Nachträge und Vorsätze

Das wird jetzt sowas wie ein Tagebucheintrag, weil es eben raus will, und weil man immer einen geordneteren Kopf hat, wenn man es erst mal niedergeschrieben hat. Hier werde ich versuchen, den Fluss an Gedanken auch halbwegs zu ordnen, und hoffe, der geneigte Leser kann mir so einigermaßen folgen.

Nach monatelangem Kindergarten, den ich mit der Zeit als äußerst unwürdig empfand, noch dazu, weil er gar nicht auf meinem Mist gewachsen war und damit eigentlich nicht MEIN Problem war, ergab es sich plötzlich, dass die “Neue vom Ex” und ich begannen, uns schriftlich auszutauschen, und seitdem passen die letzten Puzzleteile dieses jämmerlichen Spiels von 2017 endlich zusammen. Sagen wir es mal so, es ist mir schon klar, weshalb er immer versucht hat, einen Kontakt zwischen uns zu verhindern. Lügen und Manipulationen, wohin das Auge schaut. Sie scheint schwer verliebt in ihn zu sein, und erscheint mir wie eine wirklich nette Frau, nicht im Geringsten wie das Feindbild, das ich mir vor inzwischen über einem Jahr aufgebaut habe. Ich meine, ich dachte ja tatsächlich mal, dass SIE IHN aufgerissen hatte HAHAHAHA. Ich Blödi.

Ich kann nur hoffen, dass sie wachsam bleibt, und mit bedingungslosem Vertrauen vorsichtig ist. Aber: Not my circus, not my monkeys, und das fühlt sich gut an.

Wenn man sein Haus nur auf Lügen, Halbwahrheiten, und Auslassungen aufbaut, dann bricht einem halt irgendwann die Bude unterm Arsch zusammen. Zwangsläufig. Vielleicht nicht in einer Woche, oder einem Jahr. Aber irgendwann ganz bestimmt. Das ist meine späte Genugtuung. Ich habe fertig, um es mit Trappatoni zu sagen. Ich bin frei. Eigentlich schon seit vielen Monaten, aber auf emotionaler Ebene war der Weg aus dem Loch der Unsicherheit, und des niedrigen Selbstwertgefühls als Sub, das mir diese toxische Beziehung vermittelte, zurück ins Licht der Selbstsicherheit und Selbstliebe lang und steinig. Und die letzte Nachricht an den Verursacher, auf den Punkt, hat selbst nach so vielen Monaten wahnsinnig gut getan. Treffer. Versenkt.

Ich nehme diesen Herrn inzwischen als Lehrgeld auf zwei Beinen, was allerdings auch dazu führte, dass ich heute sehr genau weiß, was ich suche, und welches Verhalten – im Alltag wie auch in Sessions – mir gegenüber ich zukünftig definitiv nicht tolerieren werde. Das bringt mir bisweilen auch mal den Ruf ein, zu wählerisch oder zickig oder überheblich zu sein, was ich in gewisser Weise auch verstehen kann, denn ich gebe zu, dass ich bei einem einzigen, für mich subjektiv als dumm, unpassend, übergriffig, flach, oder auf einen typischen Blödschwätzer hinweisenden Wort sofort über alle Berge bin. Aber für mich ist eine Spielbeziehung eben das eine, und eine echte Liebesbeziehung das andere, und für beide muss nunmal einfach viel stimmen, für die zweite noch viel mehr als für die erste, und der Mann muss sich menschlich und charakterlich dafür qualifizieren.

Ich werde eben von bestimmten Worten, Verhaltensweisen, den erfahrungsgemäß zu vermutenden Intentionen dahinter usw sehr schnell negativ getriggert. Positiv auch, aber das kommt leider extrem selten vor. Ich lese und höre zwischen den Zeilen, und ob es eine Verbindung gibt, wenn zwei Menschen nur miteinander schreiben, oder ob es beim Zweizeiler bleibt, oder ob es sich einfach – frei nach Pulp Fiction- wie “uncomfortable silence” anfühlt, oder ich schlichtweg abgeturnt bin vom Verfasser, oder das Ganze unter “nichtssagend und uninteressant” verbuche, das hängt manchmal von Nuancen ab. Ist halt so.

