Rituale, Strafbücher & Co.

Seit einiger Zeit habe ich da ja so ein Strafbuch. Ein unscheinbares Teil, schwarz mit karierten Seiten und nem Elastikband zum Zumachen. Er hat grinsend sowas wie “schau, dass es genug Seiten hat” gesagt, als es ans Kaufen ging. Ich weiß gar nicht, warum. Ich bin doch so ein braves Mädchen. 😉 Jedenfalls steht noch nicht viel drin. Erstens, weil er mich anfangs oft vom Haken ließ, als ich ihm Steilvorlagen lieferte. Und zweitens, weil ich versuche, die paar Aufgaben oder Vorgaben, die ich bis dato habe, möglichst gut zu erfüllen.

Ein Strafbuch ist, gerade bei Fern-D/s, durchaus ein gern bzw häufig verwendetes Tool im BDSM, aber es gibt ja nun durchaus Leute, die damit so gar nichts anfangen können, oder es für kindisch und doof halten. Und ICH bin eigentlich auch jemand, der recht alltagsdominant sein kann, sich ungern dreinreden lässt, und es hasst wie die PEST, gemaßregelt oder auf Fehler hingewiesen zu werden. Von irgendwelchen Strafen gar nicht erst zu sprechen. Völlig inakzeptabel. Ich lasse mich doch nicht bestrafen wie ein Kind, und schon gar nicht so, dass es weh tut!!! Und um irgendwelche potentiellen Vorhaltungen im Alltag zu vermeiden, achte ich normalerweise SEHR darauf, keine Fehler zu machen. Fehler machen hasse ich nämlich auch, ich bin ja schließlich (viel zu) streng mit mir selber und gerne mal perfektionistisch. Ich weiß selber sehr genau, wenn ich was verbockt hab. Und wie gesagt, ich wurme mich selber schon genug und brauche keinen, der mir das reinreibt und ….

STOP.

Ich hätte bis zu dem Tag, wo ich dann eines hatte, nie gedacht, was so ein Strafbuch mit meinem Kopf macht. Das Teil ist ein wichtiger Bestandteil meines Kopfkinos. Wenn eine WA kommt mit “Hol das Strafbuch.”, dann könnte er mich genauso gut im Genick packen. Das Herz schlägt schneller, das ungute Gefühl, dass das jetzt suboptimal ist, macht sich breit, man fragt sich, was jetzt wohl kommt….”Ja mein Herr.” Dann darf man das Datum, das Vergehen und die Strafe dafür eintragen. Scheiße. Kurzes Schweigen. Soll ich diskutieren? Betteln? Bringt das was? Och menno. Örks. Nee, bringt eh nix. WA zurück mit Foto vom Eintrag. Grmpf.

Und ab diesem Punkt denkt man bis zum nächsten Treffen immer mal wieder dran, mit dieser Mischung aus Erniedrigungsgefühl, weil man sich doof vorkommt, und unterschwelliger Geilheit, weil einen die Tatsache, dass man ausgeliefert ist aufgrund des D/s-Gefälles, anmacht.

Das Strafbuch ist einfach ein weiteres, heiß geliebtes, effizientes Tool, ein gewisses subtiles Gefühl von Dynamik über die Distanz aufrecht zu erhalten, was ja nicht einfach ist. Was mir allerdings wichtig ist, ist, dass Strafen zwar mal willkürlich, aber normalerweise aus Gründen dort drin landen, und nicht aus reiner Misepetrigkeit, übergriffigen und deshalb nicht erfüllten Forderungen, oder Missgunst. Und immer für irgend etwas, das ich nachvollziehen kann.

Übrigens müssen da nicht immer Schläge als Strafe drin stehen. Kann auch was anderes sein. Bis hin zu irgendwelchen Aufsätzen, die man schreiben darf. Kreativität ist gefragt. Wobei der fünfte von den fünf auf den Oberschenkel vorne stolze 3 Wochen+ sichtbar war. So als Erinnerung. Autsch.

