Wegkreuzung im Nirgendwo

Die Vorfreude auf den Herrn, gepaart mit einem Quäntchen Furcht, weil ja das Strafbuch mit dabei ist, und es immer einiges abzuarbeiten gilt. Sehnsucht.

Der tiefe, besitzergreifende Kuss und der geliebte Nackengriff beim Wiedersehen. Ankommen.

Das Kaffeeritual und die kleinen Gesten und Signale, die nur wir verstehen. Kopfkino.

Das Abnehmen der Brille und das *Klick* des Halsbands. Mein Kopf, in dem ich nur noch seine “notgeile kleine Schlampe” bin. Unterwerfung.

Die ersten härteren Berührungen und Anweisungen. Gehorsam.

Die Anspannung und Unsicherheit, was passieren wird. Herzklopfen.

Die Gewissheit, dass man genau da ist, wo man sein will und genau das bekommt, was man braucht. Stimmigkeit.

Die Fahrt, Rock hochgezogen, breitbeinig, ohne Höschen. Durch Ortschaften, über Land. Seine Hand immer wieder zwischen meinen Schenkeln. Verlangen.

Am Ziel. Wald. Eine Wegkreuzung im Nirgendwo. Kalte Luft, die über meine Haut streicht während ich warte. Ruhe.

Fichten. Kahle Laubbäume. Schneereste auf dem Grund. Endlich an seiner Leine sein. Eigentum.

Geführt zum Hochsitz am Wegesrand. Festgebunden mit Seilen. Das rauhe Holz, das in die Haut drückt. Das Haar, das er mir fast schon sachte zur Seite streicht. Ausgeliefert sein.

Schläge, die mich zucken lassen. Hiebe, die mich tanzen lassen. Langsam, schnell, moderat, intensiv. Erste Tränen. Rückversicherung. Lust und Leiden.

Mühsam unterdrückte Schreie, Dienen, Striemen. Kälte, Liebkosungen, Wachs. Der Sog des Spiels. Willkür.

Losgemacht, gepackt und zurückgeführt werden. Die Sitzheizung wärmt den Arsch, die Schläge wärmen die Fußsohlen. Klammern, Schmerzen, Geilheit, Aushalten. Lob.

Lächeln. Zufrieden und entspannt. Erniedrigt, geschlagen und gefickt. Sein Sperma, das an meinen Schenkeln hinunterläuft. An meinem Platz sein.

Markiert als Eigentum. Und als seine notgeile kleine Schlampe. Sein Fickstück, seine Sub mit dem Sklavenherz. Für Stunden benutzt und doch jede Sekunde respektiert.❤

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Betteln

Das Thema war ein aus der Not des alleine zuhause Herumsitzens geboren, und der Herr fand es interessant.

Also, was fällt mir denn da spontan so alles ein…?

Um etwas zu betteln ist was anderes als um etwas zu bitten. Bitten kann ich um einen Gefallen, um Geld, um einen Rückruf, um einen Kaffee. Betteln hat etwas Dringliches an sich. Dass man etwas gaaaanz unbedingt haben will oder braucht. Und es hat was Erniedrigendes an sich, zumindest für mich.

Wenn ich um etwas bitte, und die Antwort fällt negativ aus, dann kann ich mich in ein ebenmäßiges, betont lockeres oder gleichgültiges O.K. … zurückziehen, und zumindest nach außen hin so tun, als ob es mich höchstens marginal kratzt, auch wenn ich innerlich enttäuscht oder angefressen sein sollte, weil es mir vielleicht ja wichtig war. Wenn ich eine Frage stelle, oder um eine Information, einen Termin, einen Vorschlag bitte, und ein nein bekomme oder eine Absage oder – was für mich ganz schlimm ist – die Frage ignoriert wird (absichtlich oder unabsichtlich, weil “überhört/überlesen”?), dann versuche ich immer, ein Pokerface zu wahren. Lalala, gar nicht schlimm, siehst du? Auch wenn ich mir das innerlich merke.

