Die Koni

Dieser Beitrag kommt unterteilt in Teil 1, der zeitlich vor ca 10 Tagen angesiedelt ist, und in Teil 2 – heute. Ich habe es zeitlich wieder einmal nicht geschafft, so zu bloggen, wie ich mir das eigentlich vorgestellt hatte. Ich bin übrigens medizinischer Laie, und nur mit solidem Halbwissen ausgestattet. Also möge man nicht jedes meiner Worte auf die Goldwaage legen, ok? Wer eine medizinische Abhandlung sucht, der möge Wiki bemühen. Danke.

Teil 1.

Klingt irgendwie niedlich, wenn die Gyn daheim, oder die Chirurgin in der Klinik von “der Koni” reden. Oder die Mitarbeiterin in der Patientenaufnahme. “Ach, zur Koni. Hatte ich auch, da war ich am nächsten Tag wieder fit.”

Nun denn. Aber eine mords OP-Vorbesprechung, Blutabnahme, Untersuchung, zig Fragebögen, und eine Narkosevorbesprechung, auf die ich hier jetzt schon eine geschlagene Stunde warte, braucht es dann doch. Mit Erläuterung sogar der an den Haaren herbeigezerrtesten möglichen Komplikationen. Haha. Toll.

Ich dachte mir, ich schreib mal einen Blogeintrag da drüber. Ein Thema, von dem man nicht viel hört, und auch nicht viel liest. Das Frau wohl meist gerne totschweigt und still für sich löst. Aber ihr kennt mich ja, still sein ist nicht so meins. 😉 Und ich denke auch, dass man da mal drüber reden muss, was da läuft und wie das so ist. Weil es etwas ist, dem Frau im Ernstfall nicht dauerhaft ausweichen kann, und das unter Umständen echt übel enden kann.

Also was ist denn jetzt diese “Koni”?

Eine gynäkologische OP, bei der die Spitze des Muttermundes, der Eingang in den Gebärmutterhals, also des Dings ganz hinten in der Vagina, gegen das Mann beim GV mit dem Penis dagegenwummert (wenn er das schafft ;)) , kegelförmig (lat. Konus) weggeschnitten wird, und dabei die Blutgefäße lokalisiert und gleich währenddessen mit Strom verbrutzelt werden, damit es keine Riesensauerei gibt. Der Muttermund wird dabei verkürzt, und es entsteht Narbengewebe, weshalb das Ganze für Frauen, die noch Kinder wollen, nicht so das Gelbe vom Ei ist. Weil da ja ein intakter, unverkürzter, unvernarbter Muttermund vorteilhaft ist.

Und warum macht man sowas, um Gottes Willen???

Ja, freiwillig bestimmt nicht. Sowas macht man, wenn man sich irgendwann mal bei irgendwem mit HPV infiziert hat im Zuge des – ungeschützten- Geschlechtsverkehrs. Nein, nicht HIV. HPV. Humane Papillom Viren. Das sind Viren, die sich eben dort am Ende des Muttermundes einnisten, recht lange unbemerkt bleiben, und erst mal nix machen. Bis auf die ca 40 (!!) Stämme, die Genitalwarzen verursachen. Das ist ausgesprochen unangenehm, wenn es einen erwischt, denn davon hat man dann nicht ein oder zwei, sondern rudelweise. Der Kelch ging an mir vorüber, Gott sei Dank.

Bei den anderen zig Dutzend Stämmen gibt es Niedrig- und Hochrisikostämme. Risiko deshalb, weil die Dinger eben nicht da ganz still und leise wohnen und nix tun, sondern Zellveränderungen hin zu Krebsvorstufen, und letztendlich Krebs auslösen können. Gebärmutterhalskrebs, in dem Fall. Sie sind aber auch maßgeblich beteiligt an der Entstehung von z.B. Schamlippen-, aber auch von Mund- oder Rachenkrebs. Peniskrebs. Analkrebs. Oha. Na, klingelt’s? 😉

Tja, und bei kerngesunden 20jährigen ist es meistens so, dass das junge, gesunde Immunsystem die Viren plattmacht, und die Infektion ausheilt. Bei nicht so ganz kerngesunden Mittvierzigerinnen schaut es da schon anders aus, leider. Man kann das per Abstrich und Labor alle Vierteljahre kontrollieren lassen, ob die Zellveränderungen schlimmer werden. Aber im Ernst, wer will denn das? Alle 3 Monate gucken ob es schon höchste Eisenbahn ist oder hoffentlich noch ne Weile geht? Nein danke. Und irgendwann bist du dann bei Krebsvorstufen und der Arsch geht dir auf Grundeis. Nein. Weg mit dem Zeug. Ich brauche meinen Muttermund nicht mehr, zumindest nicht zum Kinderkriegen. Davor sitzt zusätzlich noch ein Polyp, der wegen jedem Pipifax blutet, und der den längst überfälligen Spiralenwechsel behindert.

Also machen wir da jetzt kurzen Prozess, und eine kleine, ambulante Generalsanierung eines Bereichs, den ich noch zu benutzen gedenke. 😎

Und weil das sehr viele Leute haben, erkannt oder unerkannt, und weil so gut wie keine(r) drüber schreibt oder redet, mach ich das jetzt. Vielleicht nimmt es dem ein oder anderen Menschen ja die Angst oder die Scham. Laut meiner Gyn ist HPV nämlich WEIT VERBREITET und die Behandlung Routine. Und von den Leuten in meinem Alter, aber auch jünger, sind nur wenige bis gar niemand geimpft. Das mit dem Impfen ist ja erst seit einer Weile aktuell, bzw bekannt, und auch jetzt noch raffen die Wenigsten, dass sie ihre Söhne vielleicht ja auch impfen lassen sollten….

Schätzungen zufolge kommen die meisten Menschen irgendwann mit HPV in Kontakt, da bis dato von den Geschlechtsverkehr ausübenden Jahrgängen fast keiner geimpft ist. Bei Männern ist die Infektion weiter auf dem Vormarsch. Die merken es nicht wirklich, so von wegen Juckreiz, Ausfluss o.ä. Keine erkennbaren Symptome. Außer, sie haben Warzen. Diese können – mit gutem Immunsystem halt – von selber vergehen,und ansonsten entfernt werden. Der Mann bleibt aber Überträger. Das ist wie bei Herpes. Einmal drin, kriegste das nimmer los. Frauen können sich die Viren wenigstens noch wegschneiden bzw wegschmoren lassen, Männer werden meines Wissens nach die Viren ohne gutes Immunsystem schlicht nicht mehr mehr los. So viel also zum Thema “weit verbreitet”.