Die allermeisten Männer, die mich überhaupt interessieren würden, sind, objektiv betrachtet, zu weit weg. Der Rest ist entweder nicht Single, oder entpuppt sich nach 2 gewechselten Sätzen als Neanderthaler, oder findet mich uninteressant, unmöglich, oder unattraktiv. Klar, muss ja von beiden Seiten kommen. Also…weitermachen und Augen offen halten.

Teil 2 – Vorsätze, Pläne, Luftschlösser

In diesem leichten Schwebezustand nach Tacheles habe ich dann auch gleich mit ein paar Leuten im Joy bzw der SZ aufgeräumt. Weil ich mich im Rauschzustand des “meine Würde zurückgeangelt-habens” spontan dazu entschlossen habe, 2019 in meinem Leben ohne ein Zuviel an Diplomatie endlich die Prioritäten so zu setzen, wie sie MIR passen. Oder zumindest, mal halbwegs ernsthaft damit anzufangen. Vor hab ich das ja schon seit Jahren, aber mein gutes Herz und meine Loyalität kommen mir konstant in die Quere. Ich bin halt kein durchsetzungsstarkes, egoistisches Chefinnenmaterial. Aber ich versuch’s. Deshalb kommt man mir dieser Tage auch besser nicht irgendwie blöd, denn für Deppen aller Arten heißt es immer öfter “devot ist aus”.

Das hat mit Doms, Sex, Bdsm gar nicht unbedingt was zu tun. Es geht ums Prinzip. Ums Leben selbst. Zum Teil bin ich ja selber schuld, oder verantwortlich dafür, wie es jetzt ist. Ich war immer schon ängstlich, bekanntes und sicheres Terrain zu verlassen. Und neige zur Bequemlichkeit. Zur Routine. Zum Spatz in der Hand, anstatt zur Taube auf dem Dach. Die Angst vor Veränderung, gepaart mit dem Wissen um die Verantwortung für zwei Kinder. Deshalb bin ich ja auch über zig Jahre in einer nichtssagenden, vielleicht nicht konstant unglücklichen, aber definitiv auch nicht glücklichen Vanillabeziehung geblieben. (Treu noch dazu, nur soviel zum Thema Loyalität) Und dazu kommt noch, dass ich der wahrscheinlich unentschlossenste Mensch auf der Welt bin. Mal A oder B sagen, eine endgültige Entscheidung treffen, und so IST es dann, und aus die Maus? Das ist mir fast unmöglich. Unter anderem deshalb tut mir ja ein funktionierendes Gefälle so gut. Weil mir diese Scheiß-Entscheidungen mal abgenommen werden, und ich da wo nötig, einen Schubser bzw Arschtritt oder eine Deadline kriege.

Diese Angst vor Veränderung, gepaart mit zuviel Pflichtbewusstsein und Verantwortungsbewusstsein, und mit pragmatischen Sicherseitsbewusstsein (Finanzen! Kinder! Materielles! Ich bin Sternzeichen Stier, verdammt!) hat dazu geführt, dass ich seit geschlagenen 20+ Jahren ein Leben lebe, welches für mein komplettes Umfeld praktisch und schön ist, aber für mich nicht wirklich.