Wenn ich um etwas betteln muss (denn betteln tu ich niemals freiwillig, oder weil es mir Spaß macht. Dazu bin ich viel zu stolz und es kickt mich auch nicht irgendwie direkt sexuell – mehr dazu weiter unten im Text), dann habe ich mich schon so weit aus dem Fenster lehnen müssen, dass ich nicht mehr mit dem Pokerface der Gleichgültigkeit davonkomme, und mich in jedem Fall erniedrigt fühle, und bei einem Nein auch noch zusätzlich gedemütigt und zurückgewiesen.

Und im Alltag sind Erniedrigungen, Demütigungen und Zurückweisungen (unabhängig vom Betteln, denn ich bettele, wie gesagt, im Alltag nicht) drei absolute Garanten für Probleme mit mir. Ob ich fauchig werde, mich irgendwie angegriffen fühle und zum Gegenangriff übergehe, mit Kälte reagiere, mit gezielten Retourkutschen, oder verletzt und beleidigt bin und die Person für den Rest ihres Lebens bei mir verschissen hat, das ist situationsabhängig. Aber ohne Blessuren endet das mit mir nicht. Ist ja klar. Wer lässt sich sowas schon (gern) gefallen?

Um diese Gefühle, die das betteln müssen (und das womöglich auch noch erfolglos) auslöst, in etwas Positives im Sinne des BDSM umzulenken, braucht Dom Fingerspitzengefühl, Empathie und Geschick. Es braucht einfach die passende Art der Dominanz, die passenden Worte und “Griffe” (verbal und non-verbal).

Man(n) muss meinen Kopf erstmal da hinbekommen, wo ich überhaupt so devot ticke bzw denke, dass ich um etwas bettele. Das ist nicht selbstverständlich, schon gar nicht, wenn es sich um etwas handelt, das ich selbst überhaupt nicht will oder wirklich hasse. Das kriegt nicht jeder hin, zumindest nicht so, dass ich nicht sehr zögerlich bin und aus der Situation eigentlich nur noch raus will, weil es so fake ist oder nur peinlich und sonst nix. Und ich befinde mich definitiv nie so weit jenseits von gut und böse in irgendeinem imaginären Subspacetunnel (nicht der von Star Trek. Der andere 😉 , dass ich nicht schmerzhaft mitbekommen würde, was ich da gerade sage und tue, und damit kommen wir zum nächsten Punkt…. dass aus dem entsetzten Erstaunen in meinem Kopf ob meines Gebettels um irgendeine Handlung, um Schläge, um Erniedrigung etwas wird, aus dem auch ich selbst Lust oder Befriedigung ziehen kann, muss Man(n) meinen Kopf auch dort halten können, wo er ihn zuvor schon erfolgreich hinmanövriert hat.

Die Wellenlänge muss stimmen, und das, was vom Gegenüber ausgeht, muss authentisch sein und nicht irgendwie aufgesetzt. Und ich muss tief drinnen das sichere Gefühl haben, dass er mich mag und jenseits der Situation als Mensch respektiert, damit ich mich so “zum Trottel machen” kann. Und wenn es richtig gut funktioniert, dann finde ich die Erkenntnis, in welcher niederen, bettelnden Position ich mich da befinde, sogar ausgesprochen geil, so um drei Ecken rum. Denn es funktioniert nur um besagte Ecken rum, sprich, mein devotes Hirn muss voll da sein, und gut gefüttert.

Wenn mich jemand so weit hat, dass ich für ihn um etwas bettele, was ich eigentlich überhaupt gar nicht will, und es dann noch völlig stimmig und geil finde, mir dabei womöglich erniedrigt und gedemütigt vorzukommen, und wenn sich die erniedrigende Bettelei wie ein passender Ausdruck von Submission und wie selbstverständliches Dienen anfühlt, und dabei auch noch sämtlicher Eigennutz weg ist, und es trotzdem für meinen Kopf so passt, wie es ist….joa, dann hat Man(n) bei mir erstens echt nen Stein im Brett, und zweitens ganz offensichtlich den sehr seltenen Dreh raus.

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