Überhaupt sind mir gewisse Rituale wichtiger bzw lieber als ich mir das manchmal selber eingestehen will. 😉

Zum Beispiel die Kleiderregeln. Auch, wenn mir die Sache mit dem kurzen Rock manchmal nicht schmeckt, weil ich wirklich schöne, lange Röcke habe. Und mir nach ner Weile wirklich die Flossen weh tun in den Heels. Aber es ist so wie es ist, und das ist gut so.

Oder die Positionen, die ich einüben muss(te). Hat was von GOR, fand ich immer total dämlich, und jetzt, mit dem richtigen Menschen im richtigen Moment ist es fast schon ein Selbstläufer. Vor allem die “Startposition” zu Beginn der Session. Gerade stehen, Brust raus, Arme hinterm Rücken verschränkt, Beine weiter als hüftbreit auseinander. Das hilft total, alles, was man im Kopf hat, abzuschütteln, und ab da auf Autopilot zu gehen.

Dass ich, wenn die Hand mir z.B. beim Couchsurfen zwischen die Beine fährt, sofort die Beine breit machen muss. (wenn man erst ein, zwei Mal eine DORT draufbekommen hat, denkt man eher dran). Usw usw usw…

Ein (Spiel)Halsband würde die Kopfsache noch perfektionieren. Zum selben Zweck. Ich bin eben ein kleiner Ritual-Fan mit starkem Bedürfnis nach Gefälle-Besitz-Kontroll-Kopfkino. 😉

Hach. Rituale.





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Fleißsternchen

Das hier werden nur ein paar Gedanken, die mir schon ne Weile im Kopf rumgehen, und zwar bezüglich Kennenlernen und angedachte Regeln vor dem ersten Treffen. Darf man das?

Also, rein theoretisch gilt in der BDSM-Community gern der Grundsatz….dass ein Typ, mit dem du dich unterhältst, und den du irgendwann als potentiellen Anwärter auf den Dom-Posten betrachtest, dir keine Regeln aufzustellen hat, bevor ihr euch nicht gesehen und beschnuppert habt, und du ihn als Dom angenommen -und umgekehrt- hast. Keine Verhaltensregeln, keine Kleiderregeln, keine Wünsche und Anträge, etc. Weil du -zumindest bis dato- NIEMANDEM gehörst, und machen kannst, wie du willst. Das wurde mir auch neulich einige Male ungefähr so zu verstehen gegeben, als ich auf Twitter von den Datevorbereitungen mit meinem jetzigen Herrn berichtete.

Ihr wisst schon. Der Hosenhasser mit dem Faible für Frauenbeine in schlichten schwarzen Halterlosen, High Heels, und kurzen Röcken (ich höre ihn schon beim Lesen murmeln “die SIND NICHT KURZ!!” )

Ich hatte ihn schon vor ungefähr einem Jahr im Joy kontaktiert, aber damals war er “besetzt” und hat dies auch so kommuniziert (ein Umstand, der ihm bei mir zusätzliche Pluspunkte verschafft hat, weil er schließlich auch hintenrum hätte flirten oder mich hätte anbaggern können.) Jetzt haben wir wieder geschrieben, und es wurde von Tag zu Tag ersichtlicher, dass die Chemie stimmt. Und als es ans Treffen ging, habe ich mir Mühe gegeben, die Vorgaben bestmöglichst zu erfüllen. Obwohl ich noch nicht seine Sub war. Aufschrei!!

Ich tigerte los, und habe einen günstigen, aber ganz hübschen schwarzen Rock gekauft, der fast 2 Handbreit überm Knie endete ( für mich bis dahin geradezu ein Minirock), und habe dazu das Oberteil gewählt, was am nächsten dran an einer Bluse war (ich besaß die letzten bald 20 Jahre keine klassische Bluse, da ich bei der Arbeit Chinos mit Polo/T-Shirts trage, und mein privater Style von einer Rock/Bluse-Kombination so weit weg ist wie die Sonne von Pluto). Strümpfe hatte ich sowieso, und dazu habe ich dann halt die höchsten Stiefeletten herausgekramt, die ich fand.