Ich meine, mein Leben war und ist nicht “schlecht”. Ich bin zwar längst nicht so wohlhabend, wie man das wahrscheinlich sein sollte, wenn man sich 20 Jahre lang selbst&ständig halb zu Tode gearbeitet hat, aber ich bin auch nicht arm. Ich kann Shoppen gehen, wenn die Kinder neue Ski oder Klamotten brauchen oder Geld für die Klassenfahrt. Wenn die Waschmaschine hin ist, ist das keine Katastrophe. Ich kann auch am 28. des Monats meinen Salatkopf im Biomarkt kaufen, und im Winter haben wir ‘nen warmen Arsch. Ich lebe in einer landschaftlich wunderschönen Ecke Deutschlands, im schönsten Freistaat der Welt. Ohne Hunger, ohne Krieg, ohne sichtbare Ökokatastrophen, mit sauberer, ländlicher Luft und sauberem Wasser. Zwei tolle Kinder, ein Ex, der zwar noch nie “Low Maintenance” war, und meiner Selbstentfaltung durch seine Anwesenheit zuweilen sehr im Wege steht, der sich aber treuherzig um seine Brut kümmert. Meine MS lässt mich auch 4 Jahre nach der Diagnose fast komplett in Ruhe, und seltene Schusseligkeit mit der linken Hand oder mal schlechteres Sehen als anderntags kann ich auf Stress, zu wenig Schlaf, oder Tagesform schieben. Generell….alles gut, Ich kann klettern, balancieren, und hohe Schuhe tragen, ohne mich auf die Fresse zu legen, und müde bin ich wahrscheinlich weniger durch die Fatigue als durch meinen chronischen Schlafmangel.

Jammern auf hohem Niveau also?

Na ja. Mein Leben war die letzten 20 Jahre langweilig, ohne Abwechslung, ohne Highlights, und nichtssagend. Es plätschert dahin, und ich werde älter und irgendwann ist es vorbei, und zusätzlich habe ich zumindest theoretisch ein gesundheitliches Damoklesschwert über meinem Kopf hängen, und habe ich “was draus gemacht”? Dinge erlebt? Länder gesehen? Zeugs erforscht? Erfahrungen gemacht? Kann ich dann auf ein Glas zurückblicken, das randvoll gefüllt mit geilen Momenten, Erinnerungen, Erfahrungen ist? Nein. Kann ich nicht.

Ich habe seit zig Jahren das Gefühl, irgendwie lebendig begraben zu sein. Das klingt jetzt voll dramatisch, aber ich kann es nicht anders ausdrücken. Und da ändert keine neue Lederjacke, keine zwei tollen Kinder, kein schöner Tag mit blauem Himmel was daran. Kennt ihr dieses beklemmende Gefühl, so ein Gewicht auf der Brust, das nichts mit Herzinfarkt zu tun hat, sondern dich immer irgendwie umklammert hält? So ein deprimierendes Gefühl ums Herz herum, das man selten komplett loswird? Dieser Gedanke, “war das alles??” der immer wieder unvermittelt auftaucht? Das Loch, in das man fällt, wenn man mal ausnahmsweise einen wirklich geilen Abend hatte, eine Party, ein Konzert, irgendwas besonderes? Wenn man sich endlich mal wieder lebendig gefühlt hat, und sich so amüsiert hat, dass man für immer so weiter hätte machen wollen, und dann ist es vorbei, und die Kutsche wird zum Kürbis, und man plumpst auf den Arsch und schleicht heim und zieht sich die Alltagsklamotten über und ist zurück in der Gruft?

Genau das Gefühl ist es. Und dass ich dieses Haus nicht einmal spontan verlassen kann, ohne jemanden bitten zu müssen, die Kinder zu nehmen…Dass ich nicht mal die lautstarke Garage öffnen kann (und auch nicht mitten in der Nacht heimkommen), ohne dass der Ex und meine Mutter das mitbekommen und mich neugierig fragen, wo ich war, als wäre ich 15 und müsste mich für irgendetwas rechtfertigen, das ich tue…Dass ich monatelang am Stück keine freien Wochenenden habe, und wenn ich sie hätte, sie gefälligst mit den Kindern verbringen müsste, anstatt mich um MICH zu kümmern…Dass dieser Scheißdrecksgastronomieberuf mir jede Chance auf eine neue Beziehung versaut, weil ich grundsätzlich nie dann verfügbar bin, wenn normale Leute frei haben, und mir so sogar die klassische, sowieso schon suboptimale, Wochenendbeziehung verwehrt bleibt…Dass ich mich seit Jahren bemühe, weniger arbeiten zu müssen, aber es ehrlichgesagt von Jahr zu Jahr eher schlimmer für mich wird als besser…Dass ich nicht einmal krank oder schwach sein darf, und immer den Karren ausm Dreck ziehen muss, egal ob mit Hexenschuss, mit Schleimbeutelentzündung, oder mit Fieber, und dabei zuschauen kann, wie um mich herum alles krankmacht, in Burnouts und Depressionen verfällt, urlaubt, flachliegt, sich frei nimmt und Stunden tauscht untereinander, während ich noch halbtot weitermachen muss, weil es eben meins ist, und weil es kein anderer tut, und weil es mit einem Haus voll Gästen eben weitergehen muss, ohne Möglichkeit, irgendetwas aufzuschieben…dabei bin ICH doch eigentlich viel kränker als die anderen, wenn wir mal genau hinsehen. Und trotzdem der zuverlässige Lastenesel für alle….. all das, und noch viel mehr kotzt mich so furchtbar an, zieht mich so runter, macht mich so passiv aggressiv, dass es an machen Tagen wirklich schwer zu ertragen ist, ohne mal so richtig auszurasten.