Das Virus fängt man sich wie gesagt beim ungeschützten Sex ein, und wenn man keine Genitalwarzen bekommt, dann merkt man das gar nicht. Erkannt, dass das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs etwas mit Sex zu tun haben muss, hat man vor vielen Jahren, als komischerweise Prostituierte oft krank wurden, und Nonnen oder sexuell sehr enthaltsame Frauen so gut wie gar nicht.

Und nein, wir machen jetzt nicht mit erhobenem Zeigefinger ein Fass auf, weil ungeschützter Sex EINSELF!!!! Spätestens, wenn man sich in einer festen Beziehung wähnt, und das Gegenüber vertraut wirkt, sauber erscheint, und regelmäßig beim Doktor ist, dann lässt man diese doofen Gummis weg. Tja. Nur wer immer im Ganzkörperkondom rumrennt, bis der Partner einem eine Armada von Testresultaten, Smear-und PAP-Tests und ein paar Bluttests vorlegt, der werfe den ersten Stein. Das Dumme ist halt, dass man andere Infektionen oder STDs mit Medikamenten/Antibiotika, Salben etc wegbekommt. Das HPV bekommt zumindest Frau nur mit einer Konisation wieder weg, außer, sie hat (noch) das besagte super Immunsystem.

Nun gut. Blutabnahme, Gespräch, Untersuchung, Ausfüllen von zig Einwilligungsbögen, Narkosegespräch….alles vorbei. Und nicht einer hat dumm gegrinst oder irgendeine Bemerkung fallenlassen, oder den Kondom-Zeigefinger erhoben. Alle waren nett, professionell, und der Termin steht. Begeisterung sieht anders aus, aber was muss, das muss.

Teil 2.

Heute war der große Tag. Bis 6 Stunden vorher darf man was essen, also ist bei einem OP Termin um 10 Uhr Vormittags spät Abends davor noch ein Sandwich drin. Morgens dann nur noch wenig Wasser. Aber kein Kaffee, nix mit Milch, etc. Nüchtern, halt. Lässt sich machen.

Die OP ist ambulant, d.h. man wird operiert, dann noch ein paar Stunden (2-3) überwacht, und darf nach Hause. Natürlich von einer Vertrauensperson abgeholt. Die 24 Stunden nach der OP soll man nicht allein sein, und darf weder Auto fahren, noch irgendwelche Maschinen bedienen. Kennt man ja.

Ich schildere jetzt, wie es für mich war. Ihr werdet sehen, so schlimm ist das nicht. 🙂 Ich kam da hin, wurde aufgenommen, und Richtung Umkleide verfrachtet. Da musste komplett alles runter. Einmal nackt, inkl eventueller Schmuck (daheim gelassen), Piercings (seit 5 Jahren keine mehr drin), Brücken, Gebiss o.ä. lockere Teile (alles fest), Brille (Hilfe, blind!!!), Hörgerät (nope). Dann gab es Papierschuhe, eine Haube für die Haare, ein schickes Hemdchen (hinten offen wie in amerikanischen Krankenhausserien), und einen sexy Taillenslip aus Netzmaterial (???? warum nur). So ging es ins Bett, unter eine vorgewärmte Bettdecke (hach, Luxus), und dann mit Umweg über das WC ab in den OP-Bereich. Die waren heute Vormittag so schnell, dass ich eine Stunde früher dran war als erwartet. Dafür war ich dankbar, weil ich dann weniger Zeit für Nervosität und Fluchtpläne hatte.

In den OP-Bereich wurde ich geschoben wie ein bettlägeriger Patient. Ist wahrscheinlich ne Versicherungsgeschichte, nehme ich an. Im ersten Vorbereitungsraum durte ich auf eine schmälere, wendigere, ziemlich harte OP-Liege mit Armstützen umsteigen. Seitengitter hoch, ein Gurt zwecks Fixierung (hihihi) über die Beine, und weiter in den OP-Vorraum. Dort durfte ich auf dem Bildschirm an der Decke über mir eine tolle Reportage über die Alpen gucken, und eine OP-Schwester legte mir den Zugang in den Unterarm, drei Finger breit über dem Handrücken, und hängte eine -ich glaube es war- Kochsalzlösung an. War auszuhalten. Im Alltagsleben, jenseits von SM, sprich bei Ärzten, habe ich keine Angst vor Nadeln. (Abgesehen von Lumbalpunktionen. Das hatte ich einmal im Leben, und habe deshalb auch eine Vollnarkose anstatt einer Rückenmarksnarkose gewählt. Mit einer Nadel an meine Wirbelsäule geht mir nie wieder jemand. Ich werde kämpfen und beißen. Ja, SO SCHLIMM ist das. Und ich halte was aus. Aber glaubt mir, ihr wollt das nicht. Ihr wollt eine Vollnarkose.)

Dann kam eine Blutdruckmanschette an den anderen Arm, 3 selbstklebende Überwachungselektroden (?) auf den Oberkörper, und ich bekam einen kleinen Monitor. Und dann kam der Operateur, und stellte sich kurz vor, und smalltalkte über das, was jetzt gemacht würde. Ich sagte, dass ich auf dem WC war, und seit gestern Spätabends nur 3 Schlucke Wasser hatte, und auf einen normalerweise fälligen Blasenkatheter definitiv verzichten wollte. War ok und wurde so weitergegeben. Uff.

Danach war auch schon der Anästhesist da, und stellte sich ebenfalls vor. Und gefühlte 10 Sekunden später atmete ich schon “Sauerstoff” durch eine mit 10 oder 15 cm Abstand über mein Gesicht gehaltene Maske tief ein und aus. Jaja, schon klar. Und ein paar Sekunden darauf sagte er, dass mir jetzt wahrscheinlich gleich schwindelig werden würde, und ja, da hatte er Recht. 😉 Kennt jemand das Gefühl, wenn man beim “Choking” (was es ja eigentlich gar nicht ist) die Arterien außen am Hals gekonnt abgedrückt bekommt, bis einem (fast) die Lichter ausgehen? So ist das. Schwindel, das Gesichtsfeld wird kleiner, du möchtest noch sagen, dass du schon was bemer……..und zack, weg. Kein Einschlafen. Filmriss.

Sprich: das in den eigentlichen OP geschoben Werden, das wie auch immer Gyn-Stuhl-ähnlich gelagert Werden, das die Beine in irgendwelchen Stützen fixiert Bekommen, die Desinfektion des OP Gebietes, das Spekulum (und ich nehme an, die dehnen ordentlich auf), die Desinfektion der Vagina selbst, innen, schlicht alles, was einem irgendwie unangenehm, peinlich, oder auch irgendwie schmerzhaft sein könnte bevor es RICHTIG los geht, kriegt man alles nicht mehr mit. Da ist man längst in Morpheus´Armen.