Es ist mir völlig klar, dass ich all das nicht hätte tun müssen. Weil Augenhöhe und so. Bei manchen Leuten auf meinem Twitter hatte ich sogar den Eindruck, als würden sie über meine Bemühungen eher den Kopf schütteln, so nach dem Motto “ich würde mich nie so verbiegen…”, “Kleiderregeln gelten erst, wenn ihr zusammen seid..”, “die hat es echt nicht verstanden..”… und so weiter.

Doch, ich hab es schon verstanden. Stimmt auch alles. So in der Theorie. Da, wo auch immer andere ehernen Grundsätze stimmen, so wie der immer-nur-mit-Kondom-Grundsatz, oder der der-Dom-muss-sich-meine-Submission-verdienen-Grundsatz, und so viele andere. Tja nun.

Wenn ich einen Mann RL treffen will, an dem ich Interesse habe, und zwar BDSM-technisches Interesse, dann bin ich gedanklich weiter als Kaffee. Oder andersrum, ich treffe mich nicht mit einem Mann “einfach so, um mal zu gucken, ob man sich riechen kann”, so nach nem ganz netten Abend im Joy, und ein bisserl Smalltalk. Wenn ich jemanden RL treffe, dann habe mit diesem Mann schon 2, oft 3 Wochen oder noch länger – Monate – in WA verbracht, über Gott und die Welt geredet, diskutiert, gelacht, und ihn bezüglich BDSM von oben bis unten abgeklopft. Und bin auch abgeklopft worden. 3 Wochen Vanillatalk übers Wetter hält ja kein Mensch aus. Die Anzahl derer, die ich nach ganz nettem Geschreibe RL treffen will bzw wollte bzw getroffen habe, kann ich an 2 Händen abzählen. Da hat es dann immer noch bei weitem nicht mit jedem geklappt, aber vorab in der -sehr – engeren Auswahl für den Job waren sie zumindest.

Und zu dem Zeitpunkt, wo jemand zumindest theoretisch so in Frage kommt, dass ich ihn treffe, bin ich auch an der Augenhöhe-weil-ich-ihm-schließlich-bis jetzt-nicht-gehöre-Sache längst vorbei. Das ist normalerweise das erste und letzte Treffen bevor es ans Eingemachte geht (falls es nicht schon BEIM Treffen ans Eingemachte geht), oder wo man merkt, dass sämtliche Chemie und Anziehung, die online da war, RL weg ist, und dann geht man getrennter Wege.

Aber die Chance auf Option 1 bedeutet für mich, dass ich mich so attraktiv wie möglich verkaufen will, und dass ich zeigen will, dass ich zugehört habe und es ernst meine mit dem Willen zu einer D/s-Geschichte. Und da KANN man dann natürlich absichtlich in Ballerinas und Jeans zum Kaffee auftauchen, obwohl man genau weiß, dass das ein No Go ist, weil man klarmachen will, dass man seine eigene Chefin ist, bis man den Startschuss gibt, nämlich. Man MUSS das aber nicht so machen, wenn man eine potentiell gute Sache nicht unter Umständen deshalb platzen lassen will, nur weil man ums Verrecken keine Kleiderordnung vorab akzeptiert. Oder wenn man sich nicht schon vorher in ein negatives Licht rücken möchte.

Ich jedenfalls habe meine im güldenen Buch propagierte “Selbstbestimmung um jeden Preis” nicht ausgeschöpft, bin in Rock, so ner Art Bluse, und hohen Hacken zum Treffen gegangen, und diese Bemühungen schon als ich theoretisch noch gar nicht gemusst hätte, wurden mir als Plus verbucht. Und inzwischen durfte ich alte Frostbeule für den Rückweg zum Auto mit ihm zusammen an einem recht kalten Abend eine Hose anziehen, was sicher eine Ausnahme war, was ich ihm aber hoch anrechne, und was sicher nicht passieren würde, wenn er nicht sehen würde, dass ich mich anstrenge.