Tja, was mach ich da nun draus?

Die erste Konsequenz wird sein, dass ich das Abendgeschäft und die Öffnungszeiten massiv einschränken werde. Ich möchte dieses Haus bis spätestens in ein paar Jahren als Garni betreiben, also Übernachtung/Frühstück. Ich kann und will mich nicht mehr 15 Stunden am Tag, monatelang am Stück, da drin buckelig arbeiten. Ob sich das dann noch finanziell rentiert, muss ich sehen. Tatsache ist aber, dass sich was ändern muss. Punkt. Ich war letzten Sommer nicht einmal beim Schwimmen mit den Kids. Mit denen geht maximal ihr Vater, während ich….arbeite. Auch beim Eis essen, oder im Zoo 2 Autostunden weg, während es warm ist und viele Tierkinder gibt, waren wir seit zig Jahren nicht. Ich schaffe es nicht zum Sport. Ich schaffe es nicht zum Friseur. Ich schaffe es nicht zur Kosmetikerin. Ich schaffe es nicht auf Geburtstage der wenigen Freunde, die mir durch diesen Job geblieben sind. Von Konzerten oder Events oder der SRD (FEIERTAGSWOCHENENDEN!) gar nicht zu reden.

Daher: die zweite Konsequenz wird sein, dass ich mir herausnehme, jede Woche einen Tag ab Mittags nicht da zu sein, und auch erst später am Abend wiederzukommen. Ich brauche Zeit für mich. Friseur, Massage, Sportnachmittag, Sex, Schlaf, whatever. Ich kann nicht mehr, und dieses 24/7 auf Abruf zu sein, nachmittags zwar in der Privatwohnung zu sein, aber dort weder kochen noch Haare färben, noch bloggen, noch mit einer Freundin telefonieren noch baden können, weil theoretisch immer irgendeine Pappnase irgendwas von mir wollen könnte, oder eine Anreise läuten könnte…..und ich dann sogar noch in der halben Stunde am Nachmittag zwischen den “aktiven” Teilschichten, wo ich mich mal hinsetzen und einen Kaffee trinken oder dösen will, wegen irgend einem Scheiß gestört werde, kann so nicht weitergehen. Und wenn das mit dem Ausruhen mal ginge, dann sind da noch die Kinder, die ich eh schon erzwungenermaßen zum Preis des Geldverdienens vernachlässige, und deshalb konstant ein schlechtes Gewissen habe. Das Problem an der Sache ist dann allerdings, dass meine freien Tage für mich sehr teuer werden, denn ich brauche dafür eine Vertretung, und die muss ich bezahlen. Wenn ich überhaupt eine finde. Ansonsten bleibt nur wieder mal die Oma, und die hasst Gästekontakt und -betreuung wie die Pest. Also, schau mer mal.

Und drittens plane ich tatsächlich, in diesem Haus, zumindest in Teilen davon, eine Play Area, ein “Studio”, einen Kerker, was auch immer, einzubauen, bzw zu gestalten. Ernsthaft.