Das nächste, was ich weiß, war die Stimme des Anästhesisten, dass ich jetzt allmählich wieder wach werden sollte oder könnte, und dass ich einen trockenen Mund hatte als ob ich übelst geschnarcht hätte (Oh Gott, hoffentlich nicht hahaha), und dass ich wie bei bisher jeder Narkose erst mal verblüfft dachte “hä, wie jetzt?” und dann in einer Art innerlicher Bestandsaufnahme erfühlte, dass ich noch in einem Stück war, nichts weh tat, und ich anscheinend noch lebte. Ja, ich bin eher der ängstliche Typ 😉 Kurz darauf sagte jemand, dass alles völig problemlos verlaufen war und alles erledigt wäre. Koni gemacht, Polyp weg, Spirale gezogen, Gewebeproben aus der Gebärmutter, dem Gebärmutterhals, und dem Muttermund genommen.

Ab da war dann alles gut. Ich wurde vom OP-Tisch wieder hydraulisch und rückenfreundlich auf meine Liege verschoben, warm zugedeckt, und mit Monitor und Sauerstoffmessungs-Clip am Finger ins Aufwachzimmer verfrachtet. Dort bemerkte ich nach einer Weile unterm Dösen, dass es drückte oder irgendwie weh tat. Oder beides? Das Gefühl war ein drückendes Brennen. Als die Schwester vorbeikam und fragte, wie es mir ging und ob was weh täte, sagte ich dann halt ja, etwas. “Wie schlimm, auf einer Skala von 1 bis 10?” “Naja, so…..2 oder 2,5 vielleicht”. “Na, dann kriegen Sie bissel was, nicht, dass sich das steigert.” Schwupps, Schmerzmittel in den Zugang, und eine Minute später war das Thema erledigt. Ich wurde von Minute zu Minute wacher, hörte den anderen Patienten zu, bekam mit, dass einem Mann die operierte Hand weh tat, und einer Frau der Fuß wohl SEHR weh tat, denn sie bekam insgesamt 3x Schmerzmittel. Kurz darauf musste sie brechen, genau wie eine andere Frau am anderen Ende es Raums. Das passiert nach Narkosen wohl öfter. Ich persönlich habe noch nie deshalb reihern müssen, oder war länger angeschlagen.

Das heute war eine ca 30-Minütige Maskennarkose bis zum Kehlkopf, aber ohne Intubation, und die habe ich super vertragen. Irgendwann kam dann eine Chirurgin mit dem OP-Bericht, erklärte mir nochmals alles, und zählte auf, was die nächsten 2 bis 3 Wochen flachfallen müsste.

Sauna, Fitness, Radeln, Badewanne, Tampons, Sex, ….alles, was “da unten” reibt oder Infektionen begünstigen könnte. Es wird noch ein paar Tage etwas nachbluten bzw rösa rumferkeln, darf aber nur im Stile einer schwachen Periode sein. Eine in einer Stunde vollgeblutete Binde wäre zuviel und ich müsste dann möglichst gleich zur Gyn. In ca 7 bis 10 Tagen wird der Schorf bzw die Schmorkruste vom Muttermund abgehen, und das wird auch nochmal etwas ferkeln. Die neue Spirale darf dann während der nächsten Periode (die erste seit über 5 Jahren wieder), wenn alles verheilt ist, gelegt werden.

Dann bekam ich noch eine der Ursachen für das drückende, unangenehme Gefühl in mir entfernt: die große Tamponade, die direkt nach der Koni eingelegt wurde, um Druck auszuüben und eine Nachblutung zu verhindern. Einmal gezogen, zack, weg. Tat nicht weh. Ab da saß ich dann aufrecht. 2 starke, heiße Kaffees und eine Breze später durfte ich aufstehen, mich anziehen, aufs Klo…..und nach Hause. Mit Abholer, nicht allein.

Und jetzt ist es Mitternacht, und ich hatte den ganzen Tag weder Schmerzmittel, noch Schmerzen. Keine übermäßige Nachblutung, keine Beschwerden. Topfit, abgesehen vom üblichen hundemüde. Alles gut.

Da die in den Vorab-PAP-Test ermittelten Zellveränderungen noch moderat waren, und ansonsten auch weder irgendeine Schleimhaut irgendwo, noch der Ultraschall auffällig waren, sehe ich den zytologischen Ergebnissen relativ panikfrei entgegen. In ca 2 Wochen ist Termin bei der Gyn.

So. Langer Eintrag. Ihr seht, es gibt natürlich tollere Dinge, aber eine Konisation ist nichts schlimmes. Die Vorbereitung geht zwar gefühlt in Richtung Herztransplantation, wenn man bedenkt was für ein kleiner Eingriff das ist, und dass wir hier über eine Stelle reden, die ungefähr so groß ist wie eine Daumenspitze. Aber es ist halt eine OP, und beinhaltet eine Narkose, und da hängt man dann eben in diesem System drin. Aber es ist wirklich nicht schlimm, ich habe seit dem Aufwachraum weder Bauch- noch Rückenschmerzen, und mache morgen wieder mein ganz normales Ding. Es muss einem nicht peinlich sein, dass man sich “sowas” eingefangen hat. Keiner reitet drauf rum. Dafür haben das einfach zu viele Menschen. Man ist in keiner Sekunde einer potentiell erniedrigenden Situation ausgesetzt, oder muss vor der versammelten Mannschaft im Wachzustand im Gynstuhl liegen. ( Nein, das ist hier kein BDSM-related Blogbeitrag. Nix Klinik. Das ist hier Krankenhaus. Das ist was GANZ anderes)

Es hat mir vorab vor dem Tag gegraust, und vor der Narkose, und überhaupt….Aber ich bin im Nachhinein jetzt echt froh, dass ich mich nicht gedrückt habe, und das habe machen lassen. Ohne Viren in mir drin, die ich nicht loswerde, und die mir irgendwann ernste Schwierigkeiten machen könnten, ist das Leben leichter. Und angeblich kann HPV sich zukünftig nur noch sehr schlecht einschleichen. An einem vernarbten Muttermund kann das Virus sich nicht mehr gut häuslich einrichten.