Also, Fazit: Man muss nicht über jede Klippe springen, aber sich bestmöglich anzupreisen und bekannte und erwünschte Vorgaben bestmöglich zu erfüllen, ist oftmals sicher kein Fehler, sondern sowas wie ein Fleißsternchen.


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Challenges

Es ist schon interessant….

wie man aufblüht, wenn man gefordert wird anstatt in der Komfortzone vor sich hinzudümpeln.

wenn das Kopfkino die Realität trifft, und man zuweilen vor vollendeten Tatsachen steht, oder man ganz gewaltig über seinen eigenen Schatten springen muss.

wie gut, wie selbstsicher, wie gedopt man sich hinterher fühlt, obwohl -oder gerade WEIL- man sich vorher so nen Kopf drum gemacht hat.

Wenn eine Sub wie ich einen Herrn findet, der Erfahrung und Einfühlungsvermögen hat, und sich tatsächlich die Mühe macht, verstehen zu wollen wie ich ticke, dann fügt sich ein Teil des Ganzen fast von selbst ins nächste, und ER kann anfangen, damit zu arbeiten.

Vordergründig “gegen” mich, aber in Wirklichkeit (auf der viel zitierten “Meta-Ebene” -hach, da kommt man sich immer so belesen und intelligent vor) vielmehr FÜR mich.

Dann wird sichtbar, dass Mann mit mir durchaus einen weiten Weg gehen kann. Dass mein Mimimi nur Angst und Nervosität und over thinking ist, und kein Gejammere oder Befehlsverweigerung. Dass ich eine ruhige, vertrauenswürdige, verantwortungsvolle, menschliche, aber trotzdem auch mal kompromisslose und durchsetzungsstarke Hand brauche. Jemanden, der intelligent ist, mit dem ich reden, lachen und an dem ich mich reiben kann, und der mental mindestens so stark, oder besser, stärker ist als ich. Der es mir durch das Schaffen von unabänderlichen Fakten oder durch Regeln und Strafen, und durch das Geben von Rückhalt ermöglicht, loszulassen und über Hürden zu springen.

Darunter sind Dinge, die mir schwer fallen bzw fielen. Diese Dinge werden durch Umschiffen, Weglassen, Herauszögern nicht besser. Also werden bzw wurden sie gleich zu Anfang in Angriff genommen, damit die Scheu, die Zögerlichkeit, das Mimimi möglichst zeitnah abgehakt sind.

Holzhammermethode? In gewisser Weise ja, vielleicht. Für mich aber genau richtig. Ich neige dazu, unangenehme Dinge oder Sachen, vor denen ich Schiss habe, vor mir her zu schieben bis zum Sankt Nimmerleinstag. Nicht nur in Bezug auf BDSM, sondern allgemein. Damit blockiere ich mich selbst. Das weiß ich auch, aber kann selber irgendwie oft nicht aus meiner Schiene raus. Jemanden zu haben, dem ich trauen kann, dass er weiß, was er tut, und einen durchdachten Plan hat, ist diesbezüglich eine Wohltat. Schwer fällt mir vieles trotzdem, aber so schaffe ich es eher.

Beispiele gefällig?

Röcke tragen müssen, die kürzer sind als alles was ich in den letzten 25 Jahren je in Betracht zog. Dazu Strümpfe und hohe Hacken. Draußen, auf der Straße, wo man massig Menschen begegnet. Mit meinem Selbstbewusstsein. Wo ich doch ungern Blicke auf mich ziehe. Und mich bremsen muss, nicht alle 5 Sekunden am Saum zu zuppeln, der ja hochgerutscht sein könnte. Diese Schlampe in Ausbildung hier neigt nämlich zur Scham. 🙈