Ja, ich weiß. Finanzielles Risiko. Spinnerei. Luftschloss. Schlechter Ruf, bzw Verlust des guten. Die Kinder! Das Geschwätz! Und wenn’s nicht klappt, dann sind zig Tausende in den Sand gesetzt. Du willst doch nur für selber was, was du eh nicht brauchst, weil du keinen Kerl hast, und verrennst dich total in deinem Bdsm-Wahn. Du kannst das niemals geheim halten vor den Locals. Du musst dich deinem Vanilla-Ex offenbaren, weil du ihn für das Handwerkliche brauchst. Und und und…

Trotzdem. Ich kann das einfach unterteilen. In der Hauptsaison von Mitte April bis Mitte Oktober kein Bdsm. In der Zeit, wo normale Touristen sich eh nicht blicken lassen, exklusive Wochen bzw Übernachtungen oder Wochenenden nur für Bdsm-Volk. Dann verdiene ich vielleicht in der Saure-Gurken-Zeit noch was, und ich kann mir den sauteuren Extra-Schallschutz sparen, denn die zwei Gäste”sorten” können sich so nie treffen, bzw durch Geräusche oder im Haus, aber außerhalb der Play Area getragene schräge Outfits stören.

Dabei bleibt das Haus genauso, wie es jetzt ist. Ein großer, umgebauter Allgäuer Bauernhof im hier üblichen Style eben. Ganz Vanilla eingerichtete Zimmer mit Du/WC, Flatscreen TV, Radiowecker, WLAN, Safe. Leckeres Frühstück vom Buffet. Kein unnötig zu bezahlender Chichi, aber sauber, gemütlich und mit allem notwendigen ausgestattet. Gästekarte für die Aufenthaltstage, die viele Gratisleistungen bzw Ermäßigungen beinhaltet. Ganz normal halt. Ausspannen, Sightseeing, Schlösser, Museen, Berge, Wandern oder Skifahren….was man hier halt so tut. Aber der Unterschied zu allen anderen Kollegen weit und breit (und ich MEINE weit und breit, denn ich lebe mitten in einer Bdsm-Wüste ohne Apartments, Swingerclubs, Studios, Hotels o.ä.) ist eben der besondere, etwas andere Wellnessbereich.

Ich habe schon Ideen, welche – momentan sowieso ungenutzte – Flächen ich dafür verwenden kann. Was da rein soll. Und was NICHT. Ich möchte mich nicht in hunderttausend Styles verrennen. Es gibt so wahnsinnig viele Richtungen im Bdsm. Manche Hotels oder (Domina)Studios bieten (fast) alles an. Man kann da unendlich viel kaufen, und unendlich viel Geld ausgeben. Ich möchte aber keine Latexwelt, kein Verhörzimmer, kein Klassenzimmer, kein Kinderzimmer nebst übergroßen Stramplern, keine Klinik einrichten. Erstens, weil ich mich damit null auskenne, und mir die zB im weißen Bereich gängigen Spielarten bei mir unbekannten Gästen suspekt sind. Und zweitens, weil ich meinen Spielbereich natürlich auch selbst zu benutzen gedenke, und da kommen natürlich Sachen rein, die ICH mag. Kreuz, Bock, Pranger, Bett/Käfig, Deckenhaken, spanischer Reiter, diverse Boden-, Wand-, und Deckenhaken bzw -ösen, Ketten, Seile, Gurte, Spreizstangen….das übliche eben. Ganz “normales” Bdsm. 😉

Und irgendwann können dann natürlich so Specials wie ein Gynstuhl (ich möchte Ophelia grüßen😂) oder eine stabile, ordentliche Fickmaschine dazukommen. Der Fliesenboden, die sanitären Anlagen, sogar eine Sauna für 1-5 oder 6 Personen, die Fußbodenheizung, eine kleine Bar, sogar ein echter kleiner Gusseisenofen (Nein, keine Brandings, ihr Irren!1!11) …ist alles schon drin. Ein Wanddurchbruch, das Verputzen, und dann das Abteilen, Tapezieren, Streichen, die Installation der vorwiegend indirekten Beleuchtung, und eben der Bau bzw Kauf der Spielgeräte sind zu machen. Die Kosten dafür sind meiner Meinung nach absolut überschaubar.