Ich hoffe, ich konnte dem/der Ein- oder Anderen hier die Angst bzw das ungute Gefühl und die Unsicherheit vor der Koni nehmen, und zusätzlich allen Lesern, die sich noch keine Gedanken gemacht haben, einen Schubs geben, sich – m/f/d – testen zu lassen, auf ihren Muttermund aufzupassen, und die eigenen Kinder rechtzeitig zu IMPFEN. Auch die Jungs. HPV ist ne Volksseuche, Leute. 😉

Nachtrag , gut 3 Wochen später:

Die Heilung verlief ohne Probleme. An Tag 8 wurde aus dem rosa Getröpfel eine mittelstarke Blutung, wie prophezeit. Diese hielt eine gute Woche lang an, was für das Ablösen des “Schorfes” (der ja keiner ist, weil Schleimhaut) etwas lang und ungewöhnlich wäre. Ich sollte so 2 Wochen nach der Koni aber sowieso zur Kontrolle zur Gyn, und es stellte sich als stinknormale Regelblutung heraus. Schließlich war die Hormonspirale bei der Koni mit gezogen worden, und zack, Blutung. Sowas ist man nach 5 Jahren Luxus ohne Blutung gar nicht mehr gewohnt. Inzwischen ist aber alles weg. Bei der nächsten Butung kommt die neue Hormonspirale rein, und dann bin ich wieder einsatzbereit. 😉

2 Sachen waren nicht so schön hinterher.

Erstens mal, dass am Tag 1 nach der Koni es sich nach einer empfindlichen Stelle an der Schleimhaut anfühlte, was ab Tag 2 beim Pinkeln weh tat, und sich an Tag 3 nach Begutachtung im Handspiegel als stark geschwollene, knallrote kleine Schamlippe links erwies. Holla. Wie das? Nun, in den darauffolgenden 1-2 Tagen kam ein dunkelrotes Streifenmuster durch, 2 rote Streifen auf hellrotem Grund. Ich nehme an, die Schlinge. Das heißt, der Operateur hat mir beim Rausziehen der glühend heißen Schlinge ein Branding verpasst. Soll nicht sein, aber kann. Aua. Da halfen ein paar Tage Tyrosur Gel, und danach eine Wund- und Heilsalbe. Alles wieder gut inzwischen.

Das zweite war der zytologische Befund. Ich ging ja mit 3D2- Befund in die OP. Also deutliche Dysplasie, aber mehr auch nicht. Im Befund der Zytolgie waren jetzt aber 4A Zellen. Das heißt, Krebsvorstufe. Höchste Eisenbahn. Nochmal Schwein gehabt. Daran knappse ich noch immer etwas, bzw werde mir mehrmals am Tag klar, dass ich vielleicht ein halbes Jahr und einen verbummelten PAP-Test weiter fürchterlich in der Scheiße hätte stecken können. Das hat mir jetzt genug Schreck eingejagt, um sofortigst einen Termin für eine Darmspiegelung vereinbart zu haben, die ich auch schon ewig schiebe.

Und Ihr geht brav zum Doktor, ne.

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Doms Aufgabengebiete oder wofür hat man den denn, wenn er nix entscheidet???

Nach ein paar WA zum Thema mit der lieben @Wortkomponistin dachte ich mir, ich schreib die Gedankengänge mal etwas “öffentlicher”. Vielleicht lesen es ja ein paar selbsterklärt dominante, dem D/s zugeneigte Männer, und lernen vielleicht sogar was dabei.

Auf das Thema kamen wir durch eine Konvo über Partykleidung, und Frauen, die nicht wissen, was sie anziehen sollen. Gut, unsicher ist man immer, unabhängig davon, ob man lange dürre Haxn hat oder nicht, aber im Zweifelsfall sollte für die Endabnahme des Outfits und die Entscheidung dann eigentlich der Herr da sein. Wofür hat man den denn, wenn er nix entscheidet? Das war der Beginn des Gedankenganges, dem ihr jetzt diesen herrlichen Eintrag hier verdankt.

Wieder einmal ist dieser Eintrag SUBJEKTIV gehalten, das heißt ihr müsst nicht so denken und D/s so wollen wie ich, aber mein Kopf denkt halt so.

Bei meinem letzten Herrn durfte ich meinen Alltag behalten, weil es einfach kaum zu machen, und unrealistisch ist, Leute 24/7 bei der Arbeit und im Familienleben dauerreglementieren zu wollen. Hose im Job? Klar. Flache Arbeitsschuhe? Ja, was denn sonst. Da High Heels oder nur noch Röcke, oder nie mehr Unterwäsche (auch nicht bei -23 Grad im Januar!!!!) zu verlangen, oder Subs eine Woche im Metallkeuschheitsgürtel in ihren Alltag zu entlassen? Sorry, auf sowas kommen nur Spinner.

Aber für TREFFEN, oder gemeinsame Zeit, oder Sessions, oder für irgendwas, das mit BDSM zu tun hat, will ich fragen müssen. So bin ich halt. Zuletzt ging ER mit mir shoppen, und seitdem habe ich 2 kurze, schwarze Röcke daheim, die ich mir nie im Leben gekauft hätte, weil sie mir viel zu kurz sind, die mir aber zugegebenermaßen gar nicht schlecht stehen. Dieses durch den Laden bummeln mit ihm, und hiflos zusehen, wie ER Sachen aussucht, und auf ein gebrummeltes “och nö…” nur einen Blick und ein “das entscheidest nicht du” zurück kriegen…..das macht mich an. Und ist doch das Salz in der Suppe, schließlich.

Ich kann mich auch erinnern, dass ich einmal -ohne zu fragen – Unterwäsche bestellte. Nur zum Anprobieren, aber sie war halt für Treffen gedacht. Das war wieder einmal so ein Fall, wo ich etwas besonders gut machen wollte, und mein vorauseilender Gehorsam – um drei Ecken rum- mir zum Verhängnis wurde. Weil ich da hätte fragen müssen. Das tat dann beim nächsten Treffen weh. Und…..auch DAS macht mich an. Nicht unbedingt die Strafen. Denn wenn man jemanden hat, der das ernstnimmt und nicht nur wischiwaschi spielt, dann fordert man Strafen besser nicht heraus. Aber das Gefühl, dass es durchgezogen wird, und Mann zu seinem Wort und den Vereinbarungen steht. Die Führung hat, die Kontrolle hat. Dass ich nicht aus der Sache rauskomm. DAS macht mich an.

Und im Umkehrschluss lässt das Fehlen dieser “Merkmale” mein Interesse an jemandem recht schnell erkalten. Es geht ja nicht nur bzw nötigenfalls um Klamotten und Schuhe, oder die Frage “Höschen, oder unten ohne?” Es geht um mehr. Es geht um den D/s-Gedanken per se. Dass ER führt, und ich mich führen lassen will. Es geht um den Gedanken, Eigentum zu sein. Es geht um das Wissen, dass er sich Arbeit und Gedanken macht, was er wann von mir verlangen kann, und wie er mich fordern und mein Hirn beschäftigt halten kann. Es geht darum, dass die oftmals großen Töne, die viele Herrschaften anfangs gerne spucken, auch noch nach 2 Wochen deutlich hörbar sind, und nicht mit einem leisen Meersau-Quietscher im Nirvana des seichten Alltags verschwinden.