Das Ganze gibt es natürlich vorzugsweise ohne Slip. So werden Einkaufstouren zum Erlebnis. Rolltreppen, Schuhe anprobieren (!?!😱), niedrige Sitzgelegenheiten, das Problem mit dem sich-nicht-runterbeugen-können, die Angst, irgendwann auf Kopfsteinpflaster zu stolpern -weil ich nunmal ein Schussel bin- und in dem Aufzug hinzufallen, so dass die ganze Stadt mal was zu sehen hat, Restaurantbesuche, wo natürlich nur noch was am Bar-Tisch samt Barhocker frei ist und man sich tunlichst bemüht, auf den Hocker zu schlüpfen ohne Basic Instinct-Remake….die Gelegenheiten, innerlich flügelschlagend und äußerlich möglichst cool über diverse Schatten springen zu müssen, sind unendlich.

Was da für andere Frauen total normal ist, weil die ihr Leben lang schon das “Weibchen sein” auf hohen Hacken zelebrieren, ist für mich echt eine Umstellung und ein Big Deal. Diesbezüglich bin ich dankbar für das gute Zureden, und die “Beweisfotos”, die ER von mir macht, ohne dass ich es mitbekomme, um mir danach zu zeigen, wie es aussieht, und dass ich die Länge locker tragen kann.

Zusätzlich ohne BH raus müssen. 🙈

In jedem Fahrstuhl, der Umkleide, Treppenhäusern, Parkhäusern etc dann auch deutlich gezeigt bekommen, warum man “oben und unten ohne” unter der Klamotte ist.

Sich abends im Park beim Spazierengehen plötzlich mit nacktem Arsch zur Gott sei Dank gerade nicht befahrenen Straße, und SEINEN Fingern in mir wiederfinden. Und lernen müssen, nicht panikartig zu quieken, sondern es geschehen zu lassen und loszulassen, weil es an IHM ist, sich darum zu kümmern, dass keiner hinter uns läuft, und nicht an mir. Kontrolle und Verantwortung abgeben und bereit sein, wie eine gute Schlampe eben. Klingt einfach? Probiert’s mal so aus dem Stand raus aus, dann reden wir weiter.😂

Klotüre offen lassen, wenn man aufs Klo muss. Vorher fragen, natürlich. Mit dem eventuellen Nein klarkommen und in Kürze eher betteln als fragen.

Nackthaltung. Sprich, in der Wohnung runter mit den Klamotten bis auf Strümpfe und, man ahnt es schon, Heels. Für Topmodels, Twitterpostschönheiten oder Leute mit felsenfester Body Positivity kein Problem. Für mich eine riesige Überwindung. Mit einem deutlich suboptimalen Körper splitterfasernackt und verwundbar, und noch dazu in Position (Arme auf dem Rücken verschränkt, Brust raus, Füße weiter als hüftbreit auseinander….Hilfe, Teppich und 12cm-Hacken, ich kipp gleich um, außer ich versinke zuerst in dem Loch, das sich auftun möge bitte) vor einem vollständig bekleideten Mann zu stehen, ist für einen Menschen mit meiner Denke, meinen Erfahrungen, meiner Vergangenheit echt harter Tobak. Von den Schlägen zwischen die Beine, wenn man schon mal so dasteht, ganz zu Schweigen.

So die nächsten Stunden zu verbringen, oder Lauftraining (Stichwort aufrechter, selbstsicherer ladylike Gang) Richtung Spiegel und retour nackt und in diesen Heels zu machen, ist noch das i-Tüpfelchen.

Vor SEINEN Augen breitbeinig auf dem Boden liegen und wichsen. Während ER vielleicht ein Foto macht, oder mit der Gerte gezielt nachhilft, und einem die ganze Zeit zuschaut. Und dann brav fragen, und kommen. Das klingt easy, ist aber echt schwer, in so einer Situation kommen zu können. Für mich zumindest.

Bestraft werden, und die Schläge mitzählen dürfen, und erläutern dürfen, was man verkackt hat. Ganz easy, wenn man seinen Stolz hat. 🙄 Abgesehen davon, dass es weh tut, auf unangenehme Art.

Die Hausaufgaben machen, und bestimmte Rituale einhalten, und nicht vergessen.

