Wäre ich eine Dom, und warum ich es nicht sein will

Als ich gestern mal wieder auf Twitter Zeugin der üblichen Dummdom-Bashing-Tweets wurde, die man halt so kennt (sub immer toll, Dom immer übergriffigdoof) machte ich ein Gedankenspiel daraus.

#WäreIchEinDom.

Naja, ich würde natürlich ein echt guter sein wollen. Logisch.

So, wie ich aus submissiver Sicht mir einen Dom wünsche, bzw was ich für “gut” befinde.

Nun denn…

Ich wäre erfahren, bzw würde mich weiterbilden, Workshops besuchen, oder mich einlesen, bevor ich reinstolpere und glaube, die Weisheit mitm Löffel gefressen zu haben.

Ich würde meine Kontakte mit subs genauso aussortieren, wie subs das mit Anschreiberlingen machen. Damit ich eine wirklich kompatible finde, und nicht bei nem fake Wunschzettelweibchen/männchen lande, von denen es gefühlte Heerscharen gibt.

Ich wäre offen und ehrlich zu ihr/ihm, bezüglich meiner Gefühle für sie/ihn (falls vorhanden) und meinem Ziel bzw Weg, den ich mit ihr/ihm zu verfolgen gedenke. Man müsste mir Gefühlsäußerungen nicht mühselig aus der Nase ziehen. Und ich würde dasselbe im Gegenzug verlangen.

Ich würde versuchen, die Dynamik so gut wie möglich auch über Entfernungen aufrecht zu erhalten. Als sub fand ich schon mehrmals nichts frustrierender und enttäuschender als eine angebliche D/s-Beziehung zu haben, aus der nach spätestens 3 Monaten total die Luft raus ist, weil nach einem fulminanten Start einfach nix mehr kommt. Keine Kontrolle, keine Aufgaben, keine Strafen für Vergehen, kein Gefälle. Alles zu viel Arbeit, nämlich. Das würde mir also nicht passieren. Mein/e sub dürfte sich über Kontrolle, Handyortung, Rituale, Aufgaben, Strafen etc freuen. Öfter mal was Neues.

Ich wäre streng, aber gerecht. Für bisserl rumspielen und eigentlich tun, was man will, und sich an nix halten wollen jenseits der Treffen, wäre mir meine Zeit zu schade. Wer meine/r sein wollte, müsste es auch so meinen.

Ich würde sub immer darin bestärken, sich auch jenseits meiner von Weisheit und Wissen nur so triefenden Worte (Sarkasmus off) in den einschlägigen (Twitter)bubbles zu informieren, und Kontakte zu knüpfen.

Allerdings hätte ich ein Auge drauf, in welcher Bubble. Sub müsste sich auf Einwürfe meinerseits gefasst machen. Und Einmischungen und gutgemeinte Ratschläge von irgendwelchen selbsterklärten Experten und Grünschnäbeln würde ich geraderücken müssen.

Ich wäre für sub auch jenseits irgendwelcher BDSM Themen da, und er/sie könnte mich immer erreichen und müsste nie das Gefühl haben, zu nerven und mich zu stören. Denn das ist in einer wie auch immer gearteten Beziehung tödlich, und man fühlt sich als sub zurückgestoßen und einfach nur schlecht. Und versucht es irgendwann gar nicht mehr. Und genau das würde ich nicht haben wollen. Man kann immer vermitteln, hey du bist mir wichtig, aber ich habe einfach eine Scheißwoche und ersaufe in Arbeit, und ich meld mich später. Aber abservieren und wegschubsen wäre nicht.

Ich würde sub fördern und fordern. Soll heißen, wer nicht aus seiner bzw ihrer Komfortzone rauswill, wäre bei mir falsch. Ich würde zumindest ab und zu an die Grenze gehen und evt auch ein Schubserchen drüber hinaus. Von mimimi und manipulativem Verhalten abbringen lassen, würde ich mich nicht. Ich würde mit sub zusammen das Spielfeld an sich abstecken, aber wie ich mich darin bewegen würde, wäre meine Entscheidung (ja, den Satz habe ich geklaut bei IHM ;)))

Ich würde es genießen, sadistische Psychospielchen zu spielen, sub wie eine Katze bespielen, die mit ihrer Beute spielt, sie wieder loslässt, und sie wieder einfängt. Subs Kopf ficken, wann und wie es mir passt. Vorfreude aufs Treffen, gepaart mit Angst, schüren. Und oh ja, beides wäre begründet.

Ich wäre, sagen wir……kreativ. Ein Spielkind mit Faible für Kerker, Device Bondage und Quälereien mit Tränen, Striemen und Hitachi. Ich würde mein Spiel variieren und Inspirationen aus diversen BDSM Pornos so gut wie möglich umsetzen. Ohhh….ich hätte Pläne. 😉

Tja, und warum will ich keine Dom sein? Wo ich doch theoretisch und aus Erfahrung als sub weiß, wie der Hase läuft?

Ganz einfach. Viele Gründe.

Weil ich null Veranlagung dafür habe. Keinen Spaß daran. Kein Interesse. Keine Geilheit. Es gäbe mir sexuell und für die Zufriedenheit und fürs seelische Gleichgewicht nix, meine/n sub weinen zu sehen, jammern zu hören, zu wissen, dass er/sie gerade eine echt doofe Aufgabe erfüllen muss, die ich sub aufgedrückt habe, und das tut – für MICH. Ich bin einfach nicht so verdrahtet.

Ich habe sicher einen gewissen Sadismus in mir. Der offenbart sich aber nicht sexuell, sondern darin, dass ich manchen Leuten gern so richtig den Arsch aufreißen würde, sprichwörtlich, und das ziemlich genießen könnte. Da spielt Wut, Hass, Rache rein. Und diese Gefühle haben in einem BDSM Kontext nix zu suchen. Wäre auch keiner, sondern die sadistische Freude, jemandem, der es verdient hat, das Fell möglichst schmerzhaft über die Ohren zu ziehen. Wahrscheinlich täte ich es eh nie wirklich, aber man wird ja archaisch träumen dürfen.

Ich habe soviel Verantwortung für soviel Kram, und für die Brut, dass ich in meiner Beziehung nicht auch noch die Hosen anhaben will. Naja, ich will schon gerne Hosen anhaben, denn ich liebe Hosen. Ihr wisst schon… 😉 Aber nicht SO. Ich bin von meinem Naturell her nicht unbedingt ein Bestimmer und Anführer. Bzw, ich muss das eh immer sein im Alltag. Aber während ein dominanter Mensch davon wahrscheinlich überhaupt nicht beeinträchtigt wird, und gerne bestimmt, für sein Recht einsteht, Konflikte und unangenehme Gespräche nicht scheut, und da aufblüht, stresst mich all das total. Und in meiner Beziehung will ich genau das nicht auch noch. Im Gegenteil.

Also, für mich wäre das nix, glaub ich. Zumindest Stand heute. Allerdings….falls ich jemals eines Morgens geswitched aufwache, dann zieht euch warm an, denn ich werde zur unangefochtenen Superdom von Twitter, und zeige euch mal so richtig, wo der Hammer hängt 😉

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