Das ist übrigens für mich persönlich bei schriftlichem Kontakt zu potentiellen Anwärtern um den Job immer ein recht sicheres Kriterium:

Wie reagiert er auf spielerisch anzügliche Bemerkungen? Kann er mit Sprache jonglieren? Kann er zwischen der Zeilen lesen? KAPIERT ER, was ich sagen will, und steigt er drauf ein? Und was kommt dann von ihm? Dummgeschwätz, unerotisches Bla, niveaubefreites Übers-Ziel-Hinausschießen? Ignoriert er es und schreibt weiter, als wäre ich irgendeine Bekannte? Oder hat er die sich ihm bietende Chance gar nicht gerafft, und steigt deshalb nicht drauf ein? Oder macht er den Eindruck, gar nicht zu wollen? Kommt er Möchtegern-dominant rüber und ich finde ihn nur irgendwas zwischen langweilig und peinlich? Oder ist er so ein extrem seltenes Exemplar, das das Spiel mit der Sprache beherrscht, und es vermag, einem ganz beiläufig selbst härtestes Sex-Vokabular so gekonnt an den Kopf zu knallen, dass es kein turn-off ist. Sondern das Kopfkino von 0 auf 100 geht, und die Worte so nach natürlicher Dominanz “riechen”, dass frau schon beim Lesen spüren kann, wie sich ein Stockwerk tiefer alles zusammenzieht. Fuck yes. Das sind die Guten. Die sind nur leider selten.

Ich schweife ab…..obwohl, eigentlich doch nicht. Diese Fähigkeit, mit Sprache zu spielen, ist nämlich wichtig, um auch später noch seine Wünsche, Anträge, Aufträge so rüberzubringen, dass Sub ihm aus der Hand frisst. Ihr Männer glaubt ja gar nicht, was gezielt eingesetzte und klug gewählte Worte in Schrift oder auch (auf)gesprochen, bei uns auslösen können. Und wenn ihr es wissen solltet, warum zum Henker benutzt ihr das Wissen dann nicht?

Es soll da ja so Frauen* geben, die auf gekonnt rübergebrachte Befehle hin fast schon wegschwimmen, bevor sie überhaupt angefangen haben, die Aufgabe in Angriff zu nehmen. Frauen, die sich wünschen, auf sie zugeschnittene, perfekte Erniedrigungen zu hören, gepaart mit ein paar liebenden Ohrfeigen. Frauen, die ab und zu das gute alte “Du gehörst mir” hören oder lesen wollen. Und die Dominanzgehabe á la *auf dem Nachhauseweg unvermittelt am Hals gegen die Wand drücken und mit der anderen Hand zwischen die Beine fahren* oder *beim Küssen im Nacken packen und so fixieren* lieben.

**mich

Warum machen so viele von euch das nur zu Anfang, und lassen dann schnell stark nach? Genauso wie bei euren Nachrichten oder Messages? Wenn dieses D/s-Ding halbwegs klappen soll, dann müsst ihr euch bemühen. Nicht nur einmalig. Nein, auch nicht andauernd. Aber konstant. Denn wenn mal 2 Wochen kein Gespräch über Orgasmuskontrolle bzw Wichsen stattfindet, und ihr anfangs NATÜRLICH die Kontrolle da drüber wolltet, aber danach weder Aufträge noch Verbote erteilt, noch euch drum kümmert, warum Sub seit 3 Wochen nix mehr dazu gefragt hat…..wieso soll Sub sich dann noch an etwas halten, oder euch informieren? Wer so viel Desinteresse zeigt, dem muss man diesbezüglich auch nicht mehr gehorchen. Ist euch ja eh egal, anscheinend.

Und so schaut es in vielen Bereichen aus. Wir folgen gern, unsere Submissivität und unsere Bereitschaft zur Hingabe und zum Gehorsam ist geweckt, und wir sind wie ein Hund, der wedelnd zu Füßen des Herrn sitzt und sehnsüchtig darauf wartet, dass er endlich dieses verfickte Stöckchen wirft. JA DANN WERFT ES HALT AUCH, HERRGOTT. Seid mal etwas kreativ.

Das ist auch so eine Sache: Ihr seid die Doms. Die Herren. Wölfe. Leader. Was auch immer. Dann führt doch bitte auch. Sucht euch ein Szenario aus. Plant die gemeinsame Zeit. Seid kreativ dabei und übernehmt die Kontrolle. Es gibt nicht viel, was ein größerer turn-off für mich ist als ein Dom, dem ich Vorschläge machen und Anweisungen geben muss wie einem großen Kind, das nicht weiß, was es tun soll oder könnte.

Probier doch mal Xy aus.

Wie wäre es , wenn du zuerst AB benutzst, und dann CD.

Wir könnten doch dieses und jenes…

Fessel doch mal so und so.

Benutz doch mal die Augenbinde…..

Es gab schon Männer, denen ich meinen Wunschzettel präsentieren konnte, und den haben sie dann treuherzig und gewissenhaft abgearbeitet. Klar, war nett. Frau weiß, was kommt, und das sind dann ganz entspannte Stunden mit Orgasmusgarantie. Aber mit BDSM hat das nix zu tun. Das ist…nett, eben. Mehr nicht. Keine Spannung, kein Anflug von Angst, keine Grenzgänge. Nett.

Und dieses selber die Kontrolle haben, sich selber die Session ausdenken, den Alltag selbst mit etwas Kopfkino aufzuhübschen, selbst kreativ sein müssen, selbst den Dom anstupfen zu müssen, ob er denn nicht Anweisungen geben oder Aufgaben oder Hausaufgaben geben möchte??? Ob er denn nicht mal die Klamottensache übernehmen könnte? Ob er denn nicht Strafen einführen könnte? Ob er denn nicht mal mit mir raus gehen könnte? …..

Ganz ehrlich? Das ist nicht mein Scheiß-Job. Das ist DEINER. DU bist der Herr. Schon vergessen? Ich bin nicht deine Mama, und nicht deine Lehrerin. Du sagtest, du wärst erfahren? Dann MACH MAL. Ich bin hier, um loszulassen und dir zu folgen, und nicht, um wieder kontrollieren und planen zu müssen. Wie soll ich das mit dem Loslassen denn hinkriegen, wenn ich es de facto nicht kann? Also führe doch bitte. Und zwar nicht nur alle heiligen Zeiten mal, sondern IMMER. Manchmal subtil und ganz im Hintergrund, und manchmal ganz offensichtlich. Ein paar WA innerhalb 24 Stunden müssten drin sein. Das dauert ein paar Sekunden. Die hast du, da bin ich sicher. Du weißt den abgesteckten Rahmen, du weißt, was du wann schon tun kannst und was nicht. Das ist dein Kerngeschäft. Dein ursprüngliches, grundsätzliches Aufgabengebiet. Sei kreativ, sei konstant, sei verlässlich.

Dieses mal Hü, mal Hott, anfangs volle Pulle D/s, und dann nix mehr, manchmal Strafe, manchmal vergessen oder zu faul, sich nicht um die Einhaltung von Absprachen kümmern, sich nicht um die SUB samt ihrem Kopf kümmern, das ist der Tod. Und da verliert Frau dann das Interesse, und die Bereitschaft, sich drauf einzulassen, geht hopps. Der Zauber ist weg.