Ein Strafbuch führen müssen. (Dazu, bzw zu ‘Ritualen’ gibt es asap einen eigenen Blogeintrag. Knoten ins Taschentuch.)

Sich den größten Plug, den man besitzt, und der definitiv nicht einfach so mal schnell reinflutscht wie diese 08/15-Glitziteile, vor seinen Augen langsam und mühsam in den Arsch arbeiten.

Ihn machen lassen, wenn er irgendwas für mich bezahlen will, ohne mich deshalb unwohl zu fühlen, oder, als ob ich das nicht annehmen könnte.

All diese Dinge, oder zumindest einige davon, sind für den ein oder anderen Leser sicher tägliches Brot. Für mich sind sie gewöhnungsbedürftige Überwindung, vor der ich mich teils drücken würde, hätte ich eine Wahl.

Aber es ist gut, dass ich die NICHT habe.

Denn bei allem Mimimi….die Durchsetzung all dieser Dinge und meine Kontrollabgabe machen mich endlos an.🙊

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Der Dom, der dient

Klingt sehr befremdlich, nicht wahr? Ein Dom sagt doch, wo’s langgeht, und die Sub ist die, die dient. Oder???

Naja, vordergründig schon. Es gibt Regeln, Strafen, Belohnungen. Der Dom bestimmt innerhalb der von Sub (grob) gesteckten Grenzen, was passiert, und kann frei entscheiden. Und die Sub fügt sich, gehorcht, und dient.

So weit, so gut. Nur, dass im Hintergrund eine ganz andere Dynamik arbeitet.

Die Sache ist nämlich die:

Sub gibt durch Tabus die groben Grenzen vor. Sub hat (oftmals, bzw anfangs) ein Safeword. Sub begibt sich freiwillig in die Situation. Sub hat grundsätzlich Spaß an dem, was passiert. Weil sie devot ist, oder maso, oder beides. Weil sie Spaß am Dienen hat. Weil sie auf Erniedrigung oder Benutzung steht. Weil sie sogar der Eintrag ins Strafbuch, oder der Gedanke, dass beim nächsten Treffen die Strafe abgearbeitet wird, anmacht. Weil sie sogar wenn ihr etwas keinen Spaß macht, doch trotzdem noch irgendwie Lust empfindet, dann eben gespeist durch das Wissen, Eigentum zu sein, über das ER frei verfügt.

Von solchen Beispielen gibt es endlos viele.

Ob das Kleiderregeln sind, oder Vorführung, oder O-Training, oder Keuschhaltung, oder dass man nicht mal sein Essen selber bestellen darf, oder auf dem Boden sitzen muss statt auf der Couch, oder eine Watsch’n oder Schläge kassiert für potentielle Nichtigkeiten……

So viele Dinge sehen von außen betrachtet so aus, als ob Dom frei von der Leber weg willkürlich bestimmt, und Sub MUSS die Kröte schlucken, weil …Sub halt.

Vielleicht ist das sogar der Hauptgrund für diese kleinen “Missverständnisse”, denen Stinos aufsitzen, wenn sie BDSM bzw D/s von außen betrachten, und für im besten Fall verkorkst und im schlimmsten Fall psychischen Missbrauch oder häusliche Gewalt halten.

Denn meist ist es so, dass Sub die Kröte schlucken WILL. Sonst wäre sie nämlich nicht (mehr) da, bei genau diesem Menschen. Selbst, wenn sie irgendwas GAR NICHT will oder mag, dann mag sie das, was unsichtbar DAHINTER STEHT, eben doch. Irgendwie. Weil ihre Seele diese Dynamik braucht, um glücklich zu sein.

Und da wird auch klar, dass sowas nur mit zwei (oder mehr) Menschen klappen kann, die WIRKLICH gut zueinander passen. Die Sache ist recht fragil und ohne Empathie läuft nichts.

Aber man könnte sagen, der Dom dient genauso der Sub wie die Sub dem Dom.

Nur anders. Win – win.

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