Und das Ganze dann im alpinen, leicht mittelalterlichen oder zumindest längst vergangenen Style. Schwarz-weiß, Edelstahl, schwarz-rot, schwarz-lila, schwarz-schwarz gibt es schon so viel. Ich möchte eher das Ambiente eines alten Bergbauernhofs vergangener Zeiten. Steinwände, Holz, das behandelt unbehandelt “alt” ausschaut, braunes Leder, Kuhfelle, Felldecken, warmes Licht, “alte” Eisen anstatt neuer Silberketten, Naturfarben…..ohhhh ich werde schon bei dem Gedanken ganz hibbelig. Ich richte doch so gerne Zimmer ein, und grüble nach Stoffen und Farben, und jage passende, individuelle Möbel….Hach. Die Sache wäre endlich was, das ich mit Herzblut verfolgen könnte, und das mir Geld in die Kasse bringt, mit dem ich mir das Führen des Hauses als Frühstücksbetrieb, ohne diese Scheiß langen Abendschichten, erlauben könnte. Und etwas mehr Freizeit kaufen.

So gesehen macht Geld nämlich doch glücklich. Weil man sich damit gewisse Freiheiten und Freizeit kaufen kann. Diese braucht man, um sich zu verwirklichen bzw seine Batterien zwischendurch aufzuladen bzw auch, um einen Partner zu finden und zu halten. Und das ist dann Glück.

Schau ma mal, dann seh ma’s schon. Schlösser & Schläge. Der Plan ist im Kopf und geht nicht mehr weg. Und fühlt sich gut an.

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Und wieder ein Jahr, und wieder ein Fragezeichen

So. Jahresrückblick plus Ausblick aufs nächste. Wieder mal.

2018 war durchwachsen und unruhig, mit vielen Ungewissheiten, fiesen Enttäuschungen, der Notwendigkeit, bekanntes Terrain zu verlassen, und sich zurück auf den Markt zu begeben, den ich vor Ewigkeiten schon beschrieb…

https://crimsongonedark.wordpress.com/2017/02/14/die-geschichte-von-der-sklavin-die-auszog-ihren-herrn-zu-finden/

Und seitdem hat sich ehrlich gesagt leider nicht wirklich viel geändert.

Lug und Trug, miese Kommunikation, Trennung, falsche Versprechungen, Wundenlecken, Blödheiten, lächerliches Dominanzgehabe, Interesse grundsätzlich und fast immer von Switchern, Gebundenen, Kuschelfickern, Leuten von 5 Autostunden weiter nördlich, oder “vorwiegend dominanten” Männern. (Was zur Hölle ist eigentlich “vorwiegend dominant”??? Entweder du bist es, oder nicht. Und 90% derer, die denken, dass sie es sind, sind es auch nicht.)

Kostproben gefällig?

Leute, die mehrgleisig fahren, natürlich heimlich.

Leute, die dich mit “Hallo Sklavin” anschreiben

Leute, die sich eine Woche lang gut benehmen, es dann nach WA schaffen, und dir als erstes ein Schwanzbild schicken. UND HÄSSLICH WAR ER AUCH1!!11

Leute, die sich anhören, was aus Gründen eben gar nicht geht, und dir sofort schreiben, dass sie dich zu *bitte hier Tabu einfügen* machen werden. Und du es LIEBEN wirst. SAG MAL HABEN SE DICH ALS BABY AUF DEN KOPF FALLEN LASSEN, JUNGE???

Leute, die ein “Nein” ignorieren. Grundsätzlich. Scheißegal, ob du es freundlich, bestimmt, sauer, oder 5x sagst.

Leute, die unbedingt mit dir “Kaffee trinken” wollen, und als Belohnung dafür, dass sie 150km her fahren (was du von Anfang an nicht wolltest, und ihnen gefühlte 10x sagtest, dass das keinen Sinn macht, weil sie einfach zu weit weg wohnen, um was anzufangen) dir mindestens mal unter den Rock greifen dürfen wollen. HALLO?…

Penetrante Leute. Leute, die nicht lesen können. Leute, deren Dominanz so unecht und gespielt rüberkommt, dass ich maximal grinsen muss, meist aber nur leicht abschätzig den Kopf schüttele.