Und das kann doch keiner wollen.

P.S. ich sage hier definitiv nicht, dass ein Dom die ganze Beziehungsarbeit allein stemmen muss, und noch dazu täglich die wildesten Szenarien entwerfen und durchziehen. Und täglich vor Stärke und Dominanz strotzen.

Nee, überhaupt nicht. Aber die grundsätzliche Fähigkeit, die Dinge, die er sich in seinem versauten Hirn ausdenkt, eloquent rüberzubringen, und zwar ohne das Zutun der Sub. Und die Kreativität, sich überhaupt versaute Dinge auszudenken.

Das sollte ein Mensch mit Führungsanspruch schon haben. Nur, weil man Herr sein will, ist man aber noch längst kein guter. Reden, lesen, sich was abgucken, lernen.

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Samstagabendgedanken

und wieder mal ein Samstag Abend, kinderfrei, zu Hause. Das wird jetzt übrigens ein potentiell vor Selbstmitleid zerfließender Post über alles und nix. Aber ich habe tatsächlich Zeit, und weiß nichts mit ihr anzufangen. Die Buchführung ist gemacht, die Nägel sind lackiert, die Haare gewaschen, die Bude ist sauber, und ich sitze hier. Allein. Verdammt noch mal.

Der Rigger ist auf irgend nem Workshop. Die einzige Freundin vor Ort ist im Yoga-Camp. Und mein Date ist für heute ins Wasser gefallen, verschoben wegen höherer Gewalt. Ein altes Auto und kein schneller Werkstatt-Termin. Also, das vom Date. Und das schreibt sich gar nicht so leicht. Date. Weil ich idealerweise gar kein Date mit jemandem gebraucht hätte. Ich hatte einen Herrn, der mir gut tat (und ich ihm auch, hoffe ich zumindest). Und dann kam diese doofe Erkrankung seinerseits, und wenn er wieder fit ist, dann schickt seine Firma ihn als nächstes für viele Monate ins Ausland. Ich bin immer noch fast täglich kurz auf WA mit ihm, über alles und nichts, Gott und die Welt, nur über BDSM längst kein Wort mehr. Noch für eine lange Zeit hab ich das durchgezogen, weil ich es wollte, aber vor Kurzem dann doch mit dem “guten Morgen mein Herr” aufgehört. War ganz schön schwer. Seufz.

Und sich wieder im Joy und in der SZ umzusehen, kostet genau so viel Kraft und Nerven wie vor seiner Zeit. Der Profiltext im Joy kommt heute oder morgen dran, der in der SZ ist frisch abgeändert. Mit dem Ergebnis, dass sich von der Domme über gebundene Männer bis zum Switcher wieder alles meldet, vorzugsweise aus 300+ km Entfernung. Den sowieso schon für meine Verhätnisse sehr kurzen Profiltext liest keine Sau, und die, die ihn lesen, ignorieren den Hinweis auf die Bedeutung der ortsnahen PLZ geflissentlich. Und ich stelle wieder fest, dass ich in einer Ecke Deutschlands sitze, in der echte Lifestyler völlige Mangelware sind. Die dreieinhalb brauchbaren bzw interessanten sind vergeben, einer ist 77 (!) Jahre alt. Der Rest besteht aus Dummdom-Material, potentiellen bzw erfahrungsgemäßen Narzissten, oder ist schon von der Vorliebenliste her inkompatibel. Der Matcher bringt nichts, was in Frage kommt.

Also tue ich das, was alle tun. Man weicht auf einen größeren Suchradius aus, bzw macht Kompromisse. Und verdrängt die Entfernungsproblematik, wider besseres Wissen. Was allerdings Männer aus Bern (ca. 450km), oder aus Linz (auch um die 400km) oder aus Hamburg (hahahaaaaa) dazu bewegt, sich bei mir mit total netten, aber völlig sinnlosen Anschreiben zu melden “ist nicht gerade ums Eck, aber findest du nicht auch, dass wir sehr gut passen würden?”, das bleibt mir verborgen. Da könnte er auch gleich aus Island oder Griechenland sein. Das wäre realistisch gesehen auch schon egal. Und wie kann es sein, dass diese Männer bei sich in der Gegend niemanden finden? Sie sind nicht hässlich, und schreiben intelligente Sätze, und kommen wie normale Menschen rüber. Gibt es denn in der Stadt keine devoten Frauen mehr? Oder sind die alle nur erlebnissexuelle FSoG-Mädels, und die Herren weichen vor Verzweiflung ans andere Ende Deutschlands aus? Ist ja traurig.

Aber bei mir schaut es ja auch nicht besser aus. Hatten wir ja schon. Meine Anforderungen, damit aus einem Einmal-Date etwas festes werden kann, sind nicht wenige. Das weiß ich. Aber ich bin da realistisch, und habe aus Erfahrung gelernt. Auch, wenn träumen so schön ist….

Langfristig regelmäßig machbare Entfernung, freie Zeit abseits von Samstagen, Besuchbarkeit, aber auch Bereitschaft, mir wenns nicht anders geht, entgegen zu fahren und ggf ein günstiges (Tages)Zimmer irgendwo näher bei mir zu buchen, und die Bereitschaft, mir auch in einer festen (Spiel)Beziehung meinen Rigger zu lassen, sind genauso wichtig wie Alter, Aussehen, Charakter, Intelligenz, BDSM -Erfahrung, sexuelle Vorlieben und Beziehungsstatus. Ja, ich weiß. Das sind viele Punkte. Aber so ist es halt.

Und mit den meisten der wenigen Männer, die überhaupt in Betracht kommen, hat man einfach keine Chemie. Da weiß man nach 2 Sätzen gar nicht, was man noch schreiben soll. Und von den ganz wenigen zwei, drei, die übrig bleiben, wollen einer oder zwei MICH nicht. Weil ich zu alt, zu dick, oder anderweitig nicht ihr Typ bin. Meine großen Tattoos scheiden auch die Geister. Kinder, die automatisch nur durch ihre Existenz seine Thronbesteigung vereiteln, ein zweisamkeitsfeindlicher, belastender Job, und meine dadurch bedingte Müdigkeit und Unfähigkeit, spätabends noch zig Kilometer nach Hause zu fahren ohne Unfall, kommen noch dazu. Da mache ich mir keine Illusionen.

