WIRKLICH? Auch wenn’s weh tut, unangenehm ist, darauf vertrauen dass er weiß was er tut, und ihn einfach mal machen lassen? Ihm DIENEN wenn er das will, auch wenn man selber grade gar keinen Bock hat, oder müde ist, oder man vielleicht wirklich nur benutzt wird und selber nicht den klitzekleinsten Orgasmus absahnt? Du machst wohl Witze.

Nicht wie ein verzogenes Kleinkind bocken, wenn man seinen Willen nicht kriegt? Pffft.

Ihm gestatten, die Dynamik, das Gefälle, aufzubauen auch wenn man dafür das Regieheft aus der Hand geben muss und nicht wegen jedem Dreck safe worden soll? Oha.

Wie gesagt, das hier war alles überzeichnet geschrieben aber der Unterton ist schon ernst gemeint, wenn ich die ellenlangen Convos über Doms und was sie tun sollen online sehe, und den Aufschrei der rösa Einhörner, die komplett austicken sobald mal was kommt, was nicht ausdrücklich bestellt war.

Tja nun.

 

 

 

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