Ganze drei Männer haben es 2018 seit der Trennung ins real life geschafft.

Ein Twitterer. Ein sehr unterhaltsamer Kaffee.

Mein kinky Vanilla. Der Kerl, der denkt, er sei dominant. Ich weiß es besser, aber habe ihn unter meinen Flügel genommen.

Der Ritter. Drei tolle Wochen in WA, eine herrliche Party, eine wunderschöne Nacht, und…..ein Haufen Wehmut. Ich hätte gerne weitergemacht, in welcher Form auch immer. Fortsetzung folgt aber nicht, leider. Was immer seine Gründe sind, so nett und wortgewandt bin ich noch nie abserviert worden. Im Endeffekt denke ich, dass mein Scheißjob und die Entfernung ihn abgeschreckt haben, etwas festes zu beginnen, so wie fast alle anderen, eventuell brauchbaren Kandidaten, die da je waren.

Und ich habe beim Ritter einen großen Fehler gemacht.

Ich habe ihn von der ersten Sekunde an gemocht, habe mich in seine unglaublich schöne Stimme schockverliebt, und habe, seiner fürsorglichen, zärtlichen Art und seinen Küssen geschuldet, Emotionen zugelassen. Das mache ich sonst nicht. Zumindest nicht so schnell, und nur, wenn ich merke, dass das *mehr* wird. Körperlich sehr schnell sehr weit gehen, ist kein Problem. Warum auch. Ich bin erwachsen. Ich darf das. Aber mein Herz gibt es dazu nicht. Eigentlich.

Das letzte Mal, als es für mich dieses *mehr* war, hat mein damaliger Herr mein Vertrauen missbraucht und mein Herz mit Füßen getreten und ab da habe ich die Schutzmauer hochgezogen. Das klappte auch gut. Spielnachmittage, Freundschaft+, man mag sich, aber nicht mehr. Man schuldet sich nichts, und die Sache bleibt angenehm unkompliziert. Ficken und Spielen und SM geht ohne tiefe Gefühle ganz wunderbar. D/s macht mit einer unverbindlichen Spielbeziehung eh keinen Sinn.

Beim Ritter hab ich es verbockt. Ich habe die Zugbrücke runtergelassen, habe erlaubt, dass er mich nicht nur körperlich, sondern auch emotional berührt, und es war so schön, eine Nacht lang. Ein kleiner Vorgeschmack auf was sein könnte. Und ich bin so ausgehungert, was Zärtlichkeiten und Zuneigung betrifft. Verdammte Scheiße, ich bin in seinem Arm, an seine Brust gekuschelt, eingeschlafen. Das gab es bald 15 Jahre nicht mehr. Ich bin in einem Zustand, wo ich an schlechten Tagen fast losheule, wenn man mich in den Arm nimmt. Nähme. Denn das passiert ja nicht.

Und die Suppe, die ich mir mit der idiotischen Aktion eingebrockt habe, musste ich jetzt den ganzen Dezember durch allein auslöffeln. Wunden lecken, die ich mir selber zugefügt habe vor Blödheit.

Nun gut, 2019 werde ich weitersuchen, mich treffen, spielen, und hoffentlich auf die ein oder andere Party gehen. Leben. Und doppelhoffentlich endlich einen passenden Dom finden, für eine langfristig ausgelegte, regelmäßige Spielbeziehung. Einen, der mich zu schätzen weiß. Und wenn nicht, dann nicht. Spaß haben kann ich auch mit dem kinky V. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir der freie Kopf, die Spuren, die therapeutischen Tränen in einer guten Session bitter fehlen.

Fast so sehr wie das Gefühl, geliebt zu sein, und zu GEHÖREN.

Aber mein Herz sitzt wohlbehütet in einem 3-fach verstärkten Wehrturm, und die Männerwelt muss bis auf Weiteres mit meinem Arsch vorlieb nehmen. Was ja kein Problem zu sein scheint, da der ja das einzige ist, was sie interessiert.

Very well.

 

 

 

 

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