Ich bin nur zugegebenermaßen wirklich zeitweise etwas deprimiert, dass wieder ein Herbst rumgeht, ohne dass ich auf einem Event oder einer Party war. Was erlebt habe. GELEBT habe, verdammte Axt. Ein Club, ein gebuchtes Zimmer im Dominastudio zu München, eine Nacht im BDSM Apartment. Ich tu hier gerade so, als wäre ich jung und gesund, und hätte alle Zeit der Welt. Aber was soll ich irgendwo allein? Und auf Twitter bekomme ich mit, dass gefühlt 80% meiner TL regelmäßig auf diverse Veranstaltungen verschwinden. Grmpf. Und ich hatte jemanden, und jetzt doch wieder nicht.

Wobei die Gründe nachvollziehbar und verständlich sind, und ich weder verarscht noch hintergangen noch abserviert wurde. Und diesem Menschen sehr dankbar bin, dass er sich mit mir die Mühe gemacht hat, aus einer verunsicherten, selbstvertrauensbefreiten, psychisch angeditschten Frau wieder jemanden zu machen, der sich selbst gut genug ist und den Kopf hoch hält. Und weiß, dass sie was aushält, und nicht wenig. Und dass der, dem das zu wenig ist, das Problem hat, und nicht ich. Man könnte salopp sagen, mein letzter Herr hat mein Selbstvertrauen und meinen Stolz gekonnt und mit Empathie wieder in mich reingeprügelt, und in ein paar tränenreichen Sessions den Schaden durch den Vorgänger repariert.

Und weil ich ein eher optimistischer und pragmatischer Typ bin, stehe ich nach einem kurzen Mimimi halt wieder auf, rücke das Krönchen zurecht, und schaue, was ich tun kann.

Ich kann endlich die Fülle an aufgeschobenen Arztterminen in Angriff nehmen, und habe das auch bereits begonnen. Von der Gyn über den Neuro und den Dermatologen bis zum Dentisten und den Chiropraktiker ist alles dabei, inkl 2 kurzen Vollnarkosen. So ist das, wenn man 20 Jahre lang nur buckelt und funktioniert, und Raubbau an seiner Gesundheit betreibt zum Wohle der Anderen. Dann hat man irgendwann kaputte Gelenke, Venen, Wirbelsäule, und muss versuchen, das auszubügeln. Und muss überall die Vorsorgen, Reinigungen und Darmspiegelungen und Screenings und Zeugs nachholen, die man Jahr für Jahr geschoben hat.

Ich kann zum Sport gehen. Endlich wieder. Ist auch bitter nötig, wenn ich das kraftlose Gewabbel, das mein Körper ist, so betrachte. Es gibt 65jährige, die fitter sind als ich. Wobei beim Sport tatsächlich Rentnerprogramm angesagt ist, bis ich weiß, dass ich soweit ok bin, dass ich nicht plötzlich herztot vom Crosstrainer falle, und was ich meinem Rücken überhaupt zumuten darf. Aber besser als nix.

Ich kann die Wohnung ausmisten und kistenweise zu kleine Kinderklamotten und Schuhe oder meine berühmten Fehl- und Frustkäufe der letzten 3 Jahre zur Kleidersammlung für Rumänien fahren. Natürlich könnte ich das Zeug auch verkaufen. Ebay, Kleiderkreisel, Flohmarkt. Aber das kostet mich Zeit, die ich nicht habe, und Nerven, die ich auch nicht habe. Also betrachte ich es als meine gute Tat anstatt Geldspenden, das Zeug zu verschenken. Und zwar dorthin, wo man sich über getragene Klamotten und Schuhe noch freut, und nicht die Helferinnen sich selber die besten Sachen rauspicken, und den Rest nur jahreszeitlich unpassend (die wollen jetzt nur Winterklamotten, aber ich will den bereits zu kleinen Sommer loswerden. Den Winter tragen wir ja bis zum Frühling, ne?), oder nur in neuwertig gnädigst annehmen, wie in unserer örtlichen Kleiderkammer. Aber in einer ordentlichen Wohnung, die leerer ist als vorher, fühle ich mich immer wohler, also muss das sein. Ausmisten und wegwerfen entspannt mich.

Und ich kann ab und zu zum Rigger gehen ohne Zeitdruck. Der wollte den ganzen Sommer in den Wald bzw die Natur mit mir, und nie war es zeitlich drin. Dafür ist jetzt endlich Zeit für verkorkstere Fesselungen, die z.B. die Bambusstangen, die an seiner Wand lehnen, mit einbeziehen.

Ich kann schreiben, so wie jetzt gerade. Auch das entspannt und ordnet Gedanken.

Und ich kann daten. Den einen Kandidaten, der es durch die Instanzen bis nach WA geschafft hat und da noch sitzt, ohne dass mein Bullshit – O – Meter ausgeschlagen hat. Ich schau einfach, ob man sich real life riechen kann und was, realistisch gesehen, möglich sein wird. Ja, ich hätte schon ein, zwei Männer, die ich wohl für nen Arsch voll und nen Fick treffen könnte. Aber ich möchte eigentlich nichts so unverbindliches, abgehacktes. Nix, WA, Session, Tschüss, nix. Das habe ich ausprobiert, das ist nichts für mich. Ich brauche eine Verbindung zu diesem Menschen jenseits der Türe. D/s, subtiles 24/7, im Idealfall. Vertrauen und Respekt trotz Gefälle.

Und den Arsch voll. Ja, das brauch ich auch mal wieder. Dringend.

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Mein #kinktober Teil 5 – das Letzte ;)

Ok, ich kam nicht dazu, den Kram im Oktober fertig zu kriegen. Urlaub, Infekt, Arbeit, müde….

Also kommen heute, am 5.11., noch schnell die interessantesten Punkte zu den verbliebenen Tagen. Und danach geht es mit neuen Blogthemen weiter.

Tag 23:

Stockings. Ja, liebe ich. Halterlose sind mir dabei 100x lieber als Strapse. Mit Strapse kann ich nicht umgehen, da kriege ich die Strümpfe nicht mal gerade hin, und den Rand in diese kleinen doofen Halterungspömpel reinzufriemeln, nervt mich zu Tode. Es gibt so schöne Muster bei Halterlosen, und mit etwas Ausprobieren findet man die, die gut halten, und oben am Abschluss auch gut passen. Denn das müssen sie, wenn das einschneidet, schaut es Scheiße aus. Und man fühlt sich mit Strümpfen auf jeden Fall viel weiblicher und sexier als mit ner Strumpfhose. Und ich habe auch noch keinen Mann getroffen, der sich über Strümpfe beschwert hätte.

Degradation/Humiliation. Ganz wichtiger Bestandteil meines BDSM, und gleichzeitig ein brandgefährliches Minenfeld für den, der damit bei mir zu tun hat. Ich habe darüber schon gebloggt, und kann hier jetzt keine Bücher schreiben. Aber man muss das mit mir vorher echt klären, was später geht und was nicht. Sonst könnte es sein, dass Mann sich mit einem falschen Satz direkt ins Aus schießt. Für jeden bzw mit jedem Menschen geht was anderes. Ich persönlich möchte z.B. nicht mit einer Schweinemaske im Dreck hocken. Wer mir jemals an die Haare geht, der wird den Tag nicht überleben. Und unterm Ficken ein “Ach, das kannst du wenigstens, du dummes, fettes Stück Scheiße” werden deine letzten Worte sein, während ein “ja das gefällt dir, du dreckige schwanzgeile kleine Schlampe” durchaus was hat. Der Grat ist schmal und rutschig. Und vorher REDEN ist Gold.

Collar/leash. Collar definitiv. Auch darüber habe ich schon gebloggt. Das ist seit langer Zeit sowas wie die Karotte an der Angel, dem der Esel (in dem Fall ich) hinterher hechelt. Wobei ich inzwischen sagen muss, dass ich mehr als ein Halsband zum Spielen nur noch möchte, wenn auch wirklich was dahinter ist. Das ist keine Standard-Ausstattung, sondern da müssen schon sehr viele Dinge passen. Und damit geht eine öffentliche Erwähnung auf sämtlichen Profilen Hand in Hand. Mit einem “echten” Halsband will ich sichtbar für die Welt sein dürfen. Eine Leine darf gerne dran, aber nur in der Nicht-Öffentlichkeit.

Tag 24.

Window/balcony sex. Schon gemacht. Auch da gilt wieder: öffentlich gerne, aber nur so, dass es keiner sieht. Ja, ich bin nicht SO schamlos.

Overstimulation. Ein großes Problem bei mir. Die Male, wo ich ohne den Wand – und v.a. OHNE PAUSE – noch ein zweites Mal (oder öfter) kommen konnte, kann ich an einer Hand abzählen. Es geht auch praktisch fast immer nur über Klitorisstimulation. Und da ist ohne Hilfsmittel nach einem Orgasmus erst mal Schluss. Mit Satisfyer (den ich persönlich nicht leiden kann, eben WEIL er NUR die Perle stimuliert, und das viel zu krass) geht nach 1x GAR NIX mehr. Viel zu viel Kawumms. Scheußlich. Mit dem Wand dagegen….geht es noch ein paar Mal. Aber auch damit ist irgendwann Schicht. Dann bin ich einfach so dermaßen überreizt, dass es einfach nicht mehr geht. Leer. Vorbei. Meine bisherige Bestmarke liegt bei 7. Diese Geschichten und Erfahrungsberichte und Blogs von Frauen, dass sie 15, 20, “ich habe jenseits der 30 aufgehört zu zählen” mal gekommen sind, kann ich nicht nachvollziehen.

Tag 25:

Sensory Deprivation. Ja. Wenn man einen Sinn “verliert”, dann reagieren die verbliebenen um so sensibler. Mir sind Augenbinden oder Masken am liebsten. Nicht sehen zu können, wann der nächste Schlag kommt, oder anhand einer Berührung raten zu dürfen, welches Werkzeug das jetzt war? Hat definitiv was. Diese Art Psychospielchen liebe ich. Eventuell noch kombiniert mit Stöpseln in den Ohren, aber zweier Sinne gleichzeitig beraubt und mit sozusagen sich selbst allein zu sein, ob das gutgeht, kommt auf die Tagesform an.

Tag 26:

Age Play. Nein nein nein. Ich mag Karneval und Halloween und Motto Parties, und Rollenspiele, und verstehe auch, was Leute an Cosplay oder an Sternenflottenuniformen cool finden. Aber in meinem Sexleben bin ich eine erwachsene Frau Mitte 40, und weder älter noch jünger, und Teenie oder Schulmädchen oder sowas bin ich ganz bestimmt nicht. Ich würde auch keinen Typen wollen, der plötzlich Kleinkind, 20jähriger, oder Rentner ist. Nee danke.

Lingerie. Ja, klar. Ich bin ne Frau, ok? Ich bin aber eine moppelige Gr-42-Frau, und kaufe mir sowas aber bitte selber, weil ich meine Größe kenne, und weiß, was mir einigermaßen steht, und was gar nicht geht.

Exhibitionism. Gibt mir sexuell gar nix. Im Gegenteil, ich sterbe 1000 Tode, wenn mich irgendjemand “fremdes” nackt sieht. Was ich hinbekomme, ist es, Selfies auf Twitter zu stellen. Weil das eben nicht Aug in Auge, real life, ist. Wenn das so auch als Exhibitionismus gilt, dann ok.

Tag 27:

Phone Sex/Sexting. Kann ich, wenns sein muss. Sexting besser, phone Sex nicht so, weil ich mir schrecklich dumm vorkomme, dirty talk übers Telefon zu betreiben und REDEN zu müssen. Ausgerechnet ich, eine Quasselstrippe vor dem Herrn, kann da sehr stumm sein.

Tag 28:

Outdoor Sex. Ist ok, so lange ich nicht von Viechzeugs verstochen werde, oder hinterher voll Erde, Sand, Fichtennadeln, you name it, bin. Fesseln im Wald hat was.

Master. Master. Master of Puppets lalalala….

Tag 29:

Watersports. Tja nun. Auch so ein Thema. Alles rund um NS hat ein typischer Dummdom bzw sich an keine Regeln haltender und völlig Grenzen missachtender Predator in der Vergangenheit gründlich versaut. Da ich aber ein psychisch anscheinend ziemlich starkes, und recht pragmatisches Stehaufmännchen (-frauchen??) bin, und devot noch dazu…..bin ich durchaus bereit, bei dem Thema mit mir reden zu lassen, bzw dem Herrn entgegenzukommen. Aber den Fehler, mit der Türe ins Haus zu fallen, darf er nicht machen. Und etwas, das ich wirklich MAG, wird es mit Sicherheit nicht werden. Eher eine Mischung aus Strafe, Erniedrigung, und Devotion.

Tag 30:

Three- or Moresome. Kann ich mir vorstellen, allerdings nicht auf Swingerclub-Basis, sondern innerhalb eines D/s-Gefüges, und immer eher mit Männern als mit Frauen dabei.

Fucking Machine. Joa, hätte ich schon Lust, das mal auszuprobieren.

Tag 31:

Any combination of the above. Och nö, ich hab zu allem was geschrieben, wo mir ÜBERHAUPT was dazu einfiel. Gnade.

Obwohl… ich hätte da noch ne Korrektur bezgl “Upskirt Sex”, in Teil 2 oder 3 oder so… ich hatte das als sich dran aufgeilen, fremden Frauen unter den Rock zu fotografieren verstanden. Upskirting, eben. Wenn das aber bedeuten soll, dass man ein Kleid oder einen Rock trägt, und keine Unterwäsche, damit man spontan und bei jeder Gelegenheit zur Verfügung steht? Da bin ich dabei. Der Gedanke ist heiß, und die praktische Umsetzung um so mehr. 😉

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