Bye 19, hi 20

Durch viel Arbeit zum Jahresende wie immer verspätet, kommt der kurze BDSM-Rückblick 2019 und der erhoffte Ausblick auf 2020.

Das Jahr ging noch mit dem Kinky Vanilla los, der vielen hier noch bekannt sein dürfte (der BDSM-interessierte Swingertyp, den ich für eine Weile etwas unter meine Fittiche genommen hatte, bis er mir zu grob wurde, bei einer gleichzeitigen spürbaren Lern- sowie Verständnisresistenz) und mit dem Rigger, bzw mit der baldigen Entlassung des Kinky Vanilla aus vorgenannten Gründen. Und, weil ich eben mehr wollte, als nur ein bisserl rumzuspielen. Und dieses mehr bitte mit einem richtigen Dom, nicht mit einem Erlebnissexuellen.

Also….das Jahr war ein Auf und Ab mit deutlichem Aufwärtstrend gegen Ende. Here goes…….

Herr suchen. Herr tatsächlich finden. Guter Start. Ausbau. Nie geahnte Höhen und Schmerztoleranzen erreichen. Wieder vertrauen können. Endlich ernstgemeintes Lob und Bestätigung und Respekt und Anerkennung bekommen. Den fiesen Narzissten endgültig innerlich überwinden und das Selbstwertgefühl wiederfinden. Sich angenommen fühlen.

Dann Vollbremsung durch Erkrankung des Herrn. Warten. Weitere Treffen mit dem Rigger und tolle Fesselsessions. Vermissen des Herrn und von SM. Entscheidung, erst einmal weiter abzuwarten, da zu viel Arbeit und zu wenig Nerv für eine erneute Suche vorhanden sind.

Kleine Session mit bereits bekanntem Sadisten, der sich für nen Arsch voll erbarmt. Hunger vorübergehend gestillt, aber es wird klar, ich brauch wieder mehr. Erkrankter Herr scheint keine Option mehr, wegen monatelangem Auslandsjob nach langwieriger Genesung. Also erneute Suche. Was festes. Was von Dauer. Das Komplettpaket mit tiefer Zuneigung, SM und D/s. Einen Single-Mann. Aber erst im Herbst, ohne Stress.

Im Herbst dann viel Kopfschütteln über Profile und Anschreiben, viel incognito-Stalken mit “Unsichtbar”-Funktion auf Joy, einige “Briefwechsel” in Joy und SZ, und tatsächlich einige wenige Kaffee-Dates (jedes einzelne davon tasächlich angezogen und öffentlich!). Nur mal gucken. Nix erzwingen wollen. Vor allem keine “richtige” Beziehung. Alle ganz ok bis nett, aber aus den unterschiedlichsten Gründen nix für mich. Von “Entfernung und kein Auto” über zeitliche Unvereinbarkeit bis zu fehlender sexueller Anziehung bzw Passung ist alles dabei.

Dabei ein, zwei gut gemeinte Ratschläge: Wenn du unter der Woche Zeit für Rockkonzerte und am Freitag für die Kumpels und am Sonntag fürs Motorrad hast, dann solltest du vielleicht auch mal für deine Sub Zeit freischaufeln, wenn du weißt, dass die nur am Sonntag und Dienstag kann. Wenn dir dein BDSM so wichtig ist und du Sub gerne hättest.Tja nun.

Und wenn nicht nur das Ambiente im von dir gewählten Café, sondern auch deine Dominanz Assoziationen mit Strickpullundern, Halbglatzen und Buchhalterjobs in Loriotsketchen hervorrufen, dann ist das für meine BDSM-Gelüste eher meh. Zurück zum Jahreslauf…

Der Rigger, mit dem mich eine Freundschaft+vertrauensvolles Fesseln verbindet, aber eben nicht mehr, findet im Spätherbst eine Holde, und ist schwer verliebt. Die Sessions werden (noch) weniger dadurch, und durch Arbeit und anderweitige Verpflichtungen, aber der Kontakt reißt nicht ab. Ich gönne ihm sein Glück sehr, bin aber etwas deprimiert darüber, dass für mich nichts zu finden ist, und ich auf ewig allein, ohne Herr, ohne Halsband, ohne verliebte Schmetterlinge im Bauch bleiben, und unter 25 Katzen, wahlweise 50 Farbratten begraben einsam sterben werde. Und ungefickt.

Dann kommt ein Anschreiben, das sich von den anderen so angenehm unterscheidet, und mich so sehr anspricht, wo die Chemie schon bei den ersten paar Nachrichten so krass stimmt, dass ich diesem Mann einfach nicht absagen kann, obwohl die Entfernung jenseits der für mich dauerhaft machbaren Grenze liegt. Aber es besteht der Wille, für mich die Strecke zu fahren, und so nicht immer nur ich fahren muss. Ein Beschnuppern muss her. Es folgt das denkwürdigste Kaffeedate meines Lebens. Ich rechne minütlich mit dem Rat der Barista, man möge sich doch irgendwo ein Zimmer nehmen. Aber Gott sei Dank räumt sie lieber demonstrativ Flaschen ins Kühlregal.

Lange Rede, kurzer Sinn, das Jahr 2019 endet mit meinem neuen Herrn. Der Rigger darf und wird weiter fesseln, und freut sich sehr für mich. Der letzte Herr war inzwischen unterm Messer, und es geht endlich deutlich aufwärts. Er freut sich auch für mich. Und ich freue mich (neben einer gesunden Portion Muffensausen) auf mein 2020 unter neuer Führung, sozusagen 😉

Denn der erste Vorgeschmack Ende 2019 war schon sehr toll. Es handelt sich um einen umsichtigen, fantasievollen, erfahrenen Zeitgenossen, der eine Vorgehensweise und Einstellung hat, die sich doch deutlich von den meisten anderen, mir online oder persönlich bekannten Doms unterscheidet (mehr dazu von Zeit zu Zeit als Blogbeitrag). Das wird auch beim zweiten und gleichzeitig letzten Date 2019 klar. Welches zur Hälfte einfach in der Stadt, bzw auf dem Weihnachtsmarkt, stattfindet, da es so stürmt, dass die anregende Zweisamkeit am Rande des tiefen, sprichwörtlich dunklen Waldes nach einiger Zeit der Angst weicht, ne Fichte aufs Autodach zu kriegen. Aber auch dieses erste körperlich intensivere Beschnuppern fühlt sich richtig an, und gut, und endet mit einem kleinen Ritual, an dessen Ende ich hochoffiziell seine Novizin, seine Sub in Ausbildung, bin. Das schmeckt mir gut *zwinker*.

Praktisch sofort danach kommt die Aufforderung, meine Profile im Joy und in der SZ abzuändern,und klarzustellen, dass ich die Seine bin. Und auch er stellt auf “nicht suchend” und verlinkt und nennt mich im Text. Das ist etwas, das mir tatsächlich wahnsinnig viel bedeutet, aus der Erfahrung der Vergangenheit heraus, und das meinen Kopf beruhigt. Und so endet das Jahr 2019 mit einem warmen Gefühl ums Herz, und eben einem Haufen Vorfreude auf 